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Arbeitsagenturchef: „Wir werden in Zukunft ein Arbeitskräfteproblem in Sachsen haben“

Positiver Beschäftigungstrend Arbeitsagenturchef: „Wir werden in Zukunft ein Arbeitskräfteproblem in Sachsen haben“

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet weiter mit einem positiven Beschäftigungstrend. In Sachsen sinkt die Arbeitslosenquote unter sieben Prozent. Klaus-Peter Hansen von der Arbeitsagentur sieht die Vollbeschäftigung in greifbare Nähe gerückt.

Klaus-Peter Hansen (54), Chef der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit

Quelle: dpa / Kempner

Leipzig. Die Aussichten auf dem sächsischen Arbeitsmarkt sind ausgesprochen gut. Das gilt nach Einschätzung von Klaus-Peter Hansen (54), Chef der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, sowohl auf kurze Sicht als auch mittelfristig. „Wir werden in Zukunft kein Arbeitsplatzproblem haben, sondern ein Arbeitskräfteproblem“, sagte Hansen im Gespräch mit der LVZ.

Bereits für dieses Jahr erwartet er bei der durchschnittlichen Arbeitslosenquote im Freistaat „eine Sechs vor dem Komma“. Im vorigen Jahr waren es noch 7,5 Prozent, 2015 betrug die Quote 8,2 Prozent. Dahinter verbirgt sich ein Rückgang der Arbeitslosen um 16.000 auf knapp 158.000 Menschen im Jahresschnitt. „Der Trend, dass die Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen wird, dürfte sich auch 2018 und 2019 fortsetzen“, prognostizierte Sachsens oberster Jobvermittler. Im Juni lag der Wert bereits bei 6,4 Prozent.

Und es zeichnet sich eine anhaltende Entspannung ab. Aktuell kämen auf die 136.000 Arbeitslosen 35.400 zu besetzende Stellen. Spätestens in zehn Jahren werde das Verhältnis nicht mehr wie jetzt eins zu vier, sondern ausgeglichen sein. Das bedeutet, dass dann rein rechnerisch für jeden Arbeitslosen ein Job vorhanden ist. „Vor zehn Jahren kamen auf eine offene Stelle noch 34 Jobsuchende“, erinnerte sich Hansen.

„Auf dem Ausbildungsmarkt halten sich Angebot und Nachfrage bereits jetzt die Waage“, berichtete er. Gegenwärtig suchen 8000 junge Sachsen einen Ausbildungsplatz. Ihnen stehen 9000 freie Lehrstellen gegenüber. Im manchen Berufen gebe es bereits einen Fachkräftemangel. „Bei der Pflege kommen auf einen Arbeitsplatzsuchenden schon acht freie Stellen.“

Hansen begründete die Entwicklung mit der guten konjunkturellen Lage. Dadurch schafften die Betriebe neue Arbeitsplätze. Außerdem wirke sich die demografische Entwicklung aus. Es gingen mehr Beschäftigte in Rente als Jugendliche auf den Arbeitsmarkt kämen. „Wir werden nicht nur jeden Arbeitsfähigen brauchen können, sondern auch wirklich benötigen.“

Der Trend hat auch Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl der Arbeitsvermittler im Freistaat. In der Regionaldirektion in Chemnitz sowie den elf Arbeitsagenturen im Lande einschließlich der Jobcenter gibt es gegenwärtig 6000 Mitarbeiter. Diese Zahl soll planmäßig um zehn Prozent sinken. Allein durch den Eintritt in den Ruhestand verlieren die Agenturen in den nächsten Jahren aber 20 Prozent ihrer Angestellten. „Da müssen wir uns selbst als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, um das erforderliche qualifizierte Personal zu gewinnen.“

Der Agenturchef kündigte verstärkte Anstrengungen in der Qualifizierung und Weiterbildung an. 48 Prozent der Arbeitslosen wollten eine Helfertätigkeit ausüben. Das Profil passe aber nur auf 16 Prozent der freien Jobs. „Die Antwort darauf ist Bildung.“ Sachsens Arbeitsagenturen müssten also weg vom Massengeschäft, um stattdessen verstärkt nach individuellen Lösungen zu suchen. „Unsere Aufgabe ist es, die Talente zu entdecken, denn in jedem steckt eine potenzielle Fachkraft.“

Ulrich Milde und Ulrich Langer

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