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Energiesparlampen werden parallel zum Glühbirnenverbot teurer - Kritiker: "Abzocke"

Energiesparlampen werden parallel zum Glühbirnenverbot teurer - Kritiker: "Abzocke"

Parallel zum Verbot der 60-Watt-Glühbirne steigen die Preise für Energiesparlampen. Beim Leuchtmittelhersteller Osram hieß es am Mittwoch, inklusive einer Preisanhebung vom Frühjahr verteuerten sich Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren um bis zu 25 Prozent.

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Quelle: dpa

München/Amsterdam. Auch beim niederländischen Konzern Philips sind für Deutschland durchschnittliche Preissteigerungen zwischen 20 und 25 Prozent geplant, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Beide Konzerne betonen, Hintergrund sei nicht das Glühbirnenverbot sondern ein explosionsartiger Anstieg der Rohstoffpreise: „Seltene Erden sind in den vergangenen zwölf Monaten um 700 Prozent teurer geworden“, sagte Osram-Sprecher Schmidt der dpa. Energiesparlampen für Verbraucher seien dabei weniger stark betroffen, Halogen- und LED-Lampen gar nicht, hieß es in einer Mitteilung. Hintergrund seien vor allem die drastisch höheren Kosten für sogenannte seltene Erden, die überwiegend aus China stammen.

Auch Philips-Sprecher Steve Klink betonte, einen Zusammenhang zwischen Preiserhöhung und Glühbirnenverbot gebe es nicht. Philips-Chef Frans van Houten habe bereits Mitte Juli bei der Vorstellung der Unternehmensbilanz für das zweite Quartal deutlich gemacht, dass angesichts steigender Kosten für Rohstoffe die Preise weltweit erhöht werden. So würden zum Beispiel auch Kunden in den USA künftig etwa bis zu einem Viertel mehr für Energiesparlampen hinlegen müssen.

Kritiker sprechen von "Abzocke"

Die Ankündigung der Leuchtmittel-Hersteller Osram und Philips stößt auf scharfe Kritik. Der FDP-Verbraucherschutz-Sprecher Erik Schweickert sagte der Leipziger Volkszeitung: „Der zeitliche Zusammenhang lässt den Verdacht aufkommen, dass hier Verbraucher abgezockt werden. Das lässt die Hersteller nicht im besten Licht erstrahlen." Die sich jetzt abzeichnende Verteuerung sei aber auch Ergebnis der Regulierungswut der EU, die mit dem Verbot der herkömmlichen Glühlampe den Wettbewerb im Lampensektor eingeschränkt habe und sich nicht um die Folgen schere. "Leidtragender ist am Ende der Verbraucher, der nun Energiesparlampen zu teuren Preisen vorgesetzt bekommt", so Schweickert.

„Der Zeitpunkt ist doch sehr ungünstig gewählt“, sagte Nicole Maisch, verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, der dpa. „Da drängt sich der Verdacht auf, dass hier die Verbraucher abgezockt werden sollen.“ Sie sprach sich für ein umfassendes Recycling-System für Energiesparlampen aus. Die Rücknahme der Lampen, die auch giftiges Quecksilber enthalten, sei immer noch nicht klar geregelt. Osram-Vorstand Martin Goetzeler sagte der „Financial Times Deutschland“, Osram arbeite an Prozessen, um seltene Erden über Recycling zurückzugewinnen.

Für die Produktion der Leuchtmittel würden vor allem Lanthan, Europium, Terbium und Yttrium aus der Gruppe der seltenen Erden benötigt, erläuterte Osram-Sprecher Schmidt. Den Kunden seien die Preiserhöhungen schon vor einigen Wochen angekündigt worden. Ob und wie stark sie an die Verbraucher weitergegeben würden, liege allerdings beim Handel. Der Möbelkonzern Ikea und die Baumarktkette Praktiker erklärten auf Anfrage, sie planten vorerst keine Preiserhöhungen.

Ab diesem Donnerstag dürfen EU-weit keine herkömmlichen Glühbirnen mit mehr als 40 Watt in den Handel kommen. Dadurch dürfte die Nachfrage der Verbraucher nach Energiesparlampen deutlich ansteigen. Befürworter hatten bisher argumentiert, die wesentlich teureren Energiesparlampen wären nicht nur effizienter, sondern aufgrund ihrer längeren Haltbarkeit unterm Strich auch günstiger für die Verbraucher. Die Stiftung Warentest teilte am Mittwoch auf Anfrage mit, der Umstieg rechne sich weiterhin - auch bei Preiserhöhungen. Allerdings halten Kritiker dagegen, dass dies auf viele Haushalte nicht zutrifft - gerade wenn Lampen meistens nur kurz eingeschaltet werden.

Seltene Erden sind Metall-Rohstoffe mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Diese machen sie unentbehrlich für die Herstellung vieler Hightech-Produkte. Bis zu 97 Prozent der weltweiten Förderung und des Angebots kommen aus China, das aber den Export künstlich drosselt und damit auch den Ärger der Welthandelsorganisation auf sich zieht. Wegen der technologischen Innovationen steigt die Nachfrage derzeit enorm.

dpa/Olaf Majer

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