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Bosch schluckt säumigen BMW-Zulieferer

Nach Produktionsausfällen in Leipzig Bosch schluckt säumigen BMW-Zulieferer

Mehrere Tage lang hatten fehlende Gussteile aus Italien bei BMW die Produktion zum Erliegen gebracht. Jetzt macht Bosch kurzen Prozess mit dem säumigen Zulieferer: Der Gussteile-Hersteller Albertini Cesare aus Villasante bei Mailand wird kurzerhand geschluckt.

Bosch-Schriftzug an einer Brücke bei Stuttgart.

Quelle: dpa

Stuttgart/Mailand. Beim Bundeskartellamt hat Bosch jetzt die Komplettübernahme der Italiener beantragt, wie die LVZ von der Behörde erfuhr. Eingegangen ist der Antrag dort am Mittwoch – genau an jenem Tag also, als Bosch verkündet hatte, dass das Liefer-Problem gelöst ist.

Schon seit Monaten hatte es im Bosch-Werk in Schwäbisch Gmünd, wo die elektrischen Lenkungen für BMW entstehen, regelmäßig Ärger mit dem Nachschub aus Italien gegeben. Denn die Gussgehäuse für die Lenkgetriebe kommen von Albertini Cesare – und die lieferten nur noch unregelmäßig.

Italienern ging das Geld aus

Grund für die Probleme waren dem Vernehmen nach finanzielle Engpässe: Dem Zulieferer ging schlicht das Geld aus. Den Italienern fiel es dadurch immer schwerer, die Produktion aufrecht zu erhalten. Jetzt pumpt Bosch selbst frisches Geld ins Unternehmer – und übernimmt es dafür komplett.

„Bosch hat sich für den Kauf entschieden, weil wir künftig eine zuverlässige Versorgung von Gussteilen für elektronische Lenkungen sicherstellen wolle“, sagte eine Bosch-Sprecherin. Der Kaufvertrag soll kurzfristig unterschrieben werden.

Der Konzern stellt die elektronischen Lenkungen erst seit Herbst 2014 in Eigenregie her. Zuvor erfolgte das in einem Gemeinschaftsunternehmen mit ZF Friedrichshafen. Auch ZF gehörte zu den Kunden von Albertini Cesare.

Zwei Standorte mit 350 Mitarbeitern

Die Aluminiumgießerei beschäftige derzeit noch 350 Mitarbeiter an zwei Standorten in Norditalien. 2014 waren es noch vier Werke mit 660 Mitarbeitern. Auf der Kundenlisten stehen neben Bosch und BMW auch VW, Mercedes-Benz, Audi, Opel und Siemens.

Die fehlenden Lenkgetriebe, die BMW in 1er, 2er, 3er und 4er verbaut, hatten mehrere Werke zum Stoppen gebracht. In Leipzig standen die Bänder von Freitag bis Montag still. Die Hälfte der 5300 Stammmitarbeiter musste zuhause bleiben. Nur die i-Modelle i3 und i8 wurden weiter gebaut.

Von Frank Johannsen

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