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Ein Unister-Manager auf freiem Fuß – weitere Führungskraft stellt Antrag auf Haftprüfung

Ein Unister-Manager auf freiem Fuß – weitere Führungskraft stellt Antrag auf Haftprüfung

Ein Manager des Internetunternehmens Unister ist am Mittwoch aus der Untersuchungshaft entlassen worden. „Im Amtsgericht Dresden ist die Kaution für die Freilassung in bar gezahlt worden“, bestätigte Wolfgang Klein, Sprecher der Dresdner Generalsstaatsanwaltschaft gegenüber LVZ-Online.

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Drei führende Manager der Unister-Gruppe waren in der vergangenen Woche verhaftet worden.

Quelle: Peter Endig

Leipzig/Dresden. Die genaue Höhe der Summe und den Namen der Person wollte er nicht nennen, bestätigte aber, dass es sich um einen sechsstelligen Betrag handelt.

Zwei weitere Führungskräfte von Unister befinden sich noch im Gefängnis der sächsischen Landeshauptstadt. „Ein Antrag auf Haftprüfung liegt für einen der beiden vor“, sagte Klein. Unister-Sprecher Konstantin Korosides wollte zu den aktuellen Entwicklungen vorerst keine Aussagen machen. 

Die Vorwürfe gegen das Leipziger Internetunternehmen Unister reißen unterdes nicht ab. Gegen Geschäftsführer Thomas Wagner führt nun auch die Staatsanwaltschaft Leipzig ein Betrugsverfahren im Zusammenhang mit dem Portal partnersuche.de. „Vor einigen Wochen ist dazu eine Anzeige bei uns eingegangen“, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ralf Korth, gegenüber LVZ-Online. Über die genauen Vorwürfe gegen Wagner wollte er sich nicht äußern.

Das Magazin „Stern“ berichtet in seiner neuesten Ausgabe, dass Unister in den Jahren 2010 und 2011 mit erfundenen Profilen automatisiert Kontaktanfragen vorgetäuscht und so Kunden in Abonnements gelockt hat.

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Konstantin Korosides, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Unister.

Quelle: PR

Für den Vorgang interessiert sich nicht nur die Leipziger Behörde sondern auch die Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) aus Dresden. „Die INES weiß über das Verfahren Bescheid“, berichtete Korth. Die Kollegen aus der Landeshauptstadt hätten sich für einige Zeit die Akten schicken lassen. Inzwischen liege der Vorgang aber wieder bei der Staatsanwaltschaft Leipzig. Die INES-Beamten hatten in der vergangenen Woche bei einer Razzia 20 Büros und Wohnungen von Unistermitarbeitern durchsucht.

Den konkreten Fall um partnersuche.de wollte Unister-Sprecher Konstantin Korosides nicht kommentieren. Es lägen ihm dazu keine Details vor. Anzeigen gegen ein großes Unternehmen wie Unister sind für den Sprecher nicht ungewöhnlich. Damit hätten viele Firmen zu kämpfen. Entscheidend sei, ob auch ein Urteil folge.

Wegen der anhaltenden Ermittlungen äußerten sich am Dienstag Vertreter von Stadt und Wirtschaft besorgt, dass das Unternehmen Schaden nehmen könnte. "Wenn es Vorwürfe gibt, muss dem nachgegangen werden", sagte Leipzigs Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU). Zugleich zeigte er sich sehr betroffen. Bei Unister handele es sich um ein Unternehmen mit Ausstrahlungskraft über die Region Mitteldeutschlands hinaus. Die Ermittlungen sollten deshalb mit Augenmaß und vor allem schnell erfolgen, "sonst schadet das dem Image des Unternehmens".

Dieser Meinung ist auch Hartmut Bunsen, Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlins. Es sei schlimm, so Bunsen, dass Unister bereits totgeredet werde, ohne genau zu wissen, was hinter den Ermittlungen stecke. "Was ist denn, wenn sich die Vorwürfe irgendwann als falsch herausstellen, die Firma aber kaputt ist?" Bis zur Verurteilung gelte auch bei Unister die Unschuldsvermutung.

Matthias Roth/Andreas Dunte/Anne Grimm

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