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Auftrittsverbot für Ex-Konsum-Chefin - Schumann darf bei Versammlung nicht sprechen

Auftrittsverbot für Ex-Konsum-Chefin - Schumann darf bei Versammlung nicht sprechen

Die entlassene Konsum-Chefin Petra Schumann darf auf der Vertreterversammlung des Konsums am Sonnabend nicht reden. Dies wurde den Anwälten der ehemaligen Vorstandschefin vom Aufsichtsrat der Genossenschaft schriftlich mitgeteilt.

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Petra Schumann, entlassene Chefin der Supermarkt-Kette "Konsum Leipzig", darf bei der Vertreterversammlung nicht reden. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Laut LVZ-Informationen hat ein entlassener Vorstand keinen Anspruch auf Teilnahme und Rederecht in der Vertreterversammlung. Wie berichtet, hatte Petra Schumann zunächst über ihre Anwälte "rechtliches Gehör" gefordert.

Die Anwälte der ehemaligen Vorstandssprecherin werden gegen die Absage keine Rechtsmittel einlegen. Petra Schumann hat nach Eingang der Absage dem Konsum selber mitgeteilt, dass sie nicht mehr auf der Vertreterversammlung sprechen wolle. Trotzdem wird die Abberufung der langjährigen Konsum-Managerin auf der Vertreterversammlung am Sonnabend ein Thema sein. Denn der Aufsichtsrat hat angekündigt, dem Gremium die Gründe der Entlassung zu erläutern.

Unabhängig davon wurden inzwischen weitere Hintergründe der Abberufung bekannt. So hat der Aufsichtsratsvorsitzende des Konsums, Wolfgang Wille, laut Medienberichten die Entlassung von "Miss Konsum" mit deren Führungsstil begründet. "Wir wollten einfach ein angstfreies Unternehmen, in dem ein verantwortungsbewusster Mitarbeiter auch seinem Vorgesetzten sagen kann, wenn dieser einen Fehler macht oder eine falsche Entscheidung trifft", wird Wille zitiert. "Wenn ein Vorgesetzter damit nicht umgehen kann und so etwas abstraft, dann ist nicht der Mitarbeiter an der falschen Stelle, sondern der Vorgesetzte."

Wille hat sich unterdessen öffentlich zum Betriebsergebnis des Konsums 2014 geäußert, das um die Hälfte eingebrochen ist. "Wenn der Konsum wie bisher von Petra Schumann geleitet wird, dann wird er vielleicht noch vier Jahre aufgrund des bereits erwirtschafteten Vermögens durchhalten, dann aber im Jahr 2019, wenn Frau Schumann abtritt, einbrechen", wird er zitiert. ",Miss Konsum' ist nicht mehr da, also geht der Konsum den Bach runter. Das wollten wir nicht." Gleichzeitig betonte Wille, dass der Aufsichtsrat "einstimmig" der Meinung sei, dass ein Nachfolger für Petra Schumann von außen kommen müsse. Inzwischen Michael Faupel als Nachfolger bestellt - ebenfalls einstimmig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.05.2015

Andreas Tappert

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