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Teuer und verfügbar: Buntmetall als Diebesgut in Sachsen gefragt

Teuer und verfügbar: Buntmetall als Diebesgut in Sachsen gefragt

Um mehr als das Vierfache ist die Zahl der Buntmetalldiebstähle in Sachsen in den vergangenen Jahren gestiegen. 2009 wurden nach Angaben des Landeskriminalamts noch knapp 1150 Fälle registriert - 2012 waren es weit über 5000. Grund sind die hohen Rohstoffpreise und die Verfügbarkeit von Metall im öffentlichen Raum, die die Kriminellen auf gute Geschäfte bei vergleichsweise geringem Risiko hoffen lassen.

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Der Diebstahl von Buntmetall nimmt in Sachsen zu.

Quelle: dpa

Dresden. Und die Diebe werden immer dreister, wie die Diebstähle der vergangenen Wochen etwa auf Friedhöfen in Dresden zeigen. Aber auch bei den Metallhändlern selbst häufen sich die Fälle.

„Unsere Betriebe werden selbst im massiven Maße bestohlen, und zwar im letzten halben Jahr sogar noch verstärkt mit einer Schadenssumme von sage und schreibe rund 500 000 Euro im Monat bundesweit“, sagt Ralf Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Metallhändler. Er sieht internationale Banden am Werk. „Auch bei den Kleindiebstählen haben wir mittlerweile diese Erfahrung. Vieles ist organisierte Kriminalität, gerade wenn es um Bronzestatuen, Platten und andere Dinge etwa auf Friedhöfen geht. Da gehe ich davon aus, dass es irgendwo in Containern landet und dann mit einer falschen Deklaration irgendwohin nach Asien geht.“

Dass deutsche Metallhändler unbewusst Diebesgut annehmen, glaube er nicht. Dazu seien die „Stoffströme“ einfach zu gut nachvollziehbar. „Das heißt, die Unternehmen überprüfen und dokumentieren, wer ist mein Lieferant. Und es wird dokumentiert, welche Menge wird angeliefert. Und als drittes wird eine Schlüssigkeitsprüfung gemacht“, sagt Schmitz. So sei es beispielsweise auffällig, wenn ein Privatmann mit drei Tüten Kupfergranulat komme. „Dann müssen Sie sich als seriöser Händler fragen, kann er so etwas überhaupt haben als Privatmann.“

Nur knapp ein Viertel der 2011 registrierten 5551 Fälle von Metalldiebstahl in Sachsen wurden nach LKA-Angaben aufgeklärt. Immer wieder wird die Polizei zu Tatorten gerufen, an denen Metalldiebe beispielsweise an leerstehenden Häusern Regenrinnen abgebaut und Kabel- und Rohrleitungen aus den Wänden gerissen haben. Besonders betroffen seien neben den privaten Haushalten vor allem die Bahn sowie Energie- und Bauunternehmen, erklärt LKA-Sprecher Tom Bernhardt.

Die Deutsche Bahn hat seit Jahren mit den Metalldieben zu kämpfen, auch wenn die Zahlen im vergangenen Jahr erstmals wieder leicht rückläufig waren. Geklaut werde vor allem in Ostdeutschland, was möglicherweise an der weniger ausgelasteten Verkehrsinfrastruktur und der Nähe zu Osteuropa liege, heißt es in einer Unternehmensmitteilung zum Buntmetalldiebstahl. 465 Fälle wurden demnach 2012 allein im Freistaat registriert; bundesweit lag die Schadenssumme nach Bahnangaben bei 17 Millionen Euro.

Die Bahn führt die jetzt erstmals wieder gesunkenen Fallzahlen auf eine erfolgreiche Strategie gegen die Metalldiebe zurück. So werde mehr Sicherheitspersonal eingesetzt, außerdem komme zunehmend sogenannte künstliche DNA zum Einsatz, mit der etwa Kupferkabel und andere Buntmetalle unsichtbar markiert würden. Zudem habe man die Metallhändler für Diebesgut sensibilisiert, um den Absatz des Diebesguts zu erschweren.

Solche Schutzmaßnahmen gegen Metalldiebe werden auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Dresden nicht erwogen. „Es ist ja kaum noch etwas da“, konstatiert die Verwaltungsleiterin der Jüdischen Gemeinde, Johanna Stoll. Seit Anfang des Monats haben Metalldiebe bereits mehrmals zugeschlagen, wie auch schon auf dem benachbarten Trinitatisfriedhof wurden Bronzeplatten mit Inschriften, Skulpturen und Metall-Ornamente gestohlen. Betroffen war auch das Grab des berühmten Dresdner Bankiers Georg Arnhold. Schon während der Nazi-Herrschaft waren nach Angaben Stolls auf dem jüdischen Friedhof viele Bronzeteile weggeholt worden. Nun denke man darüber nach, die jüngst gestohlenen Teile durch Metallimitate zu ersetzten.

Dass sich absehbar etwas an der Problematik ändert, etwa durch schwankende Rohstoffpreise, glaubt Händlerverbandsgeschäftsführer Schmitz nicht: „Die Buntmetallpreise sind seit Jahren auf hohem Niveau. Und ob die Tonne nun 7000 Euro oder 10 000 Euro kostet, das ändert nichts daran, dass es insgesamt sehr, sehr teuer ist.“

dpa

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