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Prozess nach Tod von Flüchtling - Streit um Haushaltsführung

Fall Khaled Prozess nach Tod von Flüchtling - Streit um Haushaltsführung

Sein Tod machte in der durch Pegida aufgeheizten Stimmung Anfang 2015 bundesweit Schlagzeilen und hat eine politische Debatte ausgelöst. Auch die Ermittler standen in der Kritik. Dabei war alles ganz anders.

Trauernde legten im Januar Blumen an die Stelle, an der Khaled getötet wurde. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Dresden. Ein Flüchtling aus Eritrea muss sich in gut vier Wochen für den gewaltsamen Tod seines Landsmanns Khaled verantworten. Der Prozess wegen Totschlags gegen den 27-Jährigen beginnt am 31. August vor der Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgerichts. Bis einschließlich 16. September sind sechs Verhandlungstage terminiert, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Der Angeklagte soll nach einem Streit am Abend des 12. Januar mehrfach mit einem Küchenmesser auf seinen Mitbewohner eingestochen haben. Der 20-Jährige wurde an Hals und Brust schwer verletzt und verblutete. Laut Anklage gab es zunächst eine verbale und dann auch tätliche Auseinandersetzung zwischen den Männern. Dabei ging es um Haushaltstätigkeiten, vor allem die Nutzung der Waschmaschine, sagte der Sprecher.

Danach griff der Ältere den 20-Jährigen mit einem Küchenmesser mit 15 Zentimeter langer Klinge im Hof der Plattenbausiedlung im Stadtteil Leubniz-Neuostra an, wo Khaled mit sieben weiteren Afrikanern seit September 2014 lebte. Er erlitt sieben massive Stiche in den Hals sowie weitere in Brust und Kopf. Er verblutete und erstickte zugleich an Blut in der Lunge. Die Leiche des jungen Mannes war erst am nächsten Morgen gefunden worden. Erst zehn Tage später konnte anhand von DNA-Spuren auf der Tatwaffe Khaleds Mitbewohner als Verdächtigter identifiziert und verhaftet werden.

Der Fall hatte wegen der islamkritischen Pegida-Bewegung großes Aufsehen erregt und eine politische Debatte ausgelöst. Zudem standen die Ermittler in der Kritik, weil sie zunächst keine Hinweise auf Fremdeinwirkung gefunden hatten und sich später korrigieren mussten. Bei Gedenkmärschen für Khaled in Dresden und Berlin war auch der Verdacht auf ein rassistisches Motiv geäußert worden.

LVZ

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