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Analoge Vernetzung: Leipziger gründen Verein für Kultur- und Kreativwirtschaft

Analoge Vernetzung: Leipziger gründen Verein für Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Kultur- und Kreativschaffenden der Stadt haben ein Problem: Die vielen Unternehmen mit maximal zwei Angestellten werden nicht wahrgenommen. Diese Einzelkämpfer zu bündeln, zu vernetzen und gemeinsam nach außen sichtbar zu machen, dieses Ziel verfolgt ab sofort der Verein Kreatives Leipzig.

Gestern fand die Auftaktveranstaltung im Kulturtreff Nochbesserleben in der Karl-Heine Straße statt.

Rund 50 Interessierte hatten sich versammelt, um den Akteuren des bereits am 16. Juni gegründeten Vereins zu lauschen. „Der Startschuss für den Verein war eigentlich schon im März, denn da hatte ich die Website kreatives-leipzig.de gestartet, um Dienstleister aus der Branche einzuladen, sich dort zu präsentieren“, sagt die Vorsitzende Stefanie Bamberg. Als Grafikerin hatte sie Probleme, geeignete Kooperationspartner zu finden, um an Ausschreibungen teilzunehmen. „Vorrangiges Ziel ist es daher, ein Netzwerk aufzubauen“, sagt sie. Außerdem seien Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit weitere Aufgaben des Vereins.

Kreativ- und Kulturwirtschaft gliedert sich in elf Teilbereiche

Für Gründungsmitglied und Schatzmeister Thomas Wagner spielt vor allem der Offline-Charakter eine große Rolle. „Wir wollen nicht auf virtuellem Wege netzwerken, ich will die Leute persönlich kennenlernen, mit denen man vielleicht mal zusammenarbeiten kann“, so der Inhaber einer Webdesign-Agentur. Außerdem solle bei Kunden wieder eine Wertschätzung für die Arbeit erreicht werden. „Gute Arbeit kostet nun mal Geld und wer eine Website für 150 Euro realisiert bekommt, der kann diese Arbeit unmöglich wertschätzen“, meint er. Auch habe sich der Verein den besseren Umgang mit Praktikanten auf die Fahnen geschrieben. „Wenn eine Agentur offensiv Praktikanten sucht, damit diese dann komplette Kundenprojekte abwickeln, läuft etwas schief. Wir sind für faire Bedingungen und eine Entlohnung der Praktikanten“, sagt er. In Zukunft wolle der Verein Unternehmen anprangern, die Praktikanten mit vollwertigen Arbeitskräften verwechseln.

In elf Teilbereiche gliedert sich die oft zitierte Kreativ- und Kulturwirtschaft. Neben Musik, Buch, Presse, Film, Rundfunk und TV, Werbung, Architektur, bildende und darstellende Kunst sowie Design spielen auch Software und Computerspiele in diese Branche hinein. Ein Grund für Leipzigs Computerspielexperten René Meyer, im Verein mitzumischen. „Die Spieleindustrie könnte ohne die vielen Teilbereiche der Kreativwirtschaft gar nicht existieren. Wir wollen zeigen, dass Leipzig durchaus eine Spielestadt ist und dass durch die Verbindung der Teilbereiche hier noch viel mehr möglich ist“, erklärt der Journalist.

Zweitwichtigste Markt in Leipzig

Begleitet und unterstützt wird der Verein vom Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. „Wir helfen dabei, in den nächsten Monaten Leute zu finden, die aus ihrer Branchensicht Hindernisse in der täglichen Arbeit erkannt haben, um gemeinsam Wege zu erarbeiten, wie diese abgebaut werden können“, sagt Christian Rost, regionaler Ansprechpartner des Kompetenzzentrums.

Die ersten Projekte sind auch schon geplant: Im Januar wird es einen Neujahrsempfang geben, der das kreative Potential der Messestadt erstmals in einem größeren Rahmen präsentieren soll. Unternehmer, Verwaltungsangestellte und Bürger hätten hier die Möglichkeit, während eines festlichen Abends die ganze Breite der lokalen Kreativwirtschaft kennen zu lernen. „Höhepunkt soll die Verleihung der Auszeichnung 'Leipziger Kreativunternehmen des Jahres' werden“, kündigte Gründungsmitglied Ronald Arnhold an. Ab Februar soll dann der „Le Klub Analog“ einladen, eine Art monatliches Netzwerktreffen, bei dem sich analog ausgetauscht werden soll. „Hier steht monatlich eine andere der elf Teilbranchen im Mittelpunkt, so dass jeder angesprochen wird. Im Laufe des Jahres soll sich der Le Klub Analog zu einem Szene übergreifenden Treffpunkt entwickeln, der starke Impulse für Austausch und Kooperation setzt“, so Vereinsvorsitzende Stefanie Bamberg.

Die Kreativwirtschaft ist laut Aussagen des Vereins der zweitwichtigste Markt in Leipzig, in Deutschland mit 131 Milliarden Euro Umsatz (2009) die drittwichtigste Branche. Selbst während der Wirtschaftskrise gab es hier Zuwächse an Arbeitsplätzen.

Infos: www.kreatives-leipzig.de

Daniel Große

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