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Terrorverdächtiger sitzt in Leipziger Zelle – Identität steht fest

Nach Einsatz in Borsdorf Terrorverdächtiger sitzt in Leipziger Zelle – Identität steht fest

Jetzt steht fest: Bei dem Terrorverdächtigen aus dem Flüchtlingsheim in Borsdorf handelt es sich um einen 24 Jahre alten Mann aus Marokko. Das bestätigte die Dresdner Staatsanwaltschaft am Dienstag.

Polizeieinsatz im Asylbewerberheim Borsdorf.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Jetzt steht fest: Bei dem Terrorverdächtigen aus dem Flüchtlingsheim in Borsdorf handelt es sich um einen 24 Jahre alten Mann aus Marokko. Das bestätigte Steve Schulze-Reinhold, Sprecher der federführenden Dresdner Staatsanwaltschaft, gegenüber LVZ.de. Zunächst lagen widersprüchliche Angaben zu dem Mann vor. Bisher waren die Ermittler von einem 25-Jährigen ausgegangen. Auch die Herkunft des Verdächtigen blieb anfangs im Dunkeln. Laut Schulze-Reinhold gab es auch Hinweise auf einen Libyer. „Der Mann hatte im Asylverfahren unterschiedliche Angaben gemacht“, so der Behördensprecher.

Händeringend tragen die Beamten des Landeskriminalamtes (LKA) nun weitere Hinweise und Daten zusammen. Laut Staatsanwaltschaft werden sie dabei auch vom Bundeskriminalamt (BKA) unterstützt. „Beide Behörden sitzen an dem Fall“, so Schulze-Reinhold. Das BKA hatte am Montag noch erklärt, sich im Hintergrund halten zu wollen.

Keine Angaben machten die Beamten darüber, ob sich Mohamed B.-H. bisher zu den Terrorvorwürfen geäußert hat. Auch über mögliche Mittäter ist nichts bekannt. Der Staatsanwaltschaft zufolge sitzt der Verdächtige nach wie vor in Leipzig im Polizeigewahrsam. Das Amtsgericht hatte die vorsorgliche Unterbringung in einer Zelle für zwei Wochen genehmigt. Spätestens bis zum Ablauf dieser Frist müssen ausreichende Verdachtsmomente gegen den 24-Jährigen vorliegen, um einen Haftbefehl zu erlassen. Andersfalls wird er wieder auf freien Fuß gelassen.

In der Nacht zu Samstag gab es in Borsdorf bei Leipzig einen Anti-Terror-Einsatz in einer Flüchtlingsunterkunft. Fotos: LVZ

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Knackpunkt bei der Beweislage sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen die Ermittlungen des Verfassungsschutzes. Der Inlandsnachrichtendienst hatte in der vergangenen Woche offenbar die entscheidenden Hinweise zu dem Borsdorfer Flüchtling geliefert und damit den Polizeieinsatz am Sonnabend ins Rollen gebracht. Damit wurde mutmaßlich ein Anschlag verhindert.

Das Problem im Nachgang ist es allerdings, diese konkreten Pläne dem Täter auch nachzuweisen. Ein Ermittler: „Der Schutz von Leib und Leben überwiegt gegenüber der Strafverfolgung.“  Es dürften keine Menschen bei einem möglichen Anschlag in Gefahr gebracht werden, um einen Attentäter dauerhaft hinter Schloss und Riegel zu bringen.

Der Marokkaner war in der Nacht zu Sonnabend festgenommen worden. Laut Staatsanwaltschaft hat er einen Anschlag auf die russischen Botschaft in Berlin unweit des Brandenburger Tors geplant. Am Montag wurde zunächst stundenlang über die Zuständigkeit der Leipziger oder Dresdner Ermittler diskutiert. Der Fall wurde von den Beamten in der Messestadt schließlich in die Landeshauptstadt abgegeben, weil dort solche Fälle die den Staatsschutz betreffen, ausschließlich bearbeitet werden.

Von Matthias Roth

Borsdorf 51.348264 12.543149
Borsdorf
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