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Frühlingserwachen in der City - Leipzigs Handel im Umbruch

Frühlingserwachen in der City - Leipzigs Handel im Umbruch

Sieht so etwa Frühlingserwachen aus? Wer vom Leuschnerplatz zum Brühl marschiert, hat momentan eher das Gefühl von Endzeitstimmung: Schaufenster leer oder verhangen, Preissturz bis zu 70 Prozent und immer wieder der Hinweis "Wir schließen!".

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Ausverkauf: Das Schuh-Outlet verlässt in Kürze die Petersstraße.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Doch der Schein trügt. Selbst wo "Räumungsverkauf" dran steht, muss noch lange nicht Schluss sein. Die Händler machen Platz für Neues. Und da gibt es viele Wege, Ware an die Frau und den Mann zu bringen. Dass mit dem Räumungsverkauf zwangsläufig eine Geschäftsaufgabe signalisiert wird, sei längst nicht mehr Usus, erklärt Marlies Göllnitz-Gellert, Karstadt-Geschäftsführerin und Vorsitzende der Händlergemeinschaft "City Leipzig Marketing". Der Begriff stehe inzwischen auch für Lagerräumung - da sei nichts dabei. Ebenso wie keiner mehr auf ein Signal für den Schlussverkauf warte. "Dieses Geschäft wird vorgezogen, da sind sich alle einig", so die Fachfrau. Wer bis Ende Januar warte, sei "falsch unterwegs".

Und wer will das schon? "Münster accessoires" jedenfalls räumen beim deklarierten Räumungsverkauf nur ihre Lager. "Wir schließen nicht", betont Filialleiterin Müller. Fürs Schuh-Outlet nebenan sei dagegen Schluss, so ein Mitarbeiter. "Allerdings erst in zwei Monaten." Trotzdem: "Alles muss raus." Auch wer bleibt, bietet satte Rabatte. Alle buhlen um die Sparfüchse.

Kaum zu übersehen sind die straßenüberspannenden Banner, die den Räumungsverkauf im Schuhwerk II verkünden. "Wir schließen" ist an der Tür zu lesen. Und das Fachgeschäft ist nicht das einzige. Die Hainstraße ist im Umbruch. Mehrere Läden stehen leer, Auszüge und Renovierungen sind avisiert, aber auch bereits wieder neue Mieter eingezogen.

"Das ist übliches Wechselverhalten", betrachtet Göllnitz-Gellert die Situation nüchtern. Auch in der Mädlerpassage seien mit Basler und Lacoste Händler weg, aber neue Anbieter bereits in den Startlöchern. "Für die Hainstraße ist diese Bewegung ein Silberstreif am Horizont", so die Sprecherin der Händlergemeinschaft. "Diese Straße ist doch seit 20 Jahren gebeutelt. Da brauchten Eigentümer wie Händler Geduld. Aber jetzt geht es aufwärts." Schade sei nur, dass manchem, der die schlechten Zeiten überdauert habe, nun die Kraft für die Zukunft dort ausgehe. "Richtig interessant wird die Hainstraße natürlich erst, wenn die Hainspitze keine Baustelle mehr ist."

Das sehen auch die knapp 20 Mitarbeiter im Schuhwerk II so. "Ich habe in der Vergangenheit diese Straße sterben sehen", so die stellvertretende Teamleiterin Birgit Müller. Jetzt pulsiere wieder das Leben, wenngleich in unmittelbarer Nachbarschaft auch Läden verschwinden. Geschäftsführer Karsten Günther betont aber zugleich: "Wir ziehen erst einmal nur um, bleiben in der Hainstraße und Sachsens größtes Markenschuh-Kaufhaus. Wenn sich das Geschäft in Leipzig aber weiter negativ entwickelt, gehen wir weg." Er habe einen Masterplan, möchte investieren, betrachte den andauernden Zuwachs an Verkaufsfläche jedoch als Nachteil. "Alle pokern und hoffen auf Primark. Dieser Discounter bringt jedoch höchstens Teenies, aber keine Kaufkraft in die Stadt", sieht es der Händler nüchtern, der auch ein verändertes Kaufverhalten beobachtet: "Wir spüren, dass wieder mehr Leute Arbeit und weniger Zeit zum Einkaufen haben." Statt häufig durch die Läden zu bummeln, kämen sie einmal, gäben viel Geld aus und blieben dann wieder lange weg. "Klar, die Hainstraße mausert sich, wird dabei aber auch teurer. Wer es nicht schafft, sich auf die neue Zeit einzustellen, wird vom Markt verschwinden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.01.2014

Cornelia Lachmann

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