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Razzien im Rocker-Milieu nach brutalen Überfällen - 800 Beamte

Razzien im Rocker-Milieu nach brutalen Überfällen - 800 Beamte

Gut sieben Monate nach zwei brutalen Überfällen in der Brandenburger Rockerszene haben Beamte am Dienstag sechs Verdächtige festgenommen und Beweismittel gesichert.

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Das Ziel der Beamten bei dem Einsatz im Morgengrauen ist klar: Mit Durchsuchungen im Rockermilieu wollen sie zwei Gewaltverbrechen aufklären. Ende 2011 waren in Brandenburg ein Mann und ein Jugendlicher schwer verletzt worden. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Potsdam/Frankfurt. In Brandenburg, Sachsen, Berlin und Nordrhein-Westfalen durchsuchten sie gut 50 Wohnungen und Rocker-Treffpunkte. Es waren rund 800 Beamte im Einsatz, darunter Spezialeinsatzkommandos und Bundespolizei, wie das Polizeipräsidium des Landes Brandenburg und die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) in einer gemeinsamen Mitteilung berichteten. Im Fokus der Razzien standen rivalisierende Rockergruppierungen und deren Unterstützer und Sympathisanten.

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Rockergruppen in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) war in der Nacht zum ersten Weihnachtstag ein 26-jähriger Anhänger des Clubs Gremium MC bei einer Diskothek niedergestochen worden. Zu Silvester griff eine Gruppe einen Schüler nahe derselben Diskothek an. Der Jugendliche, dessen Alter die Polizei mit 16 angab, erlitt schwere Verletzungen. Bisher war von einem 15-Jährigen die Rede. Wie es in der Mitteilung hieß, konnte er nur durch eine Notoperation gerettet werden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde er zufällig Opfer des Übergriffs. „Er hat selbst keinerlei Verbindungen zum Rockermilieu.“ In Medienberichten war damals von einem Rockerkrieg die Rede.

Die Ermittlungen ergaben, dass rund 50 Personen mit den Überfällen zu tun hatten, zumeist von den Hells Angels MC Oder City aus Frankfurt (Oder) und deren Widersachern des Gremium MC Nomads Eastside. Schwerpunkt der Durchsuchungen waren Vereinsheime in Frankfurt (Oder) und Fürstenwalde. Einsätze gab es auch in Königs Wusterhausen und Cottbus. In Berlin durchsuchten Beamte zwei Vereinslokale und drei Wohnungen. Sächsische Spezialeinheiten drangen in einem Chemnitzer Vorort in ein besonders gesichertes Klubgelände ein, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Durchsuchungen gab es in Plauen sowie in Duisburg.

Dort war im Februar ein Tatverdächtiger verhaftet worden, der früher im Land Brandenburg lebte. Laut damaligen Polizeiangaben ist der 28-Jährige Anwärter auf eine Mitgliedschaft bei den Hells Angels.

Die Beamten stellten am Dienstag unter anderem Computer, Laptops und Datenträger sicher. Auch etwa 20 Messer und Macheten sowie Schlagstöcke nahmen sie mit. Die Auswertung wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen, prognostizierten die Ermittler. Beide Behörden werteten den Einsatz „als durchschlagenden Erfolg“. In beiden Fällen wird wegen versuchten Totschlags ermittelt.

In den vergangenen Monaten hatte es bundesweit immer wieder Durchsuchungen im Rockermilieu gegeben. Betroffen waren Wohnungen und Vereinsheime - vor allem in Berlin und Brandenburg. Dabei suchten die Beamten nach Beweisen für Straftaten - etwa im Rotlichtmilieu oder Waffen- und Drogenhandel.

dpa

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