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Fehlendes Bauteil: BMW hält in Leipzig die Bänder an

Produktionsstopp Fehlendes Bauteil: BMW hält in Leipzig die Bänder an

Ein fehlendes Bauteil zwingt BMW zum teilweisen Stopp der Produktion im wichtigen Werk Leipzig. Der Schaden geht in die Millionenhöhe.

Betroffen: Die Produktion des 1er.
 

Quelle: Schmied

Leipzig.  Im Leipziger BMW-Werk stehen seit Freitag die meisten Bänder still. BMW-Sprecher Jochen Müller begründete das am Sonntag gegenüber der LVZ mit Versorgungsproblemen bei Lenkgetrieben durch einen italienischen Zulieferer. “Bei der Belieferung von einzelnen Bauteilen kommt es derzeit zu Unregelmäßigkeiten”, sagte Müller. Betroffen ist die klassische Produktion der 1er- und 2er-Modelle. Unberührt von den Schwierigkeiten ist die Fertigung des Stromers i3 sowie des Hybrid-Sportwagens i8.

Müller berichtete, dass sich die Engpässe bereits am Donnerstag abgezeichnet hätten. Daraufhin seien die Mitarbeiter informiert und jeweils zwei Schichten für Freitag und Montag sowie die eine Sonnabend-Schicht abgesagt worden. Sonntags wird im Werk nicht produziert. Die Einkäufer des Konzerns arbeiteten fieberhaft an Lösungen. “Wir planen, am Dienstag die Fertigung wieder hochzufahren”, sagte der Werkssprecher. Auch am Standort München kam es in den vergangenen Tagen zu Produktionseinschränkungen.

Im Schnitt werden in der Fabrik im Norden Leipzigs 850 Stück vom 1er und 2er hergestellt. Ein Ausfall von fünf Schichten bedeutet, dass rund 2000 geplante Fahrzeuge nicht produziert werden. Der Schaden geht somit in die Millionenhöhe. Ob die ausgefallene Fertigung nachgeholt werden, etwa durch eine Spätschicht an Sonnabenden, stehe noch nicht fest. Die vom Ausfall betroffenen Beschäftigten sind Zuhause geblieben und erhalten einen Teil der Stunden gutgeschrieben.

Das BMW-Werk wurde 2005 eröffnet. Bislang hat der Münchner Autokonzern gut zwei Milliarden Euro in den Standort investiert. Auf den Gehaltslisten stehen 5300 Mitarbeiter. Im vorigen Jahr wurden 246 550 Fahrzeuge fabriziert. Damit kommt jeder zehnte BMW aus Sachsen. Seit September 2013 rollt mit dem i3 das erste Elektroauto von BMW von den Bändern. Wenig später folgte der i8. Von diesen beiden Fahrzeugen werden täglich zusammen rund 120 Stück gefertigt. Experten rechnen damit, dass im Zuge der Elektromobilitäts-Offensive von BMW auch das Leipziger Werk erweitertet wird. Spekulationen ranken sich um den Mini, der im britischen Oxfort zusammengebaut wird. Dessen elektrische Variante, die nächsten Jahr auf den Markt kommen soll, könnte in Leipzig hergestellt werden.

Von Ulrich Milde

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