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Früherer Infinus-Chef spricht vor Gericht von „Fehlern“

Prozess Früherer Infinus-Chef spricht vor Gericht von „Fehlern“

Seit Monaten verhandelt das Dresdner Landgericht zu Infinus. Es geht um Millionenbetrug. Mit einer Ausnahme schwiegen die Angeklagten bisher. Nun redet der frühere Konzernchef.

Seit Monaten verhandelt das Dresdner Landgericht zu Infinus. (Archivfoto)

Quelle: Christian Modla

Dresden. Im Betrugsprozess gegen sechs Ex-Manager des Infinus-Finanzkonzerns hat der frühere Geschäftsführer am Montag sein Schweigen gebrochen. Dabei sprach er am Landgericht Dresden von „Fehlern“, aber auch von mangelnder Kontrolle. Es sei nicht alles optimal gelaufen, „es sind Fehler passiert“, erklärte der Hauptbeschuldigte, mit dem ein weiterer Angeklagter sein Schweigen brach. Er gab zudem Auskunft über seine damaligen Ideen, Pläne sowie Geschäftspraktiken. „Das war kein Geständnis, nur eine Erklärung“, sagte ein Staatsanwalt.

Nach Angaben des Angeklagten gab es von den Aufsichtsbehörden keine Beanstandungen, dass etwas nicht stimme, auch nicht von den Banken. Dabei hätten sie ebenso wie die Finanzämter und Wirtschaftsprüfer Einsicht in alle Unterlagen gehabt. Laut dem Ex-Manager hat es ständig Kontrollen, aber nie Hinweise auf widerrechtliche Geschäftspraktiken gegeben. „Keiner hat etwas in Frage gestellt.“ Er sei deshalb davon ausgegangen, „dass alles in Ordnung war.“

In dem seit November 2015 laufenden Prozess wird wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs im besonders schweren Fall und Kapitalanlagebetrug gegen fünf der Männer verhandelt, einer ist wegen Beihilfe angeklagt. Dabei geht es um Geld von rund 22.000 Anlegern und ein Volumen von 312 Millionen Euro. Die Befragung des Hauptbeschuldigten soll am Donnerstag fortgesetzt werden.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft betrieben die Beschuldigten ein Schneeballsystem. An einem der ersten Prozesstage hatte der frühere Prokurist des Ex-Chefs angegeben, dass über das Geflecht von Firmen auch riskante Versicherungsgeschäfte zur Gewinnmaximierung gemacht wurden. Der spätere Vorstand hatte bereits im Zuge der Ermittlungen umfangreiche Angaben gemacht und war im Februar 2014 freigekommen. Die anderen Angeklagten befinden sich seit über zwei Jahren in Untersuchungshaft.

Ein Hinweis von Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hatte die Ermittlungen Mitte 2012 ins Rollen gebracht. Nach Sicherstellung umfangreicher Vermögenswerte musste ein Unternehmen nach dem anderen aus dem Firmengeflecht Insolvenz anmelden.

LVZ

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