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Rechtsterror: Polizeipanne verzögerte offenbar Zschäpes Festnahme

Rechtsterror: Polizeipanne verzögerte offenbar Zschäpes Festnahme

Eine Panne der Jenaer Polizei hat nach einem „Focus“-Bericht die Festnahme der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe verzögert. Sie habe am 8. November zunächst in einem Anruf bei der Polizei versucht, sich zu stellen - ihr Versuch sei aber erfolglos geblieben, obwohl sie bundesweit gesucht wurde und vor der Wohnung ihrer Mutter bereits eine Polizeiaktion lief, berichtete das Nachrichtenmagazin.

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Das Fahndungsfoto der Polizei zeigt die 36-jährige Beate Zschäpe

Quelle: dpa

Berlin. Sie habe nach dem Tod ihrer Komplizen und ihrer mehrtägigen Flucht an dem Morgen noch ihre Familie in Jena besuchen wollen. Wegen der dortigen Polizeipräsenz habe Zschäpe davon aber Abstand genommen und die Notrufnummer 110 gewählt. Sie meldete sich laut „Focus“ mit den Worten „Guten Tag, hier ist Beate Zschäpe“, nach der „schon seit Tagen“ gesucht werde, und versuchte zwei Minuten lang, sich zu stellen - doch der Beamte erkannte sie nicht. Auf ihren Hinweis, die ganze Stadt sei doch abgesperrt, überall stünden Polizeiautos, soll er erklärt haben, davon nichts zu wissen, worauf Zschäpe dem Bericht zufolge auflegte. Stunden später erschien sie laut „Focus“ dann zusammen mit einem Anwalt bei der Polizei, um sich zu stellen.

In der Haft soll sich Zschäpe „erleichtert“ über das Ende ihres mehr als 13-jährigen Untergrundlebens gezeigt haben. Zschäpe sowie Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt waren 1998 untergetaucht. Dem Zwickauer Neonazi-Trio Trio werden zehn Morde und mehrere Banküberfälle vorgeworfen. Mittlerweile gehen die Ermittler nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ davon aus, das auch der Kölner Sprengstoffanschlag 2004 die Tat von Mundlos und Böhnhardt war. Damals verletzte eine Nagelbombe in einer vor allem von Türken bewohnten Straße 22 Menschen.

Gegenüber Beamten habe Zschäpe über das schwierige Leben im Untergrund geklagt, schreibt der „Focus“. Sie habe keine echten Freundschaften schließen können. Die Sehnsucht nach Mutter und Großmutter sei groß gewesen. Nach dem Ende der Flucht könne sie ruhiger schlafen. Ihr sei immer klar gewesen, dass sie und ihre Komplizen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen irgendwann auffallen würden.

Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ verwaltete Zschäpe das Geld des Trios. Sie soll unter verschiedenen Aliasnamen Bargeld auf unterschiedliche Konten eingezahlt haben. Somit sei es wahrscheinlich, dass Zschäpe von den Banküberfällen gewusst habe, bei denen die beiden Männer mehr als 600.000 Euro erbeutet haben sollen.

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichten, ermitteln nun auch Schweizer Behörden gegen einen mutmaßlichen Unterstützer der Zwickauer Zelle. Es gehe um einen Mann, der den Rechtsterroristen bei der Beschaffung einer Pistole der Marke Ceska geholfen haben soll. Mit so einer Pistole hatten Mundlos und Böhnhardt acht türkischstämmige Kleinunternehmer und einen Griechen erschossen. Die Waffe sei über die Schweiz in die Hände der Zwickauer Zelle gekommen.

dpa

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