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Verbrannte Frauenleiche in Zwickau - Angeklagter von Festnahme überrascht

Verbrannte Frauenleiche in Zwickau - Angeklagter von Festnahme überrascht

Im Fall der im Februar getöteten und später verbrannten 23-jährigen Zwickauerin muss sich der Angeklagte seiner Sache ziemlich sicher gewesen sein. Nach Angaben des Ermittlers, der die erste Vernehmung geführt hatte, war der damalige Radio-Praktikant fünf Tage nach der Tat „sehr überrascht“ von der schnellen Festnahme.

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Der Angeklagte wird am Donnerstag (13.10.2011) im Landgericht Zwickau zur Anklagebank geführt.

Quelle: dpa

Zwickau. Er habe auch nicht den Eindruck vermittelt, dass er nun sein Gewissen erleichtern wollte, schilderte der Polizist am Mittwoch als Zeuge vor dem Landgericht Zwickau.

In dem seit dem 13. Oktober laufenden Prozess wird dem inzwischen 27-Jährigen Mord und versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Laut Anklage tötete er die Frau, nachdem sie einen „One-Night-Stand“ mit ihm abgelehnt hatte, in den Morgenstunden des 12. Februar. Sie erstickte an Blut und Erbrochenem.

Am 17. Februar hatte der Polizeibeamte den gelernten Gebäudereiniger, der die Aussage wie schon die gesamte Beweisaufnahme teilnahmslos und beinahe ohne Regung verfolgte, zum ersten Mal verhört. „Einen Rechtsanwalt brauche ich jetzt nicht“, habe sein Gegenüber damals gesagt - und das Geschehene dann als tragischen Unfall darzustellen versucht: Die Frau sei gestürzt und habe am Hinterkopf geblutet. Im weiteren Gesprächsverlauf habe sich der gebürtige Zwickauer dann um seine Lebensplanung gesorgt, die nun „futsch“ sei - „vor allem seine berufliche Zukunft beim Radio“, wie sich der Polizist erinnert.

Zu Verhandlungsbeginn hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt, aber eine Tötungsabsicht bestritten. Er räumte ein, die Frau angesprochen und aus Verärgerung über die abweisende Reaktion und einen Schubser anschließend mit einem Schlüsselband gewürgt zu haben. Danach habe er sie auf den Beifahrersitz eines Autos geschnallt, sie zu sich nach Hause gebracht und erst dort festgestellt, dass sie tot sei. Daraufhin habe er sich sexuell an der Leiche vergangen, bevor er sie eine Nacht später in einem Waldstück bei Crimmitschau mit Benzin übergoss und anzündete.

Eine Autofahrerin hatte damals die Flammen bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Durch die schnellen Löscharbeiten blieben Spermaspuren erhalten. Diese überführten schließlich den Tatverdächtigen, der zuvor wegen einer Vorstrafe als Brandstifter Eingang in die bundesweite DNA-Datenbank gefunden hatte.

Zum Tatzeitpunkt war er als Praktikant eines Radiosenders auch an der Berichterstattung über das Verbrechen beteiligt. So soll er als Reporter etwa an der letzten Arbeitsstelle des als Ergotherapeutin arbeitenden Opfers, einem Seniorenheim, aufgetaucht sein und auch mindestens ein Statement zu dem Fall persönlich bei der Polizei eingeholt haben.

Nach seiner Festnahme verwendete er gegenüber den Ermittlern zudem den Spitznamen der jungen Frau - und erweckte dadurch den Eindruck, dass er sein Opfer gekannt habe. Offenkundig hatte er die Koseform jedoch - in eigenem Interesse - recherchiert, als er kurz nach der Tat in der Wohnung der Toten war und persönliche Sachen von ihr an sich nahm. Im ersten Polizei-Verhör hatte er noch behauptet, mit der Frau zwei Tage vor der Tat intim gewesen zu sein, beim Zusammentreffen auf offener Straße am 12. Februar solle sie dies dann als Fehler bezeichnet haben. Von dieser Version nahm er später Abstand, wie ein zweiter Polizist am Mittwoch im Zeugenstand bestätigte. Der Prozess wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt.

Tino Moritz, dpa

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