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Das „fliegende Auge“ von Procopter liefert Daten aus der Luft

Leipziger Startups Das „fliegende Auge“ von Procopter liefert Daten aus der Luft

Am Anfang steht immer eine visionäre Idee. Bis sie zur Marktreife entwickelt ist, braucht es einen langen Atem, durchgearbeitete Nächte und die ständige Suche nach Finanzierungsquellen. Die LVZ stellt Gründer vor, die mit ihrem Startup auf dem Weg zum „richtigen“ Unternehmen sind. In dieser Folge: die Firma Procopter, die per Drohne Daten aus der Luft liefert.

Frank Lochau (links) und Florian Nemitz verfolgen den Flug ihrer Drohne. Sie kann bis zu 100 Meter in die Luft steigen. In der Landwirtschaft wird meist in Höhen von 15 bis 30 Metern geflogen.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Fliegen will gelernt sein: Schon Monate bevor Florian Nemitz (29) und Frank Lochau (30) mit ihrer Firma starteten und den ersten Kundenauftrag übernahmen, trainierten sie intensiv an Übungsgeräten das Fliegen mit Drohnen. Auch heute absolvieren sie regelmäßiges Flugtraining. Einerseits um den Kunden höchste Professionalität zu bieten, andererseits schicken sie mit ihrem aktuellen Arbeitsgerät rund 20.000 Euro in die Luft.

Eine Drohne – Fachbegriff Multicopter – ist eine Trägerplattform, an der eine Wärmebildkamera oder Fotokamera befestigt ist. Das „fliegende Auge“ kann bis zu einer Stunde in der Luft bleiben und bis zu 70 km/h schnell fliegen. Mit den behördlich genehmigten Flügen liefert Procopter Daten aus der Luft, die die Kunden vom Boden aus und per Hand sehr mühsam zusammentragen müssten. Vor allem geht es um die Überwachung von Feldern, von Fotovoltaik- oder Biogasanlagen sowie um die Thermografie von Gebäuden. Und manchmal auch um Luftaufnahmen für Events oder für Buchprojekte wie den neuen Leipziger „Stadtschwärmer“.

Kennen gelernt haben sich die heutigen Geschäftsführer bei einem Studentenjob. Das gemeinsame Interesse an technischer Fotografie und an der Arbeit mit Drohnen ließ ihre Pläne zur Firmengründung reifen. „Zu tun haben wir das ganze Jahr“, erzählen Agrarwissenschaftler Nemitz und Wirtschaftsingenieur Lochau. Im Herbst sät der Landwirt das Getreide aus, im Frühjahr düngt er seine Felder. Mit mehreren Aufnahmen aus der Luft zu verschiedenen Jahreszeiten kann er anhand von GPS-Daten genau sehen, wo zu viel oder zu wenig Saatgut ausgebracht wurde, zu viel oder zu wenig gedüngt wurde – wo somit mehr Ertrag möglich wäre oder Kosten gespart werden können. „Wir werden pro Hektar bezahlt und sagen dem Landwirt auch gleich, was er pro Hektar an Kosten spart.“ Auch Wildfraß oder Stellen, an denen Rehkitze liegen, sind aus der Luft gut auszumachen. Die Technikaffinität der jungen Bauern nimmt zu, „Präzisionslandwirtschaft ist ein Bereich, der sich gerade entwickelt“, so der gebürtige Quedlinburger Nemitz.

In den Sommermonaten überfliegt Procopter vor allem Anlagen, die erneuerbare Energien herstellen, um den Betreiber über Schadstellen zu informieren, die repariert werden müssen. Im Winter liefern die beiden Wahlleipziger Wärmebildaufnahmen von Gebäuden, um Aussagen zur Dämmung der Dächer zu treffen. Nemitz und Lochau, der aus Halle stammt, sind bundesweit unterwegs und werten die Daten weitgehend auch selbst aus.

Bisher haben die beiden Gründer 50 .000 Euro in ihre Firma gesteckt, die im Oktober 2014 an den Start ging. Stolz sind sie darauf, dass ihr Startup sich nach einem Jahr bereits selbst trägt. Ab 2016 wollen die Gründer davon leben. Für die nächsten drei Jahre reden sie von einer Viertelmillion Euro, die sie investieren wollen – die Fördermittelanträge laufen. Künftig wollen sie selbst Drohnen herstellen, selbst Flugschulungen anbieten und sich an einem Forschungsprojekt beteiligen. Das Unternehmen soll wachsen, auch personalmäßig. Und die beiden Chefs wollen ein Stück der notwendigen Büroarbeit abtreten. Nach dem ersten Jahr im Basislager Peterssteinweg – einem Coworking Space der Madsack-Mediengruppe, zu der auch die LVZ gehört – steht dieser Tage der Umzug in die Ferdinand-Lassalle-Straße an.

www.procopter.de

Von Kerstin Decker

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