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Deutschlands größtes Gewächshaus in Wittenberg soll vergrößert werden

Sachsen-Anhalt Deutschlands größtes Gewächshaus in Wittenberg soll vergrößert werden

Deutschlands größtes Gewächshaus steht in Sachsen-Anhalt. 300 mal 500 Meter misst das Riesen-Gewächshaus im Wittenberger Ortsteil Apollensdorf. Mehr als 600.000 Tomatenpflanzen wachsen dort bis zu vier Meter in die Höhe. Nun soll die Anlage noch erweitert werden.

Mehr als 600 000 Tomatenpflanzen gedeihen in dem Gewächshaus, in dem keine Pflanzenschutzgifte eingesetzt werden.
 

Quelle: Bernd Mandel

Wittenberg. Vor der Gewächshausanlage im Wittenberger Ortsteil Apollensdorf stehen die Menschen geduldig in der Schlange. Es ist früher Nachmittag, und gerade öffnet die Werkverkaufsstelle an der Halle. „Die Tomatenernte hat hier begonnen, und weshalb soll man die Tomaten nicht vor Ort kaufen“, sagt Harald Großschulz, der aus dem nahen Reinsdorf mit dem Fahrrad nach Apollensdorf gekommen ist, um ein paar der roten Früchte mit nach Hause zu nehmen. Genug davon sind jedenfalls da.

Denn in der neuen Saison wird in der riesigen Gewächshausanlage, die sich auf einer Flächer von 300 mal 500 Metern ausdehnt, im Ortsteil Apollensdorf mit einem Rekordergebnis gerechnet. „Zwölf Wochen haben die Früchte zum Reifen gebraucht. Erwartet wird ein Ertrag von knapp 6500 bis 7000 Tonnen“, berichtet Projektentwickler Helmut Rehhahn. Auf einer Fläche von 15 Hektar werden rund 600 000 Tomatenpflanzen gehegt und gepflegt. Sie stehen, überdacht von Spezialglas, mehr als vier Meter hoch, in langen Reihen. Platz ist ausreichend vorhanden, ist die Anlage doch Deutschlands größtes geschlossenes Gewächshaus.

Das größte Gewächshaus Deutschlands steht im Wittenberger Ortsteil Apollensdorf. Fotos: Bernd Mandel

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Für die unter dem Label Wittenberg-Gemüse vermarkteten Produkte haben sich die Investoren den Namen Luther-Tomate schützen lassen. Rehhahn spricht von einem Alleinstellungsmerkmal; das Zeichen habe großen Wiedererkennungseffekt und werde die Nachfrage nach regionalen Produkten verstärken. Der gebürtige Wittenberger, Mitte der neunziger Jahre für die Sozialdemokraten Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister und seit dem Jahr 2004 Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Beratungsfirma UBMG mbH Magdeburg, hat drei niederländische Investoren für das Projekt begeistern können.

Pieter van Gog, Marion Leenders van Gog und Wichard Schrieks verfügen über langjährige Erfahrungen im Gewächshausanbau in ihrem Heimatland und suchten bereits seit geraumer Zeit Möglichkeiten, um in Deutschland zu produzieren. „Hier ist alles beisammen. Wärme, sauberes Kohlendioxid, eine riesige freie Fläche und die Lage zwischen mehreren großen Städten“, lobt Rehhahn den 2013 eröffneten Standort nahe dem Amoniak-Werk Piesteritz.

Mittlerweile sind kritische Stimmen aus dem Umfeld verstummt. Bewertungen durch Kunden und Fachleute klingen gut, den Tomaten aus Apollensdorf wird ein guter Geschmack bescheinigt. „Zu den Erfolgsrezepten zählt, sie reif zu ernten und möglichst nicht sehr weit zu transportieren“, erzählt Betriebsleiter Hans Koopmans. „Die Produktion kommt ohne Pflanzenschutzmittel aus. Für die Bestäubung sorgen unsere Hummeln“, ergänzt Carolin Stempel, zuständig für das Qualitätsmanagement.

Das Unternehmen setzt nach den Worten von Verkaufschef Kevin van IJperen vor allem auf Regionalität. Viele Handels-Ketten in Mitteldeutschland haben die Tomaten bereits gelistet. Geliefert wird nicht nur nach Sachsen-Anhalt sondern auch nach Leipzig und Dresden – dazu auch nach Thüringen, Brandenburg und Bayern.

Projektentwickler Helmut Rehhahn und die fürs Qualitätsmanagement verantwortliche Carolin Stempel stehen auf einer fahrbaren Hubbühne, mit der

Projektentwickler Helmut Rehhahn und die fürs Qualitätsmanagement verantwortliche Carolin Stempel stehen auf einer fahrbaren Hubbühne, mit der man in der Halle die weiter oben heranreifenden Früchte erreichen kann.

Quelle: Bernd Mandel

In unmittelbarer Nachbarschaft der gegenwärtigen Tomaten-Gewächshäuser durchbricht Baulärm die Stille. Die Anlage soll erweitert werden. Für eine Fläche groß wie 56 Fußballfelder haben Bagger begonnen, das Erdreich zu ebnen. Auch etliche Bäume müssen den landwirtschaftlichen Neubauten weichen. „Der Stadtrat hat grünes Licht für das Projekt gegeben, das auch eine entsprechende Wiederaufforstung beinhaltet“, berichtet Wittenbergs Rathaussprecherin Karina Austermann.

Lange war um den Bebauungsplan gestritten worden. Schließlich stimmte der Ortschaftsrat Apollensdorf zu – und der Stadtrat folgte mit seinem Votum. Die Ausgaben für das gesamte Projekt, mit insgesamt 40 Hektar unter Glas, einschließlich eines weiteren Logistikgebäudes, liegen bei 40 Millionen Euro. Die Kosten je Hektar Gewächshausfläche werden sich mit der Erweiterung deutlich verringern, da die Infrastruktur wie Wärme und Kohlendioxid-Versorgung bereits für die Neubauten ausgelegt sind. „Angebaut werden möglicherweise Luther-Paprika und Luther-Gurken. Wir orientieren uns am Markt und entscheiden, womit sich ein Markteintritt ergeben soll“, betont Rehhahn.

Geplant sind drei Bauabschnitte, so dass wahrscheinlich im Jahr 2020 die Baumaßnahmen abgeschlossen sind. Die Erweiterung wird nicht nur die Produktpalette vergrößern, sondern auch ganzjährige Arbeitsplätze schaffen. Wenn alles fertig ist, werden 400 Mitarbeiter an dem Standort tätig sein, so Prokurist van IJperen.

Von Bernd Lähne

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