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Prostituierten-Mord: Angeklagter bestreitet Schuld - IQ-Test geplant

In Chemnitz Prostituierten-Mord: Angeklagter bestreitet Schuld - IQ-Test geplant

Hat ein 20-Jähriger eine Prostituierte auf dem Gewissen? Nach längerem Schweigen liefert er in dem Prozess vor dem Chemnitzer Landgericht seine Version des Geschehens. In einem Gutachten soll jetzt seine IQ überprüft werden.

Der Angeklagte bestreitet den Mord an einer Prostituierten in Chemnitz.

Quelle: dpa

Chemnitz - . Im Fall des Mordes an einer Prostituierten in Chemnitz hat der Angeklagte vor dem Landgericht der Stadt jegliche Schuld bestritten. Er bezeichnete die Vorwürfe am Dienstag als „eine ungeheure Sache“. „Diese Straftat habe ich nicht begangen“, erklärte der Ungar in seiner von einer Dolmetscherin übersetzten Aussage. Er sei wegen der Vorwürfe „seelisch und nervlich kaputt“.

Der Mann muss sich seit 1. August vor Gericht wegen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 29. Oktober 2016 die 25-jährige Prostituierte mit 81 Messerstichen getötet zu haben. Zudem soll er ihr zwei goldene Ringe und 400 Euro gestohlen haben.

Der 20-Jährige will am Abend des Tattages lediglich Sex gegen Bezahlung mit der Landsfrau gehabt haben. Danach habe er sich verabschiedet und sei gegangen, sagte der Angeklagte. Das Opfer habe er vorher nicht gekannt.

Nun steht seine Intelligenz auf dem Prüfstand: Der Angeklagte soll sich einem IQ-Test unterziehen. Der Vorsitzende Richter am Landgericht der Stadt stimmte am Dienstag einem entsprechenden Vorschlag des Verteidigers und des psychiatrischen Gutachters zu.

Anlass sind Arztberichte aus Kinder- und Jugendtagen des Tatverdächtigen. Darin wird ihm ein Intelligenzquotient von 72 attestiert. Dies ist laut einem Gutachter grenzwertig zwischen leichter Intelligenzminderung und Lernbehinderung. Den in einem anderen Bericht genannten IQ von 47 bezeichnete der Forensische Psychiater Thomas Kasten als „Schwachsinn“ - dies sei klinisch nicht nachvollziehbar. In der Psychiatrie stand der Begriff „Schwachsinn“ für einen IQ unter 70, wird dort aber im Gegensatz zur Rechtswissenschaft nicht mehr gebraucht.

Einen der angeblich gestohlenen Ringe zeigte der Beschuldigte laut Anklage noch am Tatabend einer anderen Prostituierten. Dies hatte die Frau vor Gericht als Zeugin bestätigt, der Mann bestritt es jedoch: Er habe keinen Ring dabeigehabt. Anschließend behauptete der Angeklagte, er habe ihr seinen Ring gezeigt.

In zahlreichen Details widersprach er sich selbst oder gab an, sich nicht erinnern zu können; er wisse keine Einzelheiten. Andererseits erinnerte sich der Mann jedoch an die für „normalen Sex“ gezahlte Summe von 70 Euro und auch daran, dass er kein Kondom benutzt habe.

Der zum Tatzeitpunkt 19-Jährige erklärte vor Gericht, an dem fraglichen Tag seit dem Mittag viel Alkohol getrunken und auch mehrmals die Droge Crystal Meth dazu genommen zu haben. Dennoch habe er sich nicht beeinträchtigt gefühlt, antwortete er auf Nachfrage. Der Prozess wird am 4. September fortgesetzt.

Von LVZ

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