Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Streit in Eilenburg endet für 19-Jährigen tödlich - Staatsanwaltschaft ermittelt

Streit in Eilenburg endet für 19-Jährigen tödlich - Staatsanwaltschaft ermittelt

Noch ist völlig unklar, was sich genau in der Nacht zum Freitag in einem Wohnhaus in der Eilenburger Windmühlenstraße abgespielt hat. Offenbar gab es eine tätliche Auseinandersetzung, bei der ein 19-jähriger Bad Dübener ums Leben kam.

Eilenburg. Der 20-jährige Tatverdächtige aus Eilenburg wurde schwer verletzt.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig sprach am frühen Freitagmorgen lediglich davon, dass es „ein Vorkommnis“ gegeben hat. „Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Die Ermittlungen dauern an“, so Oberstaatsanwalt Ralf Korth. Erst am späten Nachmittag dann die erste offizielle Aussage. Die Ermittlungsbehörde bestätigte eine Auseinandersetzung mit mindestens zwei Beteiligten.  „Es wird ein Verfahren geführt wegen eines vorsätzlichen Tötungsdeliktes, wegen Totschlags, gegen eine Person. Der Tatverdächtige ist festgenommen. Es ist damit zu rechnen, dass noch heute oder morgen Haftantrag gestellt und der Tatverdächtige dem Haftrichter vorgestellt wird“, so der stellvertretende Pressesprecher. Offenbar handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um den Schwerverletzten, der am Freitag in eine Klinik gebracht wurde. Zum Tathergang gibt es noch keine offiziellen Angaben. Wahrscheinlich waren die beiden Männer in einer Wohnung in Streit geraten, kurz vor 2 Uhr sei der Rettungsdienst wegen eines Treppensturzes gerufen worden. Beide hätten im Treppenhaus gelegen, einer schwer verletzt, der andere bereits tot. Von Stichverletzungen ist die Rede.

phpddbd014760201111041459.jpg

Eilenburg. Noch ist völlig unklar, was sich genau in der Nacht zum Freitag in einem Wohnhaus in der Eilenburger Windmühlenstraße abgespielt hat. Offenbar gab es eine tätliche Auseinandersetzung, bei der ein 19-jähriger Bad Dübener ums Leben kam. Der 20-jährige Tatverdächtige aus Eilenburg wurde schwer verletzt.

Zur Bildergalerie

Dabei schien der Start in den Freitag ein normaler zu sein. Im Windmühlenweg ist früh am Morgen wenig los. Eine Frau geht mit ihrem Hund Gassi, eine andere schafft den Müll weg, im Nebeneingang klingelt der Paket-Bote. Alles scheint wie immer, wenn nicht vor einem Haus mehrere Einsatzfahrzeuge stehen, Polizisten in Uniform und Zivil das Gebäude betreten und verlassen würden. Ein paar Beamte durchkämmen Grünflächen, einer hat ein Metallsuchgerät dabei, sie schauen in Mülltonnen, inspizieren den Hof. Anwohner schauen verwundert, wissen aber noch nichts Genaues. „Ich hab 3.30 Uhr ein Polizei-Auto dort stehen sehen. Da habe ich mich noch gewundert. Am Morgen war dann viel los hier“, so eine 64-jährige Anwohnerin. Mitbekommen habe sie aber nichts, so wie viele andere auch. Krach und Lärm seien in dieser Gegend nichts Besonderes, berichten Nachbarn. Auch die betroffene Wohnung sei immer wieder Treffpunkt für Feten gewesen, so wie wohl auch am Donnerstagabend. Die Polizei sei bereits einige Male informiert worden. „Wir rufen aber schon gar nicht mehr an, macht doch eh keinen Sinn“, sagte ein Mann. Am Nachmittag ist das Geschehen längst Stadtteil-Gespräch: „Da läuft es einem eiskalt den Rücken herunter“, will eine Frau schnell weiter.

Erst 2010 war die Gegend in die Negativ-Schlagzeilen geraten. In Sichtweite des Tatortes liegt die Wohnung, in der im August 2010 der 19 Monate alte Lion nach massiver Gewalteinwendung zu Tode kam. Unterdessen sind mehrere Gruppen Bereitschaftspolizei angerückt und durchkämmen erneut die Gegend, auf der Suche nach weiteren Spuren. Auch ein Suchhund kommt zum Einsatz. Gulli-Deckel werden angehoben, per Leiter  klettern Beamten auf Dächer der gegenüberliegenden Garagen. Nebeneinander laufend, den Blick direkt aufs Pflaster gerichtet bewegen sich Polizisten langsam durchs Wohngebiet.

Eilenburgs Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos) war am Telefon etwas sprachlos. Dennoch rang er sich eine kurze Stellungnahme ab: „Es ist immer schlimm, wenn so etwas passiert. Besonders in der eigenen Stadt. Auch solche Taten lassen sich nicht ausschließen oder vermeiden, wie dieser traurige Fall zeigt.“

Kathrin Kabelitz / Frank Pfütze

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Mitteldeutschland
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr