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An ihm schieden sich in Leipzig die Geister – Ex-Baulöwe Jürgen Schneider erneut angeklagt

An ihm schieden sich in Leipzig die Geister – Ex-Baulöwe Jürgen Schneider erneut angeklagt

Der wegen Milliardenbetrugs verurteilte Ex-Baulöwe Jürgen Schneider soll erneut vor Gericht. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat den 79-Jährigen wegen gewerbsmäßigen Betrugs in sechs Fällen angeklagt.

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Jürgen Schneider (Archivfoto aus dem Jahr 2000).

Quelle: Volkmar Heinz

Bonn/Leipzig. In den 90er Jahren hatte sich der Immobilienguru in Leipzig als Retter vieler historischer Bauten einen Namen gemacht. Sein auf Lügen basierendes Engagement in der Messestadt wurde ihm zum Verhängnis.

Bei der aktuellen Anklage handelt es sich um Vorgänge aus den Jahren 2008/2009 mit einem Gesamtschaden von 108.000 Euro, sagte Behördensprecher Fred Apostel am Donnerstag. Laut Anklage soll Schneider sich mit Vertretern von Firmen oder Fondsgesellschaften im ehemaligen Gästehaus des Bundes auf dem Petersberg getroffen haben, angeblich um in Investmentgeschäfte einzusteigen. Dabei soll er vorgegeben haben, aus dem von ihm verwalteten Familienvermögen seiner Frau Darlehen von mehreren Millionen Euro investieren zu wollen. Tatsächlich aber sei er, so die Staatsanwaltschaft, weder bereit noch in der Lage gewesen, das Geld zu zahlen.

Fotos von Schneiders Leipziger Immobilien:

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Bonn/Leipzig. Der wegen Milliardenbetrugs verurteilte Ex-Baulöwe Jürgen Schneider soll erneut vor Gericht. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat den 79-Jährigen wegen gewerbsmäßigen Betrugs in sechs Fällen angeklagt. In den 90er Jahren hatte sich der Immobilienguru in Leipzig als Retter vieler historischer Bauten einen Namen gemacht. Sein auf Lügen basierendes Engagement in der Messestadt wurde ihm zum Verhängnis.

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Stattdessen habe Schneider von den Firmen vorab Sicherheiten gefordert, als Bearbeitungsgebühr oder als Zeichen, dass man an das Projekt glaube. In drei Fällen wurde gezahlt, unter anderem zahlte eine Spielbank vorab 67.000 Euro. Schneider behielt das Geld, ohne seine versprochenen Investitionen zu tätigen.

Schneider bereits 1997 verurteilt

Schneider war 1997 vom Landgericht Frankfurt wegen Betruges in Milliardenhöhe zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Davon musste er zwei Drittel absitzen. „Leipzig war mein Waterloo", sagte Schneider 2009 der Leipziger Volkszeitung. Anfang der 90er kam der gebürtige Hesse in die Messestadt, und verliebte sich in die wie er sagte „bauliche Schönheit im Dornröschenschlaf." Als er 1991 begann eine Immobilie nach der anderen zu kaufen, hatte er in den alten Bundesländern bereits einen Schuldenberg von fast zwei Milliarden D-Mark. Schneider war Meister im flunkern, betrog die Banken, stellte fehlerhafte Rechnungen auf.

In Leipzig entwickelte er eine ungewöhnliche Kaufwut: Neben Edelimmobilien wie Barthels Hof und dem Fürstenhof erwarb er unter anderem 60 Prozent der Mädlerpassage, das Romanushaus und den Zentralmessepalast. Seine große Leidenschaft gehörte den Durchgangsverbindungen und Höfen der City. Er besaß am Ende ein Zehntel der Innenstadt. Das Geld dafür besorgte sich Schneider bei mindestens 22 Banken.

Leipzig wird Schneider zum Verhängnis

Als die Immobilienbranche in die Krise geriet, brach sein Kartenhaus aus Lügen in Leipzig zusammen. „Hier habe ich nicht nur mein Herz verloren an die vielen schönen alten Häuser, sondern auch sehr viel Geld.“ Die Banken ließen sich jedoch jahrelang von ihm blenden und beschwatzen. Der Bauguru hatte über lange Zeit Mietverträge und Baupläne gefälscht. Beim Zusammenbruch seines Imperiums hinterließ Schneider bei über 50 Banken einen Schuldenberg von 5,4 Milliarden D-Mark, der sich nach dem Verkauf der meisten Immobilien um die Hälfte verringerte. „Ich wunderte mich selbst, dass es so einfach war“, sagte Schneider beim Prozess 1997. In seiner Biographie schrieb er versöhnlich: „Es gibt guten Grund zur Hoffnung, dass die Anerkennung der bleibenden Werte, die ich vor allem in Frankfurt und Leipzig hinterlassen habe, auf langer Sicht schwerer wiegt als der Makel der Verfehlungen.“

agri/dpa

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