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Berufsorientierung für jedes Alter - viele freie Ausbildungsplätze eröffnen neue Wege

Berufsorientierung für jedes Alter - viele freie Ausbildungsplätze eröffnen neue Wege

Als der "Tag des Ausbildungsplatzes" vor 17 Jahren eingeführt wurde, ging es den Arbeitsämtern und Handwerkskammern darum, bei den Betrieben um zusätzliche Ausbildungsplätze zu werben.

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Der Arbeitsmarkt öffnet sich auch für ältere Menschen. Ausbilder Thomas Hunger (links) schult "Azubi" Joachim Meinert.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Regelmäßig überstieg die Zahl der Bewerber die gemeldeten Lehrstellen. Diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen suchen die Betriebe hände-ringend nach Auszubildenden.

Die Zahl der unbesetzten Lehrstellen steigt seit Jahren an. 33 000 Stellen waren Ende September 2012 deutschlandweit unbesetzt, sieben Prozent aller Plätze sind frei. Die Not, diese Lücke füllen zu wollen, macht erfinderisch. Die Handwerkskammern gehen in die Offensive. Die Angebote sind vielfältig, nicht nur für Schulabgänger.

Weiße Schrift auf rotem Grund: "Weltverbesserer wird man nicht über Nacht, man muss es drei Jahre lernen", ist einer dieser Sprüche, der die Entscheider aus Politik, Verwaltung und Handwerk am gestrigen "Tag des Ausbildungsplatzes" vereint. "Ich habe auch zuerst eine Ausbildung absolviert und danach studiert", sagt Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP). "Das habe ich nie bereut." Genau dort liegt eines der Kernprobleme: Die Zahl der Schulabgänger geht zurück und die Zahl der Jugendlichen, die sich nach der Schule für ein Studium statt für eine Lehre entscheiden, steigt.

"Statt des Studiums was Sinnvolles tun", meint der Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Dirk Palige, augenzwinkernd. Ein duales Studium müsse wieder mehr in die Köpfe der Abiturienten gelangen. Der Vorteil: Es wird nicht nur trockene Theorie vermittelt. Das im Hörsaal Gelernte können die Auszubildenden in der Werkstatt anwenden. Palige fordert zudem ein Umdenken in der Schul- und auch in der Lehrerausbildung. "Eine Berufsorientierung muss in der Schule stattfinden und auch von den Lehrern vermittelt werden", so Palige.

In der Werkstatt des Bildungs- und Technologiezentrums der Handwerkskammer in Borsdorf bei Leipzig probieren sich gestern Schüler einer achten Klasse an der Werkbank aus. Schon diverse Handwerke hat diese Klasse der Mittelschule aus Kitzscher getestet. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Bei Toni Böttger fällt der Groschen: "Tischler ist nichts für mich", sagt der 14-Jährige. In Richtung Elektrotechnik möchte er sich nach seinem Abschluss ausbilden lassen.

Selbst die Kindergartenkinder sollen um eine Berufsorientierung nicht herumkommen: Bunte Spielbücher mit großen Berufe-Bildern stellen die Kammern den Erziehern in Kindertagesstätten zur Verfügung. Zu früh sei das nicht, erklärt Ralf Scheler von der Handwerkskammer Leipzig: "Wir wollen bei den Kleinsten Interesse für das Handwerk wecken."

In Zeiten weniger Lehrlinge besteht die Möglichkeit für Alternativen. Für Menschen, die in der Vergangenheit auf dem Ausbildungsmarkt nicht zum Zuge kamen, eröffnen sich neue Chance. Heinrich Alt aus dem Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, lobt die sogenannte Spätstarter-Initiative: Ich ermutige die Unternehmen, ihren Blickwinkel zu erweitern. Es muss ein Wandel in den Köpfen geschehen. Aber auch für ältere Menschen macht eine Lehre noch Sinn", sagt Alt. Eine Million Menschen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren haben keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Thomas Hunger, Ausbilder bei der Berufsorientierung im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer möchte das ändern. Er nimmt die potenziellen Azubis an die Hand. "Ich versuche verschiedene Einblicke zu geben", erklärt der 51-Jährige. Auch Joachim Meinert möchte eine zweite Chance auf dem Arbeitsmarkt. Vor einem Praktikum in einem Betrieb versuche er, wieder einen geregelten Tagesablauf zu finden. "Ich will arbeiten", sagt der 51-Jährige. Seit zwei Jahren hat er keinen Job. Mit einem Praktikum und einer möglichen Umschulung kann er auf einem Arbeitsmarkt, der sich veränderten Bedingungen langsam anpasst, neu beginnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.04.2013

Dominik Bath

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