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Amazon in Leipzig wird am Montag wieder bestreikt - Wichtiger Termin droht zu platzen

Amazon in Leipzig wird am Montag wieder bestreikt - Wichtiger Termin droht zu platzen

Der Ausstand bei Amazon geht in die zweite Runde: Für Montag hat die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter im Leipziger Versandzentrum erneut zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

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Beschäftigte des Internet-Versandhändlers Amazon beim Streik am 14. Mai dieses Jahres in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Für den Online-Versandriesen wird das zum Problem: Ausgerechnet am Nachmittag will Amazon Kommunalpolitiker aus der Region durch den Standort führen. Der Termin steht jetzt auf der Kippe.

Mehrere Dutzend rot-weißer Warnbaken ließen beim Leipziger Amazon-Management die Alarmglocken läuten: Bereits am Freitag waren die Baken direkt vorm Versandzentrum entlang der Torgauer Straße aufgestellt worden, zunächst noch auf den Grünstreifen. Was das solle? Man bereite schon einmal die halbseitige Straßensperrung vor, die Verdi für Montag beantragt habe, hörten die verunsicherten Amazon-Manager.

Bilder vom letzten Streik bei Amazon in Leipzig:

Was das bedeutet, war sofort klar: Montag wird wieder gestreikt. Und zwar ganztägig in beiden Schichten, wie Verdi-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago am Sonntag bestätigte. Bereits beim ersten Streik vor knapp zwei Wochen hatte die Gewerkschaft eine Fahrspur der Torgauer Straße sperren lassen, damals aber noch penibel darauf geachtet, erst in der Nacht unmittelbar davor mit dem Aufbau zu beginnen. Dieses Mal ist Amazon vorgewarnt - und trommelte nach LVZ-Informationen noch am Freitag seine Mitarbeiter zu einer Versammlung zusammen.

Medien unerwünscht

Grund für die Hektik: Ausgerechnet am Montag erwartet Amazon hohen Besuch. Für 16 Uhr hat der Online-Händler Kommunalpolitiker aus der Region eingeladen. Zweieinhalb Stunden lang wollen Standortleiter Dietmar Jüngling und Regionaldirektor Armin Cossmann sie durch das Leipzig Versandzentrum führen und sich auch den Fragen der Politiker stellen. Das geht aus der Einladung hervor, die der LVZ vorliegt. Medien sind ausdrücklich nicht erwünscht.

Der Termin könnte nun ausfallen. Streikposten vor dem Eingang passen dem Versandriesen offenbar nicht ins Bild. Den Zeitpunkt für den zweiten Streik hatte Verdi denn auch mit Bedacht gewählt: "Wir wollen zeigen, dass bei Amazon keine heile Welt herrscht, sondern eine große Unzufriedenheit über die Arbeitsbedingungen", sagte Lauenroth-Mago mit Blick auf den Besuch der Politiker.

Das will Amazon offenbar verhindern. Noch am Freitag seien die Eingeladenen informiert worden, dass man den Termin womöglich verschieben müsse, erfuhr die LVZ aus Teilnehmerkreisen. In der deutschen Amazon-Zentrale in München war am Wochenende niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

"Inakzeptabler Zustand"

Mit der Aktion heute will Verdi den Druck im festgefahrenen Tarifstreit erhöhen - und den Versandriesen an den Verhandlungstisch zwingen. Die Gewerkschaft will durchsetzen, dass Amazon den Tarif für den Einzel- und Versandhandel übernimmt. "Der tariflose Zustand beim Branchenprimus des Versandhandels ist inakzeptabel", sagte Lauenroth-Mago. Amazon lehnt schon die Aufnahme von Tarifgesprächen ab. Bisher orientiert sich das Unternehmen an der niedrigeren Bezahlung in der Logistikbranche.

Am ersten Streiktag bei Amazon vor zwei Wochen hatten sich in Leipzig nach Verdi-Angaben 600 der 2100 Mitarbeiter beteiligt. Zeitgleich hatten laut Gewerkschaft im Versandzentrum Bad Hersfeld in Hessen 1100 die Arbeit niedergelegt. Amazon sprach von weniger als 750 Teilnehmern an beiden Standorten. Für das Unternehmen war es der erste Streik in Deutschland.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.05.2013

Frank Johannsen

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