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Bezahlungsdienstleister Concardis kündigt Vertrag mit Unister

Internetunternehmen Bezahlungsdienstleister Concardis kündigt Vertrag mit Unister

Die Zahlungsverkehr-Firma Concardis kündigt die Zusammenarbeit mit Unister auf. Grund sei die verschlechterte Finanzlage des Leipziger Internetunternehmens, heißt es in einem internen Schreiben. Unister weißt den Vorwurf zurück.

Firmenschild von Unister am Sitz im Leipziger Barfußgässchen

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Das Leipziger Internet-Unternehmen Unister und die Eschborner Firma Concardis gehen getrennte Wege. „Wir bestätigen, dass Concardis den bestehenden Vertrag gekündigt hat“, sagte Unister-Sprecher Dirk Rogl am Freitag auf Anfrage der Leipziger Volkszeitung. „Die Geschäftsbeziehungen enden offiziell am 31. Januar 2016.“ Concardis (180 Mitarbeiter, Umsatz 2014: 449,9 Millionen Euro) ist eine Gemeinschaftsfirma der deutschen Banken und Sparkassen und wickelt den bargeldlosen Zahlungsverkehr ab. Rogl sagte, die Unister-Gruppe, die unter anderem Portale wie „ab-in-den-urlaub.de“ und „fluege.de“ betreibt, habe schon seit Längerem einen Großteil des Geschäfts an andere Anbieter übertragen. „Eine Reduzierung der Volumina wurde von uns bereits zuvor aktiv vorangetrieben.“

In einem der LVZ vorliegenden Schreiben, datiert vom 10. Dezember 2015, hatten die Hessen, die jede Stellungnahme ablehnten, die Kündigung mit Verweis auf eine „Verschlechterung der Finanzlage“ bei Unister begründet. Rogl sagte, es habe wenig später ein Gespräch mit Concardis gegeben, um „offensichtliche Missverständnisse“ über die wirtschaftliche Lage von Unister zu klären. Unister gehe davon aus, dass die „spekulative Berichterstattung“ über das Unternehmen Anlass gewesen sei. „Darüber hinausgehende nicht-öffentliche Fakten“ hätten den Eschbornern auch nicht zur Verfügung gestanden.

Unister mit seinen 1300 Mitarbeitern hatte im vorigen Jahr wiederholt negative Schlagzeilen über eine womöglich schwierige finanzielle Lage gemacht. Die Suche nach Investoren für die Reisesparte, die den Löwenanteil zum Umsatz von geschätzt 500 Millionen Euro beisteuert, ist bislang ergebnislos geblieben. Ende vorigen Jahres hatte die Firma ihre Pläne zum 30 Millionen Euro teuren Bau einer Zentrale in der Leipziger Innenstadt beerdigt. Das Areal sei „gewinnbringend“ veräußert worden.

Rogl sagte, die finanzielle Lage sei ordentlich. Genaue Zahlen über Umsatz und Ergebnis für 2015 lägen noch nicht vor. Die Reisesparte werde auf einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro kommen und ein Wachstum erzielen, „das über den vom Branchenverband errechneten Zahlen liegt“. Der Deutsche Reise-Verband erwartet für die Reisebüros ein Umsatzplus von drei Prozent auf 24 Milliarden Euro.

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