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Razzia in Leipzig und Halle: Bundespolizei sprengt internationalen Schleuserring

Razzia in Leipzig und Halle: Bundespolizei sprengt internationalen Schleuserring

Sie brachten Inder und Pakistani mit gefälschten Pässen nach Deutschland. Ihre Schulden mussten die illegalen Einwanderer über Jahre hinweg in Restaurants abarbeiten.

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Bei der Razzia gegen die Schleuserbande kam auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Ein 43-Jähriger Drahtzieher wurde vom Leipziger Flughafen aus nach Koblenz gebracht.

Quelle: André Kempner

Leipzig/Frankfurt. Bei Razzien in mehreren Bundesländern hat die Polizei einen internationalen Schleuserring zerschlagen. Insgesamt seien 13 Wohnungen und vier Gaststätten im ganzen Bundesgebiet durchsucht worden, darunter auch in Leipzig, berichtete die Bundespolizei am Flughafen Frankfurt am Donnerstag. In Halle und Koblenz wurden zwei Männer verhaftet.

Am Dienstagmorgen schlugen die Ermittler im Leipziger Nordwesten zu: Im Stadtteil Möckern durchsuchten sie die Wohnung einer 43-jährigen Deutschen. Sie stehe unter dringendem Verdacht, das Schleusernetzwerk unterstützt zu haben, sagte Bundespolizei-Sprecher Christian Altenhofen auf Anfrage von LVZ-Online. „Bei ihr wurde Beweismaterial gefunden, das darauf schließen lässt, dass sie Teil des Netzwerks war.“ Die Beschuldigte bleibe jedoch auf freiem Fuß, da keine Haftgründe wie Flucht- oder Verdunklungsgefahr vorlägen.

Drahtzieher von Leipzig per Hubschrauber ausgeflogen

Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelte bereits seit Mai gegen insgesamt zehn Männer und sieben Frauen aus Litauen, Indien und Deutschland im Alter von 22 bis 50 Jahren. Sie sollen Inder und Pakistani, die zuvor illegal über den Flughafen Frankfurt/Main eingereist sind, mit gefälschten litauischen oder lettischen Papieren versorgt haben. 21 litauische Personaldokumente und 15.500 Euro Bargeld wurden bei der Razzia beschlagnahmt.

Weitere Durchsuchungen fanden am Montag und Dienstag in Koblenz, Halle, Hettstedt,  Treuenbrietzen, Schönewalde und Trebbin statt. In Halle nahmen die Beamten einen 44-jährigen Pakistani fest. „Er war vermutlich einer der Drahtzieher des Gruppe“, sagte Altenhofen. Per Hubschrauber wurde der Mann vom Flughafen Leipzig-Halle nach Koblenz gebracht, wo Haftbefehl gegen ihn erging. In Koblenz wurden zudem ein 37-jähriger und ein 16-jähriger Inder festgenommen.

Handel mit Scheinehen und falschen Vaterschaften

Für einen gefälschten Reisepass plus Personalausweis, Führerschein sowie Heirats- und Scheidungsurkunde, soll die Gruppe etwa 7000 Euro verlangt haben. Alternativ seien für ein Bleiberecht in Deutschland auch gezielt Scheinehen mit deutschen Frauen oder falsche Vaterschaftsanerkennungen organisiert worden. Dies sei vermutlich auch in Leipzig der Fall gewesen, berichtete Altenhofen. Zu Details wollte er keine Angaben machen. „Die Zusammenhänge sind sehr komplex“, so der Sprecher.

Die Frauen erhielten den Ermittlungen zufolge hierfür 2000 Euro als Einmalzahlung und monatliche Zahlungen von 250 Euro. Die meisten Geschleusten mussten ihre Schulden – teils über mehrere Jahre – in wechselnden Restaurants abarbeiten. So auch der festgenommene 16-jährige Inder: Er wurde in der Küche einer Koblenzer Gaststätte aufgegriffen.

Robert Nößler/dpa

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