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Sturz aus 64 Metern am Kraftwerk Lippendorf: Mann arbeitete offenbar ohne Seil

Sturz aus 64 Metern am Kraftwerk Lippendorf: Mann arbeitete offenbar ohne Seil

Der Mann, der am Dienstag einen 32-Meter-Sturz aus 64 Metern Höhe im Kraftwerk Lippendorf überlebte, hatte wohl gleich mehrere Schutzengel.

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Ein Arbeiter überlebte am Dienstag einen Sturz aus 64 Metern Höhe im Kraftwerk Lippendorf.

Quelle: dpa

Leipzig/Neukieritzsch. Denn nun kommt raus: Der 55-jährige Arbeiter war zum Zeitpunkt des tragischen Unglücks wohl nicht angeseilt, als er in den Abgrund fiel. Die Unfallforscher setzen ihre Ermittlungen zum Hergang fort, um den ungewöhnlichen Fall aufzuklären.

Der Mitarbeiter einer externen Dienstleistungsfirma aus Cottbus war gegen 17 Uhr auf einer Bühne an einem der Kraftwerkskessel mit Reinigungsarbeiten beschäftigt. Es existieren dann allerdings zwei Varianten, wie sich der Arbeitsunfall abgespielt haben könnte: „Der Mann hat wohl eine Absperrung überstiegen, die er nicht hätte übersteigen dürfen, weil er dafür keinen Arbeitsauftrag hatte und dementsprechend nicht gesichert war“, sagt Jana Klein, Sprecherin der Landesdirektion Leipzig. Die Behörde ist zuständig für die Überwachung des Arbeitsschutzes in Sachsen.

Ein zweites Szenario der Landesdirektion zum möglichen Unfallhergang geht davon aus, dass der Mann durch die Luke der Arbeitsbühne gerutscht sei, als er mit einem Industriesauger hantierte. „Das kann Unachtsamkeit gewesen sein oder er hat das Gleichgewicht verloren – bis jetzt sind das aber nur Annahmen“, so Klein. Der Mann blieb nach dem rasanten Fall in 32 Meter Tiefe liegen. Gerüste hatten ihn abgefedert und die Wucht des Sturzes anscheinend gedämpft.

Der Verunglückte erlitt mehre Frakturen an Beinen, Händen und Rippen und war ansprechbar. Sanitäter brachten ihn in ein Bornaer Krankenhaus, wo er bereits ein erstes Mal vernommen wurde, teilte ein Polizeisprecher in Leipzig mit. Offenbar hatte niemand das Unglück beobachtet. Der Kraftwerksbetreiber Vattenfall hatte am Mittwoch in einer kurzen Erklärung den Unfall kommentiert, wollte aber zunächst keine weitere Stellungnahme abgeben. Auch der Geschäftsführer der Cottbuser Fremdfirma, bei welcher der Mitarbeiter beschäftigt war, erklärte: „Wir werden uns erst äußern, wenn die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen sind.“

bw

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