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E-Plus will Netztechnik-Standort in Leipzig schließen: 33 Mitarbeiter sollen umziehen

E-Plus will Netztechnik-Standort in Leipzig schließen: 33 Mitarbeiter sollen umziehen

Der Mobilfunkanbieter E-Plus will sich nach 20 Jahren aus Leipzig verabschieden. Der einzige Netztechnik-Standort in den neuen Ländern soll Ende Juni schließen - und alle 33 Mitarbeiter umziehen.

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E-Plus-Netztechnik-Standort in der Theklaer Straße in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Künftig sollen sie sich von Berlin und Düsseldorf aus um den Netzausbau in Mitteldeutschland kümmern. In Leipzig stoßen die Pläne auf Widerstand. Die Mitarbeiter sind entsetzt.

Die Tage der E-Plus-Residenz in Leipzigs Nordosten sind gezählt: "Es gibt Pläne, den Standort zu schließen", bestätigte E-Plus-Sprecher Guido Heitmann auf Anfrage. Zum Termin wollte er sich nicht äußern: Die Gespräche mit dem Betriebsrat über Interessenausgleich und Sozialplan seien noch nicht abgeschlossen. Nach LVZ-Informationen sollen in der Theklaer Straße bereits am 30. Juni die Lichter ausgehen. Der Mietvertrag für die Räume wurde bereits gekündigt - zum 31. März 2015.

Unterstützung bekamen die Mitarbeiter nun vom Leipziger Bundestagsabgeordneten Thomas Feist: In einem Brief an die E-Plus-Führung, der der LVZ vorliegt, macht er sich für den Erhalt des Standorts stark - und warnt vor den weitreichenden Konsequenzen, die die Schließung für die Belegschaft hätte. "Grundlage guter Dienstleistung sind gute und sichere Arbeitsverhältnisse", schrieb der CDU-Politiker. "Daher appelliere ich an die Konzernführung, den Mitarbeitern in Leipzig und ihren Familien ein klares Bekenntnis zum Standort Leipzig zu geben."

Betroffen sind 25 Techniker und acht Mitarbeiter im Vertrieb. Sie sollen vor allem nach Berlin, einige auch nach Düsseldorf versetzt werden. "Das kann doch nicht deren Ernst sein", schimpfte einer der Betroffenen. "Viele von uns arbeiten hier seit 20 Jahren, haben hier Familie und ein Haus gebaut." Das Angebot, nach Berlin oder Düsseldorf zu wechseln, werde da als Frechheit empfunden. Befürchtungen, E-Plus wolle den Rückzug aus Leipzig für einen eleganten Personalabbau nutzen, wies Heitmann entschieden zurück: "Es geht nicht darum, Personalkosten einzusparen, sondern nur darum, die Bürokosten zu senken. Die Mitarbeiter wolle wir wirklich gerne halten - und ihnen attraktive Angebot für den Wechsel nach Berlin oder Düsseldorf machen."

Die 1600 Quadratmeter, auf denen noch 33 Kollegen arbeiten, wirken in der Tat überdimensioniert. E-Plus hat den Standort bereits vor Jahren ausgedünnt und Aufgaben wie Netzbetrieb und Wartung an externe Firmen ausgelagert. Übrig blieben nur Netzplanung und -ausbau. Für die geschrumpfte Belegschaft würde ein Drittel der Fläche völlig reichen, sagen Betroffene. "Deswegen muss man aber nicht nach Berlin oder Düsseldorf umziehen", schimpfte ein Mitarbeiter. "Preiswerte Büroflächen gibt es in Leipzig ja genug."

Bisher residieren die Mitarbeiter in einem imposanten blauen Gebäude in der Theklaer Straße: L-förmig und mit markantem Rundturm als Eingang. Vor genau 20 Jahren war E-Plus in den damaligen Neubau eingezogen: im Juni 1994. Da war das Unternehmen gerade als dritter Mobilfunkanbieter nach D1 und D2 an den Start gegangen - und Leipzig war der zweite Technik-Standort nach Berlin. Die Stadt war damals eine der ersten Regionen, in denen der neue Anbieter auf Kundenfang ging. Mit Erfolg: Nach LVZ-Informationen ist E-Plus in Leipzig nach wie vor Marktführer: Der Marktanteil liegt bei 40 Prozent. Bundesweit ist E-Plus mit seinen Marken wie Base und Simyo nur Nummer drei.

Betroffen von der Schließung wäre nur der Technik-Standort, der sich um den Netzausbau kümmert, versichert E-Plus-Sprecher Heitmann. "Bei den E-Plus-Shops bleibt alles, wie es ist. Und auch der LTE-Ausbau geht weiter." Dafür brauche man aber keine Leute vor Ort mehr. "Die Bedeutung des Standorts für den Netzausbau ist heute nicht mehr so hoch." Vieles lasse sich heute per EDV aus der Ferne erledigen. "Da muss niemand mehr zum Mast rausfahren. Deshalb brauchen wir den Standort nicht mehr." Die Entscheidung habe sich E-Plus aber nicht leicht gemacht. "Für die Mitarbeiter ist das natürlich schade. Aber wir müssen unsere Kosten im Griff haben." Nur so könne E-Plus mit attraktiven Angeboten bei den Kunde punkten.

Mit der geplanten Fusion mit Telefónica O2 habe das aber nichts zu tun, versicherte der E-Plus-Mann. Und der Sparkurs trifft Leipzig nicht allein: Auch Hamburg, Stuttgart, Nürnberg, Kassel und Karlsruhe stehen nach LVZ-Informationen vor dem Aus. Künftig soll es bundesweit nur noch fünf Technik-Standorte geben, im Osten nur Berlin.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.03.2014
Frank Johannsen

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