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Rechtsradikale überfallen DGB-Maikundgebung in Weimar – Mehrere Verletzte

Rechtsradikale überfallen DGB-Maikundgebung in Weimar – Mehrere Verletzte

Rechtsextreme haben am Freitag die Maikundgebung der Gewerkschaften in Weimar überfallen und mehrere Menschen verletzt. Nach vorläufigen Angaben der Stadtverwaltung musste ein von den Neonazis attackierter Besucher der Veranstaltung ins Krankenhaus gebracht werden.

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Nach Polizeiangaben hatten etwa 50 Neonazis am Vormittag die von schätzungsweise 200 Menschen besuchte Veranstaltung auf dem Markt gestürmt.

Quelle: dpa

Weimar. Die Polizei sprach zunächst von 15 Verletzten, korrigierte diese Zahl inzwischen auf vier.

Die Angreifer bedrängten auch den SPD-Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider, der gerade eine Rede halten wollte. Die Polizei nahm 29 Angreifer vorläufig fest. Gegen sie werde unter anderem wegen Landfriedensbruch und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

Nach Polizeiangaben hatten etwa 50 Neonazis am Vormittag die von schätzungsweise 200 Menschen besuchte Veranstaltung auf dem Markt gestürmt. Die Angreifer gaben sich nach Angaben von Augenzeugen auf einem Plakat als „Junge Nationaldemokraten“ - die Jugendorganisation der rechtsextremen NPD - aus.

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Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD, Mitte blaues Sakko) ging dazwischen.

Quelle: dpa

Sie entrissen Schneider nach dessen Worten das Mikrofon, riefen rechte Parolen und schlugen auf Kundgebungsteilnehmer ein. Sie attackierten auch Schneider und Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD). „Ich bin noch etwas unter Schock, aber nicht verletzt“, sagte Schneider. Ein vom Oberbürgermeister spontan ausgesprochenes Platzverbot hätten die Angreifer ignoriert. Die Polizei nahm einen Teil der Gewalttäter in der Nähe einer Tiefgarage fest, wohin sie nach dem Überfall gelaufen waren. 

DGB fordert Erklärung vom Innenminister – Linken-Chefin will "harte Konsequenzen"

Die Gewerkschaften äußerten sich entsetzt. Der stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Sandro Witt, verlangte eine Erklärung von Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD). Der Überfall sei trotz Bekanntsein des Gefährdungspotenzials passiert, sagte Witt. Dies werfe Fragen auf.

Thüringens Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow forderte „harte Konsequenzen“. „Dieser Angriff zeigt den verbrecherischen Charakter der NPD, ihrer Jugendorganisation und der Neonazi-Kameradschaften“, sagte sie am Freitag laut einer Mitteilung.  Es sei an der Zeit, dass der Staat konsequent gegen solche Organisationen und „Neonazi-Gewalttäter“ durchgreife. „Das Verbot von Neonazi-Strukturen muss schnell auf die politische Tagesordnung - auch in Thüringen“, forderte Hennig-Wellsow. Bei dem Überfall wurden mehrere Menschen verletzt.

Die Thüringer Polizei war am Freitag wegen zweier Neonazi-Aufmärsche in Erfurt und Saalfeld im Großeinsatz. Bei der DGB-Kundgebung in Weimar war nach Angaben einer Polizeisprecherin ein Streifenwagen vor Ort. Der DGB hatte am 1. Mai in Thüringen zu rund 20 Veranstaltungen aufgerufen.

LVZ

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