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"Ganz normale Geschäfte" - Geld auftreiben für Filmprojekte

"Ganz normale Geschäfte" - Geld auftreiben für Filmprojekte

"Es geht nur darum, Netzwerke zu bauen." Das Café im Erdgeschoss des Leipziger  Museums der bildenden Künste ist dicht besetzt. Es wird während einer Woche zum Zentrum der Geschäfte des Dokfilmfestivals.

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Paola Castilla (r.) von ChileDoc im Gespräch mit Lola Silbermann.

Quelle: Antoine Tricot

Leipzig. Michal Jakulski arbeitet in Polen als Regisseur. Aber dieses Jahr kommt er als Produzent nach Leipzig. "Ich soll Geld auftreiben, um ein Projekt zu Ende zu führen. Hier ist ein guter Platz, um Leute zu treffen, die mich Produzenten vorstellen können."

 "Du musst lauter sprechen", sagt ihm lächelnd Irem Couchouron, die mit ihm diskutiert, und zwei Männer, die einige Meter entfernt sitzen. "Einer ist vom kanadischen Knowledge Channel und der andere von SVT, einem Fernsehsender aus Schweden", fügt sie hinzu. Das ist genau ihr Job: Regisseure und Produzenten mit Festival- oder Fernsehvertretern zusammenzubringen. Sie arbeitet für den französischen Doc-Markt "Sunny Side of the Doc", wo sich jedes Jahr Profis der Doku-Branche treffen. "Ich war letztes Wochenende im Documentary Campus in München, wo verschiedene Projekte präsentiert wurden. Jetzt bleibe ich einige Tage bei der Dokwoche, so dass ich schnell ein fast komplettes Bild darüber bekomme, was in Europa im Moment geschaffen wird."

 1550 Fachbesucher, davon ungefähr ein Drittel aus dem Ausland, haben sich dieses Jahr für die Dokwoche akkreditiert. Ein Rekord, sagt Pressesprecher Helge Birkelbach. Dok Industry, die Branchenplattform von Dok Leipzig, bietet ihnen sehr viel: Von Workshops für die Produzenten und Regisseur, um ihre Filme besser zu vermarkten, bis zum Leipzig Screening, speziellen Vorführungen für die Einkäufer. Koproduktionstreffen wurden kurz vor dem Festival organisiert, wo Dokumentarfilmproduzenten Partnern und Finanziers für ihre Projekte begegnen konnten. Außerdem finden während des Festivals verschiedene Branchendiskussionen statt.

 In einer kleinen Box des Dok-Market-Raums zwei Stockwerke über dem Café schaut Jana Dobasova schon seit dem Morgen Dokumentarfilme. Als "Buyer" kauft sie manche für das öffentliche tschechische Fernsehen, Ceská televize. "Mein Ziel ist, möglichst viele Filme zu screenen und die, die für tschechische Zuschauer geeignet sind, auszuwählen." Damit hat sie viel zu tun, da ihre Firma letztes Jahr zwei neue Kanäle gegründet hat und deswegen viel mehr Sendezeit für Dokumentarfilme bietet. Neben einigen Terminen, mit Irem Couchouron unter anderem, wird sie in drei Tagen ungefähr 45 Filme schauen. Ihre Unterkunft und Akkreditierung hat das Festival bezahlt.

 Um von solchen potenziellen Einkäufern besser wahrgenommen zu werden, schließen sich manche Produzenten und Regisseure zusammen. Paola Castillo leitet so eine Vereinigung, ChileDoc, die vom chilenischen Staat finanziert wird. Vor vier Jahren wurde sie vom Direktor des Festivals, Claas Danielsen, in die Jury eingeladen. Jetzt kommt sie als Vertreterin einer der internationalen Partner-Institutionen und versucht, die Qualität der chilenischen Produktionen bekannt zu machen. "Im Gegensatz zu riesigen Festivals wie IDFA in Amsterdam ist es hier einfacher, persönliche Beziehungen zu knüpfen." Von der schnellen Internationalisierung des Markts ist sie überrascht. "Vor zehn Jahr war eine Koproduktion mit Syrien und Russland undenkbar. Heute ist es fast selbstverständlich!"

 "Das sind ganz normale Geschäfte", beurteilt Nenad Puhovski, der vor der nächsten Vorführung eine Suppe löffelt. Er leitet sonst das Zagreb-Dox-Festival in Kroatien. "Ich bin hier, um Filme zu schauen, Leute zu treffen und zu sehen, wie die Zuschauer reagieren. Dok-Festivals sind dafür da, Menschen zusammenzubringen, um über die Filme zu sprechen. Für Filme, die über die Probleme der Welt berichten, ist es besonders wichtig."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.11.2013

Antoine Tricot

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