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Erntebrot Döbeln startet Planinsolvenz – die meisten Jobs bleiben aber erhalten

Trennung von 40 unrentablen Filialen Erntebrot Döbeln startet Planinsolvenz – die meisten Jobs bleiben aber erhalten

Die Erntebrot Döbeln ist in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Darum hat das Unternehmen jetzt einen Antrag auf ein gerichtliches Sanierungsverfahren gestellt. Die Geschäftsführer Alexander Großmann und Elke Lehmann führen den Betrieb nun gemeinsam mit der Kanzlei Kulitzscher und Ettelt durch diese Planinsolvenz.

Alexander Großmann und Elke Lehmann führen die Erntebrot GmbH gemeinsam mit der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt durch die Planinsolvenz

Quelle: Archiv

Döbeln. Die Döbelner Großbäckerei Erntebrot hat vor dem Amtsgericht Chemnitz einen Antrag auf ein gerichtliches Sanierungsverfahren gestellt. Die Gesellschaft, welche aktuell 347 Mitarbeiter beschäftigt, steckt in einer wirtschaftlichen Schieflage. Diese aktuelle Krise resultiert insbesondere aus einem verschärften Wettbewerb und darüber hinaus aus einer geänderten Geschäftspolitik verschiedener Supermarktketten, die auf eigene Backshops setzen, statt auf das Bäckerhandwerk in der Vorkassezone. Die Geschäftsführung hat hierauf unmittelbar reagiert und bereits im Jahr 2015 die ersten wichtigen Schritte zur Sanierung des Unternehmens eingeleitet. So ist nunmehr kein nennenswerter Personalabbau geplant, nachdem sich Erntebrot bereits in den letzten Monaten von 40 unrentablen Filialen getrennt hat.

Allerdings belasten etwa länger laufende Mietverträge noch das Betriebsergebnis. Nach intensiver Abwägung aller in Betracht kommenden Sanierungsoptionen haben sich die Geschäftsführer Alexander Großmann und Elke Lehmann deshalb dazu entschlossen, mit der Zielsetzung des Erhaltes und der Fortführung des Unternehmens beim Amtsgericht Chemnitz einen Eigenantrag auf Eröffnung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung zu stellen. Die bereits eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen sollen im Rahmen dieses Verfahrens zu Ende geführt werden. Die Geschäftsführung wurde dabei durch den Sanierungsspezialisten, Rechtsanwalt Stefan Ettelt, von der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt maßgeblich begleitet. Die Döbelner Kanzlei hat bereits bundesweit mehr als 107 Insolvenzverfahren initiiert und begleitet und gehört damit zu den führenden Kanzleien für moderne gerichtliche Sanierungsverfahren. Das Amtsgericht Chemnitz kam den Anträgen von Erntebrot bereits nach und ordnete die vorläufige Eigenverwaltung an.

Zum vorläufigen Sachwalter der Erntebrot GmbH wurde der Chemnitzer Rechtsanwalt Dr. Dirk Herzig von der bundesweit tätigen Kanzlei Schultze & Braun eingesetzt. Rechtsanwalt Herzig ist Spezialist auf dem Gebiet der Sanierung mittels Sanierungsplan und kann bereits auf zahlreiche erfolgreiche Unternehmenssanierungen, auch in der Bäckereibranche, zurückblicken. Das Gericht hat einen vorläufigen Gläubigerausschuss bestellt. „Der Gläubigerausschuss hat uneingeschränkt der Fortführung des Geschäftsbetriebes zugestimmt. Die Gesellschaft wird jetzt mit ihren Beratern und in enger Abstimmung mit dem vorläufigen Sachverwalter einen Sanierungsplan erstellen und alle Weichen für eine positive Zukunft von Erntebrot stellen“, ist Rechtsanwalt Stefan Ettelt optimistisch.

Der Geschäftsbetrieb läuft bis dahin in gewohnter Weise weiter. Die Geschäftsführung ist durch die vorläufige Eigenverwaltung uneingeschränkt handlungsfähig. „Unser ehrgeiziges Ziel ist, bis zum Weihnachtsgeschäft das Sanierungsverfahren abzuschließen“, so Ettelt. „In enger Abstimmung mit den Gläubigern, wollen wir das Unternehmen stabilisieren, notwendige Teilbereiche neu strukturieren und die Arbeitsplätze im Unternehmen erhalten“, sagt Geschäftsführer Alexander Großmann. Die Geschäftsführung werde dabei von den Mitarbeitern, aber auch von langjährigen Partnern, wie Lieferanten und Auftraggebern, unterstützt.

Erntebrot hat sich in Sachsen und darüber hinaus einen guten Ruf erarbeitet. Das spezialisierte Unternehmen beliefert über 70 eigene Filialen mit Brot- und Backwaren. Vor fast genau zwei Jahren übergab der im Januar verstorbene Firmengründer Albrecht Großmann (69) den Betrieb in die Hände seines Sohnes Alexander Großmann (40) und seiner langjährigen Prokuristin Elke Lehmann. 1992 hatte Albrecht Großmann die damalige Konsumbäckerei im Rahmen eines so genannten Management-Buy-Out von der Treuhand übernommen. Hinter dem Begriff steckt die Übernahme eines Betriebes durch im Unternehmen arbeitende Führungskräfte.

Von Thomas Sparrer

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