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Bombardier: Die meisten Stellen fallen in Sachsen weg

930 Kündigungen Bombardier: Die meisten Stellen fallen in Sachsen weg

Schock für die Beschäftigten von Bombardier: Der Konzern setzt in Sachsen den Rotstift an. Mehr als 900 Menschen müssen gehen. Betroffen sind vor allem Leiharbeiter. Gewerkschafter kündigen Aktionen und Proteste in den nächsten Wochen an.

Besonders die Werke in Sachsen sind von den Stellenstreichungen bei Bombardier betroffen.

Quelle: dpa

Leipzig. Der Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation will mehr als 900 Arbeitsplätze in seinen Werken in Bautzen und Görlitz streichen. Das gab Unternehmenssprecher Andreas Dienemann am Donnerstag bekannt. Demnach sollen in Görlitz 700 Arbeitsplätze wegfallen, darunter 500 von Leiharbeitern. In Bautzen stehen 230 Jobs auf der Streichliste, davon sind in 190 Fällen Leiharbeiter betroffen. Dienemann sprach von „keiner leichtfertigen Entscheidung“. Aber es gehe um die Zukunft des Werkes in Sachsen. Die Mitarbeiter erfuhren davon auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung. In der vergangenen Woche hatte Bombardier Transportation angekündigt, in den deutschen Werken 1430 der 10.500 Jobs zu streichen. An diesem Freitag sollen die Beschäftigten im Werk Hennigsdorf bei Berlin über den Stellenabbau informiert werden.

Jan Otto, IG-Metall-Vorsitzender in Ostsachsen, kündigte „massive Aktionen“ an. „Wir werden den Kanadiern zeigen, dass es so nicht geht in Ostsachsen.“ Am 17. März soll es demnach Proteste an allen Bombardier-Standorten geben. Parallel will die Gewerkschaft mit den Betriebsräten das Konzept der Unternehmensleitung überprüfen und an einer Gegenstrategie arbeiten. „Um alles dafür zu tun, die Arbeitsplätze zu erhalten.“ Das Wirtschaftsministerium bezeichnete die Unternehmensentscheidung als „schweren Schlag für die Region“. Jetzt müsse es darum gehen, eine sozialverträgliche Lösung für die Beschäftigten zu finden, betonte Staatssekretär Stefan Brangs und forderte den Konzern auf, eine belastbares Zukunftskonzept vorzulegen. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Region nach einem schmerzhaften Anpassungsprozess in den letzten 20 Jahren nun wieder Arbeitsplätze verlieren soll, kritisierte der Bautzener CDU-Landtagsabgeordneter Marko Schiemann. Sachsen ist von dem Stellenabbau besonders betroffen.

„Das ist eine Kampfansage an die Region. Alle qualifizierten Arbeitskräfte, die wir verlieren werden, kommen nie wieder zurück. In Bayern und Baden-Württemberg finden sie einen neuen Job“, sagte der Görlitzer Betriebsratsvorsitzende Volker Schaarschmidt. Zuletzt traf das Werk an der Neiße 1999/2000 ein solch massiver Stellenabbau. Schaarschmidt warf dem Unternehmensmanagement Fehler vor. „Wenn man zwei Jahre die Konstruktion ruhen lässt, dann kann man erst zu spät auf kommende Aufträge reagieren“. Unternehmenssprecher Dienemann begründete die „Anpassungen“ mit einer weltweit besseren Wettbewerbsfähigkeit. Die Konkurrenz schlafe nicht, hieß es. „Außerdem fordern die wachstumsstarken Regionen außerhalb Europa, dass wir vor Ort produzieren. Sonst erhalten wir gar nicht die Aufträge.“ Der kanadische Fahrzeughersteller hat 62 Produktions- und Konstruktionsstandorte.

„Die jetzige Entscheidung beruht auf Fehlentscheidungen, Managerfehlern und unsozialer Gewinnmaximierung“, kritisierte die Linke und forderte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und den Görlitzer Oberbürgermeister auf, sich für den langfristigen Bestand der beiden Werke einzusetzen. Beim Stellenabbau will sich die Unternehmensleitung um sozialverträgliche Lösungen bemühen, so Dienemann. Mit dem Betriebsrat solle ein Sozialplan verhandelt werden. Die Streichung der Arbeitsplätze bei Bombardier hat Auswirkungen auf die gesamte Region. „Diese Entscheidung trifft auch die Zulieferer“, so Otto. Pro Arbeitsplatz in den Werken gibt es nach Einschätzung drei weitere Jobs bei anderen Betrieben in der Oberlausitz. Bombardier Transportation ist die Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns. In Görlitz beschäftigt Bombardier bisher 1660 Stammmitarbeiter und 840 Leihkräfte, am Bautzener Standort sind es knapp 1000 Mitarbeiter.

lvz

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