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DHL baut Luftdrehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle aus und schafft neue Jobs

Transport DHL baut Luftdrehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle aus und schafft neue Jobs

Weltweit stehen Luftfrachtunternehmen unter Druck. Überkapazitäten drücken die Preise. Doch am Flughafen Leipzig/Halle baut das Logistikunternehmen DHL sein Drehkreuz weiter aus und nimmt am Mittwoch zwei neue Terminals in Betrieb.

Zwei DHL-Mitarbeiter ziehen einen Frachtcontainer durch den Flughafen Leipzig/Halle.

Quelle: dpa

Leipzig/Halle. Ob Autoteile, Blumen, Früchte oder Tiere - das Logistikunternehmen DHL Hub am Flughafen Leipzig/Halle will Waren noch schneller zu den Kunden bringen. Dazu erweitert es seinen Standort und nimmt am Mittwoch zwei neue Terminals in Betrieb. Mit der Erweiterung des Drehkreuzes steigt die Umschlagkapazität um 50 Prozent, sagte der Leiter der Pressestelle Nord der DHL Group, Markus Wohsmann. 150 000 Express-Sendungen könnten pro Stunde bearbeitet werden.

Die Deutsche-Post-Tochter wächst damit gegen einen globalen Trend. Nach jüngsten Statistiken der Airline-Organisation IATA waren die Frachträume der Gesellschaften im August nur noch zu knapp 41 Prozent gefüllt, die Erlöse stehen wegen des immer größeren Zulade-Angebots in Passagiermaschinen massiv unter Druck. Es fällt dann kaum ins Gewicht, dass die Menge der weltweit per Luftfracht transportierten Güter um 3,9 Prozent im Jahresvergleich gewachsen ist, wenn gleichzeitig die angebotene Kapazität um 4,1 Prozent stieg.

Leipzig-Halle profitiert vom erfolgreichen DHL-Geschäftsmodell als so genannter Integrator, der die komplette Sendekette wichtiger Güter organisiert. Wichtige Mitbewerber sind FedEx, UPS und TNT, die sämtlich lange von den IATA-Fluggesellschaften ignoriert wurden. Doch inzwischen lahmt das klassische, von Speditionen und Airlines geprägte Luftfrachtgeschäft deutlich. Am größten deutschen Luftfrachtstandort Frankfurt ging in der Folge die transportierte Menge 2015 um 2,6 Prozent auf rund 2 Millionen Tonnen zurück.

DHL als Jobmotor

Der zweitgrößte deutsche Luftfrachtstandort wurde im Mai 2008 in Betrieb genommen, als die DHL ihr europäisches Drehkreuz von Brüssel nach Leipzig-Halle verlegte, weil dort rund um die Uhr geflogen werden darf. Er erweist sich als Jobmotor. Das Unternehmen hat im Zuge der Erweiterung des Sortierzentrums statt 400 sogar 1300 neue Arbeitsplätze geschaffen. Somit beschäftigt DHL am Standort jetzt 4900 Mitarbeiter. In die Hallenerweiterung und die Anlage wurden 230 Millionen Euro investiert. "Die erfolgreiche Inbetriebnahme unseres vergrösserten Hubs und der neuen Sortieranlage ist ein weiterer Schritt, die Bedeutung Leipzigs als unser europäisches Frachtdrehkreuz zu stärken", sagte am Mittwoch Post-Vorstandschef Frank Appel. Inklusive der Erweiterung hat DHL bisher 655 Millionen Euro in das Drehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle gesteckt.

Elfter Rekord in Folge

„DHL Hub macht den größten Anteil am Frachtaufkommen des Flughafens Leipzig-Halle aus“, sagte Uwe Schuhart, Sprecher der Mitteldeutsche Flughafenholding. Einen genauen Anteil will er aber nicht nennen. 988 240 Tonnen Gesamtmenge entsprechen einem Zuwachs von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und bedeuten für den Flughafen gleichzeitig den elften Rekord in Folge.

Mit diesem Wert rangiert der Ost-Airport vor Köln/Bonn auf Platz zwei in Deutschland. „4,438 Millionen Tonnen Fracht wurden in Deutschland im Jahr 2015 umgeschlagen“, sagte Sabine Herling, Sprecherin des Flughafenverbandes Berlin. Das sei ein leichtes Minus im Vergleich zum Rekordjahr von 4,4 Millionen Tonnen im Jahr 2014. In diesem Jahr weise das Aufkommen wieder eine steigende Tendenz auf. So wurde von Januar bis Juli ein Plus von 3,1 Prozent erzielt.

„Die sehr zentrale Lage ist ein großer Vorteil für Leipzig“, sagt Stephan Hensel, Sprecher des Netzwerkes Logistik Leipzig-Halle. Osteuropa sei nicht weit. Hinzu käme die hervorragende Infrastruktur mit Anschluss an Autobahnen und Zugverbindungen. Das Netzwerk wurde im Jahr 2008 gegründet, also im selben Jahr als das Luftfahrtdrehkreuz offiziell in Betrieb genommen wurde. Ihm gehören mittlerweile 146 Unternehmen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt an.

Von Sabine Fuchs, Christian Ebner und Ulrich Milde

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