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Strecke Leipzig-Chemnitz bleibt nach Zugunglück gesperrt - Ermittlungen in alle Richtungen

Strecke Leipzig-Chemnitz bleibt nach Zugunglück gesperrt - Ermittlungen in alle Richtungen

Bad Lausick/Lauterbach. Nach dem schweren Zugunglück bei Bad Lausick haben Einsatzkräfte am frühen Mittwochmorgen mit den Aufräumarbeiten begonnen.

Mit zwei Schienenkränen und einem Hilfszug wurden nach Bahnangaben die erste beiden Waggons wieder auf Hilfsgestelle gesetzt.

„Drei Wagen sind schon in die Werkstatt gefahren“, sagte Bahnsprecherin Änne Kliem gegenüber LVZ-Online. Sie sollen in Kassel repariert werden. Dort befindet sich nach Bahnangaben ein Ausbesserungswerk, das auf größere Schäden an Dieseltriebwagen spezialisiert ist.

Der auf eine Wiese gestürzte vierte Wagen lasse sich dagegen nicht mehr reparieren. Er werde vor Ort zerlegt und anschließend verschrottet.

Beschädigungen auch an Gleisen und Kabeln

 

Nicht nur der Regionalexpress selbst ist bei dem Zugunglück am Dienstag bei Lauterbach beschädigt worden. Laut Bönisch wurde auch die Bahnstrecke in Mitleidenschaft gezogen. „Wir müssen auf 100 Metern das Gleis erneuern“, berichtete der Bahnsprecher. Dafür müssten zunächst die Schwellen entfernt und der Untergrund untersucht werden.

Auch ein Kabel sei kaputt. Durch den Defekt arbeite ein elektronisches Stellwerk nicht einwandfrei. Wie lange die Arbeiten dauern und der Unfallabschnitt gesperrt bleibt, wusste der Sprecher noch nicht. „Wir brauchen noch mindestens bis Donnerstag“, sagte er.  Der Gesamtschaden sei noch nicht zu beziffern. Während der Reparaturarbeiten muss laut Straßenverkehrsamt auch die Staatsstraße 49 in Lauterbach gesperrt werden.

Schienenersatzverkehr zwischen Leipzig und Geithain

Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet worden. So pendeln Busse zwischen Leipzig und Geithain, von dort rollen dann wieder Züge nach Chemnitz.

In Leipzig fahren die Busse an der Ostseite des Hauptbahnhofs immer zur vollen Stunde ab, 26 Minuten früher als im Zugfahrplan ausgewiesen. In Geithain starten die Busse in die Gegenrichtung dagegen planmäßig. Die Bahn empfiehlt Reisenden, von Leipzig auch einen Ausweich über Zwickau oder Riesa nach Chemnitz zu nutzen. Nach Geithain hätten die Kunden auch die Möglichkeit, mit der Mitteldeutschen Regionbahn über Borna zu fahren. Außerdem pendelten Züge zwischen Leipzig und Belgershain.

Ein Regionalexpress hatte am Dienstagmittag an einem Bahnübergang ein Auto gerammt, das nach einem Auffahrunfall mit einem Kleintransporter auf den Gleisen stand. Dabei wurden 21 Zuginsassen verletzt, sechs von ihnen schwer. Die Bundespolizei untersucht jetzt die Hintergründe des Unfalls.

Ermittlungen laufen gegen alle Beteiligten

Die Bundespolizei setzte ihre Untersuchungen zur genauen Ursache des Unglücks fort.  „Die Ermittlungen laufen momentan gegen alle Beteiligten - ob nun als Zeuge oder als Unfallverursacher“, sagte der Sprecher der Bundespolizei, Torsten Henkel. Über den tatsächlichen Unfallhergang herrsche weiterhin Unklarheit. Sicher sei nur, dass es vor dem Bahnübergang einen Auffahrunfall gab, bei dem ein Kleinwagen auf die Gleise geschoben wurde. Dessen Fahrer kam gerade noch rechtzeitig aus dem Auto heraus. Sechs schwer verletzte Insassen des Zuges waren auch am Mittwoch noch im Krankenhaus, bei keinem bestand Lebensgefahr. Der Lokführer erlitt einen Schock, musste aber nicht in einer Klinik aufgenommen werden.

Momentan gehen Polizei und Staatsanwaltschaft davon aus, dass das Unglücksauto vor der geschlossenen Halbschranke des Bahnübergangs zunächst stehenblieb, bevor ein auffahrender Transporter es auf die Schienen schob. „Wir prüfen zurzeit aber auch, ob das rote Warnsignal zum Zeitpunkt des Auffahrunfalls bereits geleuchtet hat und ob der Kleinwagen eventuell gar nicht stand, sondern langsam auf die Schranke zugerollt ist“, sagte Henkel. Anders als anfangs gedacht, war die Halbschranke aber nicht geschlossen. Die Schranke sei unbeschädigt, berichtete Henkel.

Auch über den Ablauf der Rettung des 64 Jahre alten Fahrers aus seinem Auto wurde spekuliert. Auf die Frage, ob möglicherweise der 29 Jahre alte Fahrer des Transporters den Mann vor dem heranfahrenden Zug gerettet hat, sagte Henkel: „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass ihm Passanten geholfen haben.“

Die Deutsche Bahn hat ein kostenfreies Service-Telefon unter 0800 3111111 eingerichtet. Unter der ebenfalls kostenfreien Rufnummer 0700 40030040 sind Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes rund um die Uhr für Betroffene und Angehörige erreichbar.

Matthias Roth/dpa

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