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Energiewende: Ost-Bundesländer pochen auf faire Kostenverteilung für Stromnetze

Energiewende: Ost-Bundesländer pochen auf faire Kostenverteilung für Stromnetze

Mehrere ostdeutsche Bundesländer pochen auf eine bundesweit faire Verteilung der Kosten für den Ausbau der Stromnetze. Hintergrund ist der enorme Investitionsbedarf angesichts der weiter wachsenden Zahl der Windkraftanlagen und Solarparks.

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Die Zentrale des Stromnetzbetreibers 50Hertz Transmission: Das Unternehmen deckt rund 30 Prozent der Fläche Deutschlands ab.

Quelle: Patrick Pleul/Archiv

Magdeburg. Nach der derzeitigen Gesetzeslage müssen die Stromverbraucher in den jeweiligen Erzeugungsregionen die Kosten für den Anschluss der Anlagen zahlen.

Sachsen fordert bereits seit Jahren Entlastungen für die Stromkunden im Land. Derzeit spreche sich Sachsen vor allem für eine kurzfristige Abschaffung der sogenannten „vermiedenen Netzentgelte“ für Windkraft und Photovoltaik aus, erklärte Sprecher Florian Schäfer. Dabei geht es um Beträge, die die Netzbetreiber - und damit letztlich die Stromkunden - den Betreibern von Anlagen für erneuerbare Energie zahlen müssen, weil in der Theorie dezentrale Anlagen weniger große Netze benötigen.

Derweil klagen Netzbetreiber darüber, dass sie die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien immer häufiger wegen mangelnder Kapazitäten im Netz drosseln müssten. „Die Netze bleiben das Nadelöhr der Energiewende in Ostdeutschland“, klagte etwa der größte regionale Verteilnetzbetreiber im Osten, die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom (Mitnetz) aus Halle, schon Anfang des Jahres.

Bis Mitte August dieses Jahres habe man 166 Mal Stromerzeuger bremsen müssen, weil die Übertragungskapazität fehlte, sagte Mitnetz-Sprecherin Evelyn Zaruba. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr waren es erst 159 Eingriffe, was aber schon damals einen Anstieg um 64 Prozent bedeutete. Auch beim Netzbetreiber 50 Hertz, der für das Höchstspannungsnetz im Osten Deutschlands zuständig ist, leuchten die Leitungen auf einer interaktiven Karte im Internet immer häufiger rot.

Für jede Verbindung können Interessierte sich die aktuelle Auslastung anzeigen lassen. Rote Farbe bedeutet eine Last von mehr als 70 Prozent. Der Betreiber stellt auch die abgeregelte Strommenge dar: In diesem Jahr waren es in Zusammenhang mit erneuerbaren Energien schon rund 116 Gigawattstunden - im gesamten vergangenen Jahr konnten 138 Gigawattstunden mangels Kapazitäten nicht genutzt werden.

Nach einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums wird sich die installierte Windkraft- und Photovoltaikleistung in Deutschland bis 2032 verdoppeln oder sogar verdreifachen. Dazu müssten 23 bis 49 Milliarden Euro in die Verteilnetze investiert werden, heißt es in der aktuellen Untersuchung. Vor allem in Nord- und Ostdeutschland würden die Netzentgelte dadurch steigen - um 16 bis 30 Prozent allein in den nächsten acht Jahren.

„Die durch die Netzbetreiber getätigten Investitionen werden auf die Netzentgelte im jeweiligen Netzgebiet umgelegt und führen damit auch bei den Verbrauchern im jeweiligen Netz zu höheren Belastungen“, erklärte etwa die Sprecherin des Potsdamer Wirtschaftsministeriums, Claudia Lippert. Im Bundesrat habe sich das Land bereits für einen Ausgleich eingesetzt - sich aber nicht durchsetzen können. „Das Land Brandenburg wird sich weiterhin für eine faire Verteilung der Netzentgelte einsetzen“, sagte Lippert.

Auch Sachsen-Anhalt hält die Kostenverteilung für ungerecht. Der Landtag verlangte im Februar einen zügigen Ausbau der Netze. Es müsse gleichzeitig sichergestellt werden, „dass die mit dem Netzausbau verbundenen Kosten als nationale Aufgabe innerhalb der Bundesrepublik gerecht verteilt werden“.

Rochus Görgen, dpa

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