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Ergotherapeuten und Logopäden verlieren ihre Jobs: Weitere Kündigungen im St. Georg

Ergotherapeuten und Logopäden verlieren ihre Jobs: Weitere Kündigungen im St. Georg

Georg. "Es ist ein Klima der Angst hier im Unternehmen", sagte Tilo Aé während eines Pressegesprächs. Das hatten der Konzernbetriebsratschef der Unternehmensgruppe St.

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Quelle: Christian Nitsche

Es rumort im St. Georg und seine Kollegen für gestern anberaumt - mit Blick auf aktuelle und angekündigte Kündigungen an der Klinik. Der Betriebsrat kritisierte Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) in dessen Funktion als Aufsichtsratschef. Es fehle ein Konzept zur Zukunft der Klinik. Und: Gekürzt würden nur Stellen in niedrigen Einkommensstufen. An die verhältnismäßig vielen hochdotierten Jobs, zum Beispiel die der Chefärzte, geht es nicht.

Wie berichtet, machte das Haus 2012 rund 1,6 Millionen Euro Verlust, Ende 2013 fehlen wohl 1,9 Millionen. Konsequenzen bislang: 17 Stationshilfen bekamen blaue Briefe, 103 Jobs wurden in Tochtergesellschaften ausgegliedert, die Geriatrie-Station schließt zum Jahresende. Aufsichtsratschef Fabian kündigte im LVZ-Interview 109 weitere Stellenstreichungen bis 2015 an. Gestern habe er erfahren, dass fünf bis sechs Ergotherapeuten und Logopäden betriebsbedingt gekündigt werden sollen, sagte Aé.

Markus Scholz, Betriebsratschef der Klinikum St. Georg gGmbH, erinnerte an positive Ergebnisse, die das Haus vor der Zergliederung 2006 eingefahren habe. Auch jetzt arbeite die Gruppe unter dem Strich nicht defizitär, sagte Aé der LVZ. Rote Zahlen schreibe vor allem die Klinikum St. Georg gGmbH, so Scholz. Die meisten der fünf Töchter würden Gewinn machen.

Die Situation werde bewusst schlechter dargestellt - als Begründung für Personalabbau oder tarifliche Schlechterstellung, sagte Scholz. Harte Kritik übte er an Bürgermeister Fabian, der als Aufsichtsratsvorsitzender die Entscheidungen der Geschäftsführung in den vergangenen Jahren mitgetragen habe. Jetzt seien auf einmal zu hohe Personalkosten verantwortlich für alles.

Bei den aktuellen und angekündigten Personalkürzungen fehlt dem Betriebsrat ein Konzept. "Wie soll die Klinik 2014, 2015, 2016 aussehen?", fragte Aé. Ein solcher Fahrplan sei nicht ersichtlich. Der Konzernbetriebsratschef fürchtet weitere Kürzungen, sein Kollege Scholz sieht bereits "ein qualitatives Problem, das auf uns zukommt". Kritik wurde auch an der Finanzausstattung durch den Freistaat laut.

Den Kündigungen für die 17 Stationshilfen, die zum Teil mehr als 30 Jahre im Haus beschäftigt waren, hat der Betriebsrat widersprochen. Mindestens zehn der Mitarbeiterinnen hätten geklagt, am Montag stehe ein erster Termin am Arbeitsgericht dazu an. Den betroffenen Kolleginnen seien keine Ersatzangebote gemacht worden, beklagte Aé. Es sei nicht einzusehen, weshalb niedrig bezahlten Arbeitnehmern gekündigt werde, wenn Strukturveränderungen kaum erkennbar seien.

Die Klinikleitung wollte sich gestern zu den Vorwürfen nicht äußern. Die Geschäftsführung sei nicht zu dem Pressegespräch eingeladen gewesen und wolle sich erst im Rahmen einer Betriebsversammlung am Dienstag erklären, so Sprecherin Andrea Minker.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.11.2013
Björn Meine

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