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Wieder rechte Gewalt gegen Flüchtlinge in Sachsen und Sachsen-Anhalt

In Freital, Magdeburg und Jena Wieder rechte Gewalt gegen Flüchtlinge in Sachsen und Sachsen-Anhalt

In Sachsen werden an einem Wochenende drei Anschläge auf bewohnte und mögliche neue Flüchtlingsunterkünfte verübt. Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen kommt es zu mehreren Übergriffen auf Flüchtlinge.

Im sächsischen Freital hat es in den vergangenen Monaten immer wieder Demonstrationen und Angriffe auf Flüchtlinge gegeben. (Archivbild)

Quelle: dpa

Dresden/Magdeburg. Bei einem Anschlag auf eine Asylbewerberwohnung in Freital bei Dresden ist ein Mensch leicht verletzt worden. Der 26 Jahre alte Syrer habe Schnittwunden an der Stirn erlitten, als in der Nacht zum Sonntag vor seinem Schlafzimmerfenster eine Sprengladung explodiert sei, teilte das für extremistische Straftaten zuständige Operative Abwehrzentrum OAZ mit. Ein rechtsextremistischer Hintergrund sei „sehr wahrscheinlich“.

Ermittelt werde ebenfalls wegen zwei Bränden, die in der Nacht zum Samstag in zwei möglichen neuen Unterkünften ausgebrochen waren. Zumindest in einem Fall geht das OAZ von Brandstiftung aus. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) verurteilte den „feigen und kaltblütigen Angriff“ von Freital aufs Schärfste. „Die feigen Brandstifter müssen wissen, dass für sie kein Platz in unserer Gesellschaft ist und sie für ihre Taten empfindlich bestraft werden.“

Vor diesem Gebäude in Freital ist der Sprengsatz explodiert

Vor diesem Gebäude in Freital ist der Sprengsatz explodiert. Darin leben mehrere Asylbewerber

Quelle: dpa

Bei dem in Freital benutzten Sprengsatz habe es sich um in Deutschland nicht zugelassene Pyrotechnik gehandelt, sagte eine OAZ-Sprecherin. Drei Fenster seien zerstört worden. Die Täter hätten schwere Verletzungen oder gar Schlimmeres billigend in Kauf genommen, meinte Ulbig. „Es ist nur einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass die äußeren Verletzungen bei einem Asylbewerber gering waren. Allerdings kann man nur erahnen, welch Schock und psychische Belastung es für die Bewohner sein muss.“

Brände in geplanten Asylunterkünften

Die „Saat des Hasses und der Intoleranz“ gehe auf, meinte die asylpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Petra Zais, bereits am Samstag nach Bränden in zwei möglichen Flüchtlingsunterkünften.

Während die Polizei im Falle des leerstehenden Hotels in Dresden noch wegen des Verdachts auf Brandstiftung ermittelt, scheint bei dem Feuer in Dippoldiswalde (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) festzustehen, dass es gelegt wurde.

Beide Brände waren am frühen Samstagmorgen ausgebrochen. Beide Gebäude waren Medienberichten zufolge als Asylbewerberunterkünfte im Gespräch. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden wird allein bei den Wohncontainern auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt.

Angriff mit Baseballschlägern in Magdeburg

Auch in Sachsen-Anhalt hat es am Wochenende mehrere Übergriffe auf Flüchtlinge gegeben. In Magdeburg waren haben bis zu 30 Unbekannte mit Baseballschlägern bewaffnet drei Asylbewerber angegriffen und verletzt. Ein 24-jähriger mutmaßlicher Täter wurde vorläufig festgenommen, wie die Polizei am Sonntag in Magdeburg mitteilte.

Den Angaben zufolge hatten zivile Polizeibeamte am frühen Sonntagmorgen den Angriff von 20 bis 30 dunkel gekleideten Personen auf die aus Syrien stammenden Männer beobachtet. Als die Beamten einschritten, flüchteten die Angreifer in verschiedene Richtungen. Einer der Täter bedrohte die Polizisten mit einem Schlagstock. Nachdem diese sich mit Pfefferspray zur Wehr setzten, floh auch er.

Die Opfer des Überfalls, zwei 26 und ein 35 Jahre alter Syrer, mussten mit Prellungen und Verletzungen im Gesicht ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung, schweren Landfriedensbruchs, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Streitereien in Oschersleben

In Oschersleben sollen verfassungsfeindliche Parolen gerufen und sich mit Flüchtlingen gestritten haben. Sicherheitskräfte nahmen die stark betrunkenen Tatverdächtigen in der Nacht zum Freitag vorläufig fest, wie die Polizei mitteilte. Nach Zeugenaussagen waren sie kurz zuvor an einer Auseinandersetzung in unmittelbarer Nähe von Wohnungen von Asylbewerbern beteiligt. Dabei sollen auch Böller geworfen worden sein.

Die beiden 23-Jährigen sowie ihr 32-jähriger Begleiter setzten sich so stark zur Wehr, dass die Beamten den Angaben zufolge Pfefferspray einsetzen und einen der Männer fesselten mussten. Ein Feuerwerkskörper wurde sichergestellt.

Die betrunkenen Tatverdächtigen kamen in der Nacht wieder auf freien Fuß und sollten alsbald nüchtern vernommen werden. Der 32-Jährige ist der Polizei wegen ähnlicher Vorfälle bereits bekannt, wie ein Sprecher sagte.

Syrer in Jena zusammengeschlagen

Ein 27-jähriger Syrer ist am Sonntagmorgen in Jena zusammengeschlagen worden. Wie die Polizei mitteilte, sollen drei Männer an einer Straßenbahnhaltestelle auf ihn eingeschlagen und eingetreten haben, so dass er zu Boden ging. Anschließend seien sie unerkannt geflüchtet. Das Opfer erlitt den Angaben nach leichte Verletzungen, die in der Notaufnahme behandelt wurden. Um die genauen Hintergründe der Tat zu klären, sucht die Polizei mögliche Zeugen.

Von LVZ

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