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Berufliche Erfüllung zählt

HHL-Professor Meynhardt Berufliche Erfüllung zählt

Geld allein zählt für Nachwuchsführungskräfte nicht mehr allein. Sie fragen auch, welchen Gemeinwohlbeitrag ihr Unternehmen leistet und wie es mit der Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf aussieht.

Chiphersteller Globalfoundries kümmert sich auch um die Nachbarschaft
 

Quelle: dpa

Leipig/Dresden.  Was viele Unternehmen schon längst gespürt haben, ist nun auch wissenschaftlich untermauert. „Wer Leistung fordert, muss Sinn bieten“, hat Timo Meynhardt, Experte für Wirtschaftspsychologie und Führung an der Leipziger Managerschmiede HHL ausgemacht. Im Klartext heißt das: Junge Führungskräfte wollen auch wissen, welchen Beitrag ihre Firma für das Gemeinwohl leistet. „Sie wollen die Gesellschaft voranbringen“, sagt Meynhardt, ein gebürtiger Thüringer und der erste ostdeutsche Professor an der HHL. Lediglich immer mehr Geld zu verdienen „reicht ihnen nicht mehr“. Das gehe einher mit einem zweiten Trend in Richtung einer immer größeren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

„Die Führungskultur in den Unternehmen erfährt jetzt ein Veränderung“, sagt Meynhardt. Nicht immer freiwillig, aber angesichts eines harten Kampfes um junge Talente ohne Alternative. Eine Entwicklung, von der sich logischerweise auch die Unternehmen in den neuen Bundesländern nicht freimachen können.

Siemens: Andere Vorstellungen von der Arbeit

„Insbesondere akademische Fachkräfte der Generation unter 35 Jahren haben unserer Erfahrung nach heute andere Vorstellungen von ihrer Arbeit und ihren Arbeitsbedingungen“, bestätigt Michael Schmidt, Personalleiter der sächsischen Siemens-Werke mit ihren zusammen 5000 Beschäftigten. So stehe weniger die Karriere als vielmehr die Sinnhaftigkeit, die Relevanz ihrer Tätigkeit im Vordergrund. „Bewerber fragen gezielt nach der Übernahme von Verantwortung, nach Gestaltungsspielräumen, nach Möglichkeiten auch der fachlichen, nicht unbedingt nur der hierarchischen Entwicklung.“ Sie suchten weniger die lebenslange Sicherheit bei einem Arbeitgeber ihrer Wahl als vielmehr einen spannenden, herausfordernden Job. „Erfüllung zählt also mehr als Geld“, betont Schmidt. Die Kandidaten wollten sich einbringen, gefordert werden, scheuten auch Risiken nicht, erwarteten aber auch entsprechende Rahmenbedingungen.

Gemeint seien damit beispielsweise räumliche und zeitliche Flexibilität und eine entsprechende technische Ausstattung – Stichwort mobiles Arbeiten. Die Bewerber der jüngeren Generation hätten zudem ein sehr hohes Bewusstsein für die Ausgewogenheit zwischen Beruf und Privatleben und brächten die notwendige Eigenverantwortung mit. „Nicht nur Technologieführerschaft und spannende Arbeitsfelder, sondern auch genau diese Flexibilität sowie Angebote an die Mitarbeiter zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf machen heute ein Unternehmen wie Siemens als Arbeitgeber attraktiv“ erklärt Fuchs.

EnviaM: Tätig von zu Hause aus

Auch Ralf Hiltenkamp, Personalvorstand des Chemnitzer Energieversorgers EnviaM (3470 Beschäftigte) weiß, dass die Arbeit anders organisiert werden muss als früher. „Wir bieten unseren Mitarbeitern flexible Arbeitszeitmodell an, die neben Teilzeitarbeit auch ein Arbeiten von zu Hause aus ermöglichen.“ Ziel sei es, die Unternehmensinteressen und die familiären Belange noch besser miteinander in Einklang zu bringen.

Globalfoundries: Nachbarschaft und Nachwuchsförderung

Der Halbleiterriese Globalfoundries in Dresden (knapp 3500 Beschäftigte) hat sich dem Trend ebenfalls nicht verschlossen und verweist zusätzlich auf umfangreiche Maßnahmen unter dem Motto „Nachbarschaft und Nachwuchsförderung“. Da werden nach Angaben von Unternehmenssprecher Jens Drews lokale Vereine unterstützt, der Werkschor tritt mit örtlichen Chören auf, mit der Jugendfeuerwehr in Wilschdorf gibt es eine Kooperation. Zusammengearbeitet werde auch mit Jugendbildungseinrichtungen. Wettbewerbe wie „Jugend forscht“ werden gefördert. All das soll mit dazu beitragen, Sinnfragen zu beantworten.

Comparex: Selbstverwirklichung

Sandra Held, Personalleiterin der Leipziger Comparex AG, einem Dienstleister in der Informationstechnologie mit weltweit 2450 Angestellten, hat registriert, dass die Nachwuchskräfte für Selbstverwirklichung stehen und ein großes Augenmerk die Vereinbarkeit von Freizeit und Familien legen. „Flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice, also auch mal die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, sind für uns selbstverständlich“, sagt sie. Wichtig sei Comparex auch, dass die Mitarbeiter frei in ihren Entwicklungsmöglichkeiten seien. Und die höre nicht bei den Teamgrenzen auf. „Möchte ein Mitarbeiter Aufgaben in einer neuen Abteilung, einem anderen Geschäftsbereich oder gar Land übernehmen, unterstützen wir diesen Wunsch“, berichtet die Personalchefin.

Von Ulrich Milde und Ulrich Langer

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