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Zahl der Toten des Busunglücks bei Dresden steigt auf elf – keine Überlebenden im Kleinbus

Zahl der Toten des Busunglücks bei Dresden steigt auf elf – keine Überlebenden im Kleinbus

Nach dem schweren Busunglück in Dresden mit inzwischen elf Toten konzentrieren sich die Ermittler auf die Auswertung von Spuren an den Wracks und Zeugenaussagen.

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Die Zahl der Toten des schweren Busunglücks auf der Autobahn 4 in Dresden ist auf elf gestiegen. Auch der letzte Insasse des Kleinbusses ist gestorben.

Quelle: dpa

Dresden. Parallel laufen die Ermittlungen gegen den Fahrer des polnischen Reisebusses weiter, der Samstagnacht auf einen Reisebus aus der Ukraine aufgefahren war. Die Zahl der Todesopfer stieg nach Angaben der Behörden auf elf, nachdem am Montag auch der letzte der neun Insassen des Kleinbusses gestorben war.

Die Untersuchung der Wracks und Überreste der beteiligten Fahrzeuge soll nach der Spurensicherung in dieser Woche beginnen. Die Behörden ermitteln auch weiter gegen den polnischen Busfahrer wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 44-Jährige übermüdet am Steuer saß. Einen Haftbefehlsantrag wegen Fluchtgefahr hatte das Amtsgericht abgewiesen. Der Mann war nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht und polizeilich überwacht worden. Angaben über den aktuellen Aufenthaltsort machen die Behörden nicht. Die Firma des Unglücksbusses hat nach Angaben polnischer Behörden in der Vergangenheit mehrfach gegen Arbeitszeit- und Pausenregeln verstoßen.

Acht Tote sind bereits zweifelsfrei identifiziert. Dabei handelt es sich um drei Frauen im Alter von 38, 49 und 75 Jahren sowie fünf 32, 36, 38, 39 und 56 Jahre alte Männer aus Polen. Eine Frau und ein Mann saßen in dem polnischen Bus, dessen Auffahrunfall die Katastrophe ausgelöst hatte.

Der Doppeldecker war erst auf einen Reisebus aus der Ukraine geprallt und dann über die Autobahn geschleudert worden. Das Fahrzeug hatte die Leitplanken durchbrochen, war im Gegenverkehr in den Kleinbus gerast, eine Böschung hinuntergestürzt und hatte sich überschlagen. 69 Fahrgäste wurden mit Brüchen, Schürfwunden oder Prellungen in Krankenhäuser gebracht, darunter vier Ukrainer. 30 wurden inzwischen entlassen, weitere sind selbstständig abgereist, wie der Amtsleiter der Dresdner Feuerwehr, Andreas Rümpel, berichtete. „34 befinden sich noch in Krankenhäusern.“

Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Sven Morlok (FDP) sprach in Schreiben an die Präsidenten Polens und der Ukraine im Namen des Freistaats das Beileid aus. Zugleich versicherte er allen Verunglückten, deren Angehörigen und Hinterbliebenen seine Anteilnahme und wünschte den Verletzten baldige Genesung.

Die beschlagnahmten Fahrzeuge sollen nun von Fachleuten überprüft werden. „Es geht darum, technische Mängel festzustellen und auszuschließen“, sagte der Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft, Lorenz Haase. Zudem werden Brems- und Lenkverhalten analysiert sowie Geschwindigkeiten berechnet.

Das Verkehrsministerium wies Zweifel an der Sicherheit der Leitplanken zurück. „Die Leit- und Schutzeinrichtungen an den sächsischen Autobahnen entsprechen den geltenden technischen Regelwerken. Dies gilt natürlich auch für die in Rede stehende Unfallstelle an der BAB 4“, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Der Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann, hatte am Wochenende kritisiert, dass der Bus durch die Leitplanke brechen konnte. Diese müsse eigentlich so ausgelegt sein, dass sie auch diese Wucht aushalte.

Bus-Firma verstieß mehrfach gegen Arbeitszeitregeln

Nach Angaben polnischer Behörden hat die Firma des Unglücksbusses schon häufiger gegen Arbeitszeit- und Pausenregeln verstoßen. Zwischen Juli 2013 und Februar 2014 seien die Arbeitsbedingungen in drei Tochterfirmen des Unternehmens kontrolliert worden, sagte Lukasz Smierciak von der zuständigen Aufsichtsbehörde in Oppeln (Opole) am Montag. „Wir haben Unregelmäßigkeiten bei den Arbeitszeiten der Fahrer, den Pausen und den Erholungszeiten festgestellt.“ So habe ein Fahrer sieben Stunden und 58 Minuten ununterbrochen hinter dem Steuer gesessen; erlaubt seien maximal viereinhalb Stunden. Während die wöchentlichen Ruhezeiten zwischen Langstreckeneinsätzen 48 Stunden betragen sollten, seien in einigen Fällen die Fahrer nach 13 beziehungsweise knapp 18 Stunden wieder im Einsatz gewesen. In anderen Fällen hätten die Fahrer durchgehend mehrere Wochen lang an den Wochenenden ohne Ausgleich gearbeitet.

dpa

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