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Für Leipzigs Tourismus scheint nur noch die Sonne

Für Leipzigs Tourismus scheint nur noch die Sonne

Leipzigs Tourismus ist im Aufwind: Jahr für Jahr werden neue Gästerekorde vermeldet. Sicher auch ein Verdienst der Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH. Dennoch wünschen sich Stadträte mehr Kontrolle über die Gesellschaft, das Leipzig nach außen hin vermarktet.

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Leipzig entwickelt sich gut - auch als Reiseziel für Touristen. Dennoch wollen Stadträte mehr Einfluss auf den LTM, der die Stadt nach außen hin vermarktet.

Quelle: Andreas Schmidt

"Dass eine Firma, die hauptsächlich aus Mitteln der Stadt Leipzig finanziert wird, seit Jahren der Kontrolle des Stadtrates entzogen wird, ist für uns nicht länger hinnehmbar", sagt Frank Tornau, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. "Bisher haben wir weder die Möglichkeit bei der Auswahl der Geschäftsführung noch bei strategischen Entscheidungen mitzuwirken, obwohl die Finanzierung der LTM hauptsächlich aus dem Stadthaushalt erfolgt. So dürfen wir mit Steuergeldern nicht umgehen." Die CDU-Fraktion fordert nun eine Struktur, die wie bei anderen Beteiligungen der Stadt einen Aufsichtsrat ermöglicht, dem auch Mitglieder des Stadtrates angehören.

Wie ist die GmbH eigentlich organisiert? Ihr Eigentümer ist der Verein Leipzig Tourist Service (LTS), dem 97 Mitglieder angehören - darunter viele aus der Tourismus- und Kulturbranche. Zwölf Vorstandsmitglieder stellen da unter Leitung von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Weichen. Neben den Bürgermeistern Uwe Albrecht (Wirtschaft/CDU) und Michael Faber (Kultur/parteilos) sind unter anderem Messe, IHK, Flughafen, Zoo, Bach-Archiv sowie die "Leipzig Hotel Alliance" vertreten. "Der Vorstand gibt unseren Marketing- und Wirtschaftsplan frei, der natürlich vorher mit unseren Mitgliedern diskutiert wird", erläutert LTM-Geschäftsführer Volker Bremer. LTM übernimmt dann das operative Geschäft, wird von einem Marketingbeirat begleitet. Dem gehören neben Universität, HHL, Gewandhaus, Congress Center Leipzig, 4884 Funktaxi oder "Gästeführungen Leipzig und Umland" auch OBM Jung und BM Albrecht an. Marketing- und Wirtschaftsplan wurden in der Vergangenheit auch den im Wirtschaftsausschuss sitzenden Stadträten präsentiert. "Ich habe immer signalisiert, dass sich Stadträte in den Planungsprozess einbringen können. Bislang ist das aber eher selten passiert", so Bremer.

Das Budget der LTM GmbH beträgt 2015 etwa 5,4 Millionen Euro, wovon die Stadt 2,2 Millionen Euro beisteuert. Die Summe soll ab 2016 auf 2,3 Millionen steigen. Mehr als die Hälfte des Budgets wird durch eigene Umsätze und sonstige Projekte mit Partnern erwirtschaftet. Wofür das Geld ausgegeben wird, steht in den Marketing- und Wirtschaftsplänen. Mehrere Fraktionen haben jedoch im vorigen Herbst angemahnt, dass ein Tourismuskonzept für Leipzig fehlt.

"Die Stadt braucht ein klares Bekenntnis, wohin sich der Tourismus entwickeln soll, wie die Strategien dazu aussehen, wo die Defizite liegen", sagt die ehemalige Grünen-Stadträtin Heike König, die die Geschäftsstelle des Grünen Ringes leitet. Jene Strategie muss eigentlich das städtische Wirtschaftsdezernat unter Bürgermeister Albrecht (CDU) vorgeben - seit mehreren Jahren geschieht das aber eher halbherzig. Mit der Analyse beauftragt wurde BTE, eines der führenden Unternehmen in der Tourismusberatung in Deutschland und Europa, in Zusammenarbeit mit dem LTM.

Die Erarbeitung des Konzeptes benötigte mehr Zeit als erwartet, weil diverse städtische Ämter und Referate mit Zuarbeiten beteiligt waren. Ein Entwurf wurde inzwischen im Wirtschaftsausschuss vorgestellt. Intern heißt es bereits, dass dieser nicht alle Erwartungen erfüllt und zu wenig Lösungen für vorhandene Defizite aufzeigt. So werde nicht beantwortet, wie fehlende Caravan-Stellplätze bereitgestellt werden könnten.

Der Freistaat hat die Entwicklung von Leipzig und Region in einem Pilotprojekt als "touristische Destination" gefördert. Sächsisches Burgenland, Heideland, das Leipziger Neuseenland sowie die Stadt Leipzig werben gemeinsam um Gäste - was im umstrittenen Logo "Leipzig Region" äußerlich sichtbar wird.

Das Entwicklungspotenzial wird im Frühsommer im Rat diskutiert. Dann muss die Frage beantwortet werden, ob es eine Kontrollinstanz geben wird, über die der Stadtrat künftig seinen Einfluss wahrnimmt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.04.2015
Mathias Orbeck

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