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Unglücksbus war zu schnell unterwegs - Ermittlungen gegen Fahrer

Verdacht der fahrlässiger Tötung Unglücksbus war zu schnell unterwegs - Ermittlungen gegen Fahrer

Was zu dem schweren Busunglück bei Erfurt geführt hat, können die Ermittler auch drei Tage danach noch nicht sicher sagen. Fest steht aber: Der Fahrer fuhr zu dem Zeitpunkt schneller als erlaubt.

Der Fahrer des Unglücksbusses war zu schnell unterwegs.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Erfurt/Annaberg-Buchholz.  Der bei Erfurt schwer verunglückte Reisebus mit einer sächsischen Schülergruppe an Bord war zu schnell unterwegs. Gegen den 35 Jahre alten Fahrer aus Österreich werde wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, Hannes Grünseisen, am Montag. Eine Auswertung des Fahrtenschreibers habe eine Geschwindigkeit von 119 Stundenkilometern ergeben; erlaubt ist Bussen auf Autobahnen maximal Tempo 100.

Die genaue Ursache für den Unfall am Freitag sei damit aber noch nicht erklärt, betonte Grünseisen. Der Bus war am Freitagnachmittag auf der Autobahn 4 in Richtung Dresden nach einem Überholmanöver nach rechts von der Straße abgekommen, in eine Böschung gefahren und umgekippt. Ein vierjähriger Junge starb, Dutzende Insassen wurden verletzt - 25 von ihnen so schwer, dass sie ins Krankenhaus mussten.

Im Bus saßen Achtklässler aus Annaberg-Buchholz und ihre Betreuer. Sie waren auf der Rückfahrt von einer Sprachreise in England. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Fahrer keinen Alkohol getrunken. Die vorgeschriebenen Pausen habe er eingehalten. Der Mann war am Samstag von Ermittlern vernommen worden. Zum Inhalt seiner Aussagen wollte Grünseisen keine Angaben machen. Einen Haftgrund gebe es nicht, so dass der Fahrer auf freiem Fuß bleibe.

Die Klärung der genauen Unfallursache wird den Angaben zufolge noch eine Weile dauern. Ein Gutachter hat die Spuren an der Unfallstelle analysiert und nimmt den Unglücksbus auf etwaige technische Mängel hin unter die Lupe. Das Gutachten werde erst in einigen Wochen oder Monaten vorliegen, hieß es. Zudem sollen weitere Zeugen befragt werden. Die Polizei hofft - neben Angaben der Businsassen - auf Hinweise anderer Verkehrsteilnehmer, die sich bei der Thüringer Autobahnpolizei melden können.

In der betroffenen Schule in Annaberg-Buchholz sollte am Montag der Unterricht noch nicht wie gewohnt weitergehen. Stattdessen waren Betreuung und Gespräche für alle Klassen vorgesehen. Dafür sollten neben den Lehrern auch Pfarrer, Seelsorger und eine Schulpsychologin bereit stehen.

Von LVZ

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