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Einkaufen in Leipzig: Halle laufen die Kunden weg - Saalestadt will Ramschmeile aufpeppen

Einkaufen in Leipzig: Halle laufen die Kunden weg - Saalestadt will Ramschmeile aufpeppen

Wer in Halle vom modernen Bahnhof in Richtung Innenstadt läuft, ist am Anfang der Fußgängerzone bitter enttäuscht: Bis auf wenige Fachgeschäfte treffen Reisende zunächst auf Ramsch am sogenannten „oberen Boulevard“.

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Halle will den sogenannten "oberen Boulevard" als Einkaufsmeile aufwerten.

Quelle: dpa

Halle/Leipzig. Kittelschürzen mit DDR-Charme baumeln neben Billigklamotten aus Asien auf Kleiderständern im oberen Teil der Leipziger Straße. Hippe Läden, Flanieratmosphäre - hier Fehlanzeige. Im unteren Teil der Fußgängerzone sieht es schon netter aus, Filialen von Modeketten, Kaufhäuser und Cafés prägen das Bild, 2220 Passanten wurden hier im April nach Angaben der Stadt an einem Samstag in einer Stunde gezählt, im oberen Teil deutlich weniger.

Die Stadt will das Image des „oberen Boulevard“ und somit auch der gesamten rund 230.000 Einwohner zählenden Kommune verbessern. Im Kern geht es in dem Konzept zur Umgestaltung der obere Leipziger Straße um einen Mix aus Verwaltung, Dienstleistung und Einzelhandel, vorhandene Flächen sollen aufgepeppt - ein neues Einkaufszentrum soll aber nicht entstehen. Spätestens bis 2015/2018 soll die obere Leipziger Straße Menschen zum Verweilen und auch verstärkt in die Altstadt einladen. Es soll aber nach heutiger Einschätzung kein Einkaufszentrum entstehen, teilte ein Sprecher der Stadt mit.

Bewegung in der guten Stube

„Wir brauchen da Bewegung. Es ist letztlich die gute Stube der Stadt“, sagt Halles Beigeordneter für Wirtschaft, Wolfram Neumann (CDU), mit Blick auf die Einkaufsmeile. Er kam 2008 aus dem Leipziger Rathaus nach Halle.

Kunden zieht es zum Einkaufen eher nach Leipzig, mit der im Halbstundentakt fahrenden S-Bahn von Halle aus ein Katzensprung. Die Promenaden im Leipziger Hauptbahnhof bieten auf zwei Etagen vom Imbiss bis zu Markenjeans einen Mix, die Geschäfte scheinen voll vermietet. In der Nähe locken 130 neue Läden in den Höfen am Brühl. In der Leipziger City residieren etwa in der Mädler-Passagen Nobelmarken.

Bei der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) trifft das Vorhaben der Stadt Halle auf offene Ohren. „Die Situation des Einzelhandels ist in Halle nicht die beste“, sagt IHK-Geschäftsführerin Antje Bauer. Angesichts der älter werdenden Bevölkerung sei es auch wichtig, deren Bedürfnisse nach kurzen Wegen, Dienstleistungen und Verweilmöglichkeiten Rechnung zu tragen. „800 Meter läuft keiner“, sagte Bauer. Dies hätten Befragungen zum Kaufverhalten nicht nur älterer Kunden in deutschen Städten ergeben.

Seit Jahren warnen Unternehmer daher auch vor einer Verelendung der Innenstädte und vor der Abwanderung der Kunden etwa in Einkaufszentren auf der grünen Wiese mit einem Branchenmix und Dienstleistungen unter einem Dach. Vor der „Haustür“ von Halle und Leipzig ist das riesige Shoppingcenter „nova eventis“ in Günthersdorf an der A9 (Berlin-München). Nicht weit entfernt soll ein Outletcenter in Brehna (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) entstehen.

Stadtrat Halle muss den Boulevard-Plänen zustimmen

„Die Stadt hat sehr wohl Einfluss darauf, was wo hinkommt“, sagt IHK-Sprecher Stefan Möslein zu immer wieder kehrenden Argumenten, eine Kommune könne nicht viel gegen ein Billigimage tun. Tübingen macht es vor. Ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1989 habe den Grundstein dafür gelegt. In der Stadt mit rund 82.000 Einwohner reihen sich heute statt Ein-Euro-Läden und großer Handelsketten vielmehr schmucke Buchhandlungen und edle Boutiquen aneinander. „Der Altstadt ist eine Mischung aus Wohnen, Dienstleistung, Handel und Gastronomie“, sagt Stadtsprecherin Sabine Schmincke.

Das Mietniveau sei in Tübingen vergleichsweise hoch. Gehobene Geschäfte könnten sich die Preise leisten - Ramschläden eher nicht, sagte Schmincke. Zudem sei die Kaufkraft - und somit der Bedarf an erlesenen Geschäften - vorhanden.

Den Plänen zur Umgestaltung des „oberen Boulevards“ muss noch der Stadtrat von Halle zustimmen - denn auch in der Stadtkasse ist das Geld knapp. „Und die Nachfrage nach preiswerten Produkten ist da, da können wir die Augen nicht verschließen“, sagte die IHK-Geschäftsführerin.

Petra Buch und Romina Kempt, dpa

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