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Festakt in Leuna: Merkel betont Höhen und Tiefen des Chemie-Standortes

„Ohne Chemie ist nicht viel“ Festakt in Leuna: Merkel betont Höhen und Tiefen des Chemie-Standortes

Der Chemiestandort Leuna im Süden Sachsen-Anhalts spiegelt nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte wider.

Angela Merkel am Donnerstag mit Chemikerinnen in Leuna.
 

Quelle: dpa

Leuna.  Der Chemiestandort Leuna im Süden Sachsen-Anhalts spiegelt nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte wider. Leuna stehe sowohl für Erfindergeist als auch für Misswirtschaft und Umweltsünden in der DDR, sagte Merkel am Donnerstag bei einem Festakt zum 100-jährigen Bestehen des Standorts.

Sie erinnerte auch an die Gründung des ersten Werks mitten im Ersten Weltkrieg, als Sprengstoffe benötigt wurden. Auch die Zwangsarbeiter in der Zeit des Nationalsozialismus dürften nicht vergessen werden. „Es bleibt unsere Pflicht, daran zu erinnern“, sagte Merkel. Heute sei die Region ein Beispiel internationaler Zusammenarbeit.

Die Chemie bleibt aus Sicht der Kanzlerin auch eine Kernindustrie der deutschen Wirtschaft. „Ohne Chemie ist nicht viel“, sagte Merkel. Die Branche mit bundesweit 400.000 Arbeitsplätzen sei ein Innovationstreiber, auch bei der Bekämpfung des globalen Hungers werde sie angesichts einer steigenden Bevölkerungszahl eine zentrale Rolle spielen.

Die Chemie helfe zum Beispiel beim Umweltschutz, bringe neue Materialien auf den Markt oder entwickle Energiespeicher, sagte Merkel: „Wissenschaft und Forschung haben in der chemischen Industrie eine große Tradition.“ Es müsse aber immer wieder darauf geachtet werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibe. Dabei seien Energiekosten wichtig: „Energiewende und Zukunft der chemischen Industrie zusammenzubringen, ist keine triviale Aufgabe.“

Dies sei aber lösbar. Zudem warb Merkel für einen globalen freien Handel - das EU-US-Abkommen TTIP ist weiter heftig umstritten. Beim Thema Umweltschutz bescheinigte sie der Branche große Fortschritte. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte, ohne den Erhalt einer industriellen Basis hätte Deutschland 1945 wie auch 1990 keine Zukunft gehabt.

Der Chemiestandort Leuna war im Ersten Weltkrieg von BASF gegründet worden. Merkel erinnerte bei dem Festakt daran, dass damals die Schlacht um Verdun tobte und Sprengstoffe benötigt wurden. „Die Nachfrage nach Munition war groß.“ Auch dürften die Zwangsarbeiter in der Zeit des Nationalsozialismus nicht vergessen werden. Tausende hätten im Zweiten Weltkrieg unter fürchterlichen Bedingungen die Produktion aufrechterhalten müssen, andere seien ermordet worden. „Es bleibt unsere Pflicht, daran zu erinnern“, sagte Merkel.

In der DDR-Zeit erlebte das Chemiekombinat einen wirtschaftlichen Niedergang. Nach der Wende wurde vom heutigen Total-Konzern aus Frankreich eine große Raffinerie gebaut.

Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hatte sich für den Erhalt des Chemiestandortes eingesetzt. Der Chef der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, erinnerte daran, dass rund zwei Drittel der Jobs verloren gingen: „Der Arbeitsplatzabbau war bitter.“ Trotzdem sei Leuna eine Erfolgsgeschichte. In dem Industriepark sind heute rund 100 Firmen aktiv, die etwa 9000 Mitarbeiter zählen.

Von goergen

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