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BMW steuert in Leipzig neuen Produktionsrekord an

Investitionen BMW steuert in Leipzig neuen Produktionsrekord an

Das Werk des bayerischen Autoherstellers BMW in Leipzig steuert auf einen neuen Produktionsrekord zu. Wie Werksleiter Peter Kemser gegenüber der LVZ sagte, sei das momentane Maximum mit 980 Autos am Tag so gut wie erreicht. Der Konzern will mit einer 300-Millionen-Euro-Investition den Standort sichern.

Nehmen Kurs auf einen Produktionsrekord: Das Team um den BMW-Werkleiter in Leipzig, Hans-Peter Kemser (Mitte rechts).

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Im Leipziger BMW-Werk brummt es. „Wir fahren an der absoluten Kapazitätsgrenze, am Anschlag“, sagte Werkleiter Hans-Peter Kemser (52) der LVZ. Das momentane Maximum sei mit 980 Autos am Tag so gut wie erreicht. Trotz eines mehrtägigen Produktionsstopps im Frühjahr, als ein Zulieferer ein Bauteil nicht pünktlich liefern konnte, „werden in diesem Jahr mehr Fahrzeuge von den Bändern rollen als 2016“. Damit steuert das Werk auf einen neuen Produktionsrekord zu.

Der bisherige wurde im vorigen Jahr mit 246.550 Autos eingefahren. In der Fabrik im Norden Leipzigs werden 1er- und 2er-Modelle sowie der Elektrowagen i3 und der Hybridsportwagen i8 hergestellt. Eine genaue Prognose nannte Kemser nicht.

Investition: 300 Millionen Euro in drei Jahren

Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage und des Erreichens der Auslastungsgrenze steckt BMW, wie berichtet, in den nächsten drei Jahren rund 300 Millionen Euro in die Erweiterung der Fabrik und die neue3 Anlagen für künftige Fahrzeuggenerationen. Die Investition diene auch dazu, Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit des Standortes langfristig zu sichern. Die Arbeiten sollen im nächsten Frühjahr beginnen. Im Mittelpunkt steht der Ausbau der Lackierei. „Sie ist der Engpass“, sagte Kemser.

Aber auch in die Vergrößerung der Montage und in Anpassungen im Karosseriebau fließt Geld. Durch die Maßnahme „können wir unser Volumen in der klassischen Produktion künftig noch einmal deutlich erhöhen – je nach aktueller Marktlage“. In der herkömmlichen Fertigung, ohne die i-Modelle, wurden im vorigen Jahr 217.000 Autos hergestellt. Nach Einschätzung von Experten dürfte das Fertigungsvolumen auf rund 300 000 Einheiten aufgestockt werden.

Von den i-Modellen wurden 2016 zusammen rund 29.000 Exemplare produziert. Der 2013 auf den Markt gebrachte Stromer i3 wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres knapp 15.000 Mal verkauft. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum ist das mehr als eine Verdopplung. In wenigen Wochen dürfte das 100.000. Exemplar des i3, bislang das einzige reine Elektroauto von BMW, hergestellt werden.

Elektroauto i3: „Wir haben das Richtige getan“

Kemser, der seit fast zwei Jahren Chef des hiesigen Werks ist, sagte, es sei eine wegweisende Entscheidung gewesen, diesen Elektroflitzer zu bauen. „Wir haben das Richtige getan.“ Das hier erworbene Know-how werde nun an die anderen BMW-Werke rund um den Globus weitergegeben. Der Münchner Konzern rechnet damit, dass in einigen Jahren zwischen 15 und 25 Prozent der verkauften Autos elektrifiziert sein werden.

In Leipzig werden nach Angaben von Kemser die jetzigen Modelle auch künftig weiterproduziert. Zudem werde die Produktpalette erweitert. Der i8 wird in absehbarer Zeit auch als Roadster kommen. Zudem hat die Fabrik den Zuschlag für ein weiteres Modell erhalten. Spekulationen, dass es sich um das 2er Grand Coupé handelt, der ab 2019 von den Bändern rollen soll, kommentierte Kemser nicht.

Im 2005 eröffneten BMW-Werk, in das bis jetzt über zwei Milliarden Euro investiert wurden, sind derzeit 5300 Mitarbeiter beschäftigt. Die angekündigten Investitionen fließen vor allem in vollautomatisierte Hochtechnologie-Anlagen. „Mit steigendem Volumen werden langfristig gesehen aber sicherlich auch immer wieder neue Mitarbeiter hinzukommen“, sagte Kemser.

Die Fabrik insgesamt sei gut aufgestellt. Und Platz für Erweiterungen ist auch vorhanden: Das 229 Hektar große Areal ist erst zu 55 Prozent bebaut.

Von Ulrich Milde

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