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Bäcker, Fleischer und Friseure dringend gesucht: Noch 1800 Lehrstellen in Sachsen frei

Bäcker, Fleischer und Friseure dringend gesucht: Noch 1800 Lehrstellen in Sachsen frei

Viele Betriebe in Sachsen suchen händeringend nach Nachwuchs. Derzeit sind im Freistaat noch rund 1800 Ausbildungsplätze unbesetzt. Manche Betriebe ködern mit Zusatzleistungen zum Ausbildungsvertrag.

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In Sachsen sind noch rund 1800 Lehrstellen frei.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Oder holen Bewerber aus dem Ausland.

Peggy Kallenbach, Geschäftsführerin der Annette Friseurbetriebe Radeberg, macht ihren Auszubildenden ein Angebot: Wer besonders gut abschneidet, darf zum Lehrlingsaustausch nach England, Frankreich oder Polen. Bäcker Mario Dietrich aus dem Colditzer Ortsteil Erlbach zahlt seinen Azubis 100 Euro Begrüßungsgeld. Derzeit sind im Freistaat noch rund 1800 Ausbildungsplätze unbesetzt, wie eine Umfrage ergab. 

Im Handwerk sind insbesondere bei Straßenbauern, Dachdeckern, Bäckern und Fleischern offene Stellen zu finden, da die Tätigkeiten dort zu den unbeliebteren Jobs gehören. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) verzeichnen in der Gastronomie, in der Logistik und im Bau die größten Vermittlungsprobleme. Mit Zugaben zum Arbeitsvertrag versuchen manche Unternehmen gegenzusteuern.

„In der Praxis sind dies Weiterbildungsmöglichkeiten, familienfreundliche Betriebsstrukturen, flexible Arbeitszeit, abwechslungsreiche Arbeit, aber auch monetäre Anreize und Sachleistungen spielen eine Rolle“, erklärte die Sprecherin der Handwerkskammer Dresden, Anke Richter, auch für die Kammerbezirke Chemnitz und Leipzig. Allerdings: „Kleine Betriebe können nicht immer aus der Vielzahl der Möglichkeiten schöpfen.“

Noch 160 freie Stellen in Leipzig

Den Betrieben macht auch zu schaffen, dass viele Jugendliche sich eine berufliche Zukunft etwa im Handwerk nicht mehr vorstellen können. „Wir stehen im Wettbewerb mit allen anderen Wirtschaftsbereichen“, sagte Richter. Dabei stellt sich das Problem regional höchst unterschiedlich dar. So gibt es im Kammerbezirk Chemnitz noch fast 440 offene Lehrstellen, auch im Kammerbezirk Dresden sind es etwa 400. Nur Leipzig schneidet mit 160 offenen Lehrstellen deutlich besser ab.

„Es ist ein zunehmendes Interesse an einer akademischen Ausbildung bei den Bewerbern festzustellen“, berichtete Gabriele Hecker, Geschäftsführerin Bildung bei der Chemnitzer IHK. Ausbildungsberufe besäßen demgegenüber eine geringere Attraktivität. Arbeitszeiten, Vergütungen oder die vermeintlich nicht vorhandene berufliche Karriere stellten für manche Bewerber Ausschlusskriterien dar. Nahezu 800 offene Lehrstellen zählte die Landesarbeitsgemeinschaft der sächsischen Industrie- und Handelskammern zuletzt.

Polen und Tschechen schließen Lücken in der Grenzregion

Einen Lichtblick gibt es zumindest teilweise in den grenznahen Regionen zur Tschechischen Republik und Polen. Momentan haben nach Heckers Angaben 30 Jugendliche mit polnischer oder tschechischer Staatsangehörigkeit einen Ausbildungsvertrag in den Branchen Büro, Handel und Metall. „Polnische Kinder besuchen in der Grenzregion deutsche Kindergärten, polnische Schüler deutsche Schulen“, berichtete sie. Dadurch kann eventuell ein Teil der bestehenden Lücke in den Reihen der Auszubildenden geschlossen werden.

Auch das Handwerk hat die Chancen der Nähe zu den osteuropäischen Nachbarn erkannt. Vereinzelt würden Firmen bereits Auszubildende aus Tschechien beschäftigen. Als Beispiel wurde die Wärme- und Energieanlagenbau GmbH aus Sebnitz genannt: Geschäftsführer Henner Jordan, mit einer Tschechin verheiratet, hat bereits einige tschechische Lehrlinge. Erleichtert wird der Einstieg der jungen Ausländer dadurch, dass die Kammern ihnen gemeinsames Wohnen in Wohnheimen ermöglichen und die Betriebe den jungen Menschen Paten aus der Firma zur Seite stellen.

dpa

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