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Die Bauern gehen in ein Jahr der Spannungen

Landwirtschaft Die Bauern gehen in ein Jahr der Spannungen

Wenn sich die Ernährungsbranche am kommenden Freitag zur Grünen Woche in Berlin trifft, ist die Stimmung nicht gerade euphorisch: Viele Landwirte ärgert es, dass trotz niedriger Rohstoffkosten in den Supermarktregalen manches sogar teurer wird.

Viele Landwirte ärgert es, dass trotz niedriger Rohstoffkosten in den Supermarktregalen manches sogar teurer wird. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Berlin. Zwar brummt die deutsche Wirtschaft insgesamt, und die Verbraucher sind durchaus einkaufsfreudiger als früher. Trotzdem hat die Bauern nach mehreren guten Jahren mit ordentlichen Gewinnen ein hartnäckiger Abschwung erfasst - und baldige Besserung ist nicht zu erwarten. Auch in der „Lebensmittelkette“ vom Hof über Ernährungsindustrie und Handel bis zum Teller der Supermarktkunden gibt es einige Spannungen.

Für die ersten Monate 2016 sei „keine durchgreifende Wende in Sicht“, heißt es nüchtern beim Bauernverband. Auch zur weltgrößten Agrarmesse bekommen viele Betriebe gerade die Schattenseiten der globalen Märkte zu spüren. Denn die zu erzielenden Preise für Getreide, Milch oder Fleisch werden längst von internationalen Faktoren bestimmt - und die weisen seit Monaten nach unten.

Die Konjunktur in wichtigen Schwellenländern in Asien schwächelt. Milchbauern in den USA und Neuseeland produzieren spürbar mehr. Und immer noch blockt Russland Lebensmittelimporte als Antwort auf verlängerte EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise politisch ab.

In der Kalkulation vieler Landwirte schlägt das hart ins Kontor. Der Unternehmensgewinn brach im vergangenen Wirtschaftsjahr 2014/15 im Schnitt um 35 Prozent auf 43 300 Euro ein. Mit Investitionen, die davon noch zu finanzieren sind, halten sich viele Betriebe da lieber erst einmal zurück.

Dazu kommt heimischer Konfliktstoff. Viele Landwirte ärgert es, dass trotz niedriger Rohstoffkosten in den Supermarktregalen manches sogar teurer wird. „Der Abstand zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen hat sich bei vielen Produkten deutlich vergrößert“, moniert Bauernpräsident Joachim Rukwied. Da seien in der Vermarktung wohl Margen ausgeweitet worden - bei den Bauern komme aber weniger an.

Der Handel kontert, das Verhältnis dieser Preise zueinander sage per se noch gar nichts über Gewinne oder Verluste aus. Ohnehin verweisen die Weiterverarbeiter regelmäßig darauf, dass sie nicht nur Kosten für Rohstoffe haben, sondern etwa auch für Energie und Personal.

Eine Inflationsbremse sind Nahrungsmittel schon seit längerem nicht mehr. Der Preisauftrieb schwächte sich im Dezember zwar wieder etwas ab. Lebensmittel waren laut Statistischem Bundesamt aber noch 1,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor - bei einer allgemeinen Teuerungsrate von 0,3 Prozent.

Auch 2016 müssen die Kunden nach Branchen-Einschätzung wohl mit moderat steigenden Preisen rechnen. „Lebensmittel bleiben in Deutschland auf jeden Fall bezahlbar“, betont aber Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie.

Auswirkungen auf Preise könnten auch höhere Anforderungen an den Tierschutz haben. Bei verlässlichen Verbesserungen wären viele Käufer bereit, mehr zu zahlen, heißt es bei den Verbraucherzentralen, die zur Messe neue Umfragedaten vorstellen wollen.

In der gemeinsamen „Initiative Tierwohl“ der Ernährungswirtschaft knirscht es derweil. Der Bauernverband fordert eine Verdreifachung des Budgets: Die Handelsketten sollten 12 statt 4 Cent je verkauftes Kilo in den Fonds einzahlen, der höhere Haltungsstandards mit Bonus-Beträgen honoriert. Denn mitmachen wollen viel mehr Schweinehalter als bisher zugelassen.

In vielen Dörfern verändert auch die Digitalisierung das Arbeiten auf den Höfen immer stärker. „Das Thema ist aus der Nische heraus“, sagt Rukwied. Neue Maschinen wie Mähdrescher oder Düngerstreuer haben inzwischen meist eine GPS-Satellitensteuerung, um auf den Äckern präziser zu sein.

Die Technisierung ist auch ein Grund dafür, dass die Branche bei der Suche nach Fachkräften keine übermäßigen Erwartungen an die vielen ankommenden Flüchtlinge knüpft. Manche könnten sicher als Erntehelfer arbeiten, sagt Rukwied. „Ich vermute aber, dass nur ein kleiner Teil in der Lage ist, GPS-gesteuerte Traktoren zu fahren.“

LVZ

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