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Gewerschaft schiebt bei Momox in Leipzig Betriebsrat an

Gewerschaft schiebt bei Momox in Leipzig Betriebsrat an

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) macht bei der anstehenden Neuwahl der Betriebsräte Dampf: Mit Aktionen rund um die Mitbestimmung sollen mehr Mitarbeiter an die Wahlurnen gelockt werden.

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Momox-Mitarbeiter im Leipziger Versandzentrum im ehemaligen Quelle-Gebäude.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Und dabei sollen viele Betriebe hinzukommen, die bisher keine Arbeitnehmervertretung hatten, kündigte Leipzigs DGB-Chef Bernd Günther gestern an. Größter Neuzugang: das Leipziger Versandzentrum von Momox.

In den Betrieben, die einen Betriebsrat haben, laufen derzeit die Wahlvorbereitungen auf Hochtouren: Zwischen 1. März und 31. Mai, so schreibt es das Gesetz vor, muss neu gewählt werden. Einzige Ausnahme: Wo das Gremium erst in den letzten zwölf Monaten gebildet wurde, weil umstrukturiert wurde oder es vorher gar keine Arbeitnehmervertretung gab, wird die Wahl dieses Mal ausgelassen.

Mit Aktionen zur Mitbestimmung will der DGB nun dafür sorgen, dass möglichst viele Mitarbeiter an die Wahlurne kommen. "Am 26. März machen wir zum Beispiel ein Pendlerfrühstück am Hauptbahnhof", kündigte Bernd Günther, Geschäftsführer der DGB-Region Leipzig-Nordsachsen, gestern an. Arbeitnehmer, die per S-Bahn zur Arbeit fahren, würden dann am Hauptbahnhof begrüßt. "Mit Informationsblättern und einem stärkenden Frühstück." Ziel: "Wir streben eine höhere Wahlbeteiligung an als vor vier Jahren." Damals lag sie in der DGB-Region, zu der die Stadt Leipzig und die Landkreise Leipzig und Nordsachsen gehören, bei 71,4 Prozent - und damit schon gut einen Prozentpunkt über dem Bundesdurchschnitt. "Dieses Mal streben wir 75 Prozent an", sagte Günther.

Noch wichtiger ist ihm aber, dass mehr Betriebe überhaupt ein solches Gremium erhalten. Zwar gebe es im Kammerbezirk Leipzig fast 12 000 Betriebe mit fünf oder mehr Mitarbeitern, die laut Gesetz ein solches Organ bilden müssten. Doch nur die wenigsten hätten wirklich einen Betriebsrat. Genaue Zahlen für die Region kennt zwar auch der DGB nicht. Der letzten bundesweiten Erhebung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge hatte 2012 aber nur jedes neunte Unternehmen bundesweit ein solches Gremium. "Bei den großen Industriebetrieben ist das fast flächendeckend der Fall", sagte Günther. "Doch die sitzen meist im Westen. Bei kleinen und mittleren Unternehmen, wie sie bei uns vorherrschen, haben nur wenige einen Betriebsrat." Folge: Während im Westen 43 Prozent aller Arbeitnehmer in Unternehmen mit Betriebsrat arbeiten, sind es im Osten nur 36 Prozent.

Das wollen die Gewerkschaften nun ändern. Erstmals gewählt wird etwa bei dem Internethändler Momox, der seit 2012 in Leipzig im ehemaligen Quelle-Gebäude sein Versandzentrum betreibt - mit 400 Mitarbeitern. Nachdem bei Amazon schon 2009 ein Betriebsrat angeschoben wurde, soll nun Momox folgen, kündigte Leipzigs Verdi-Chefin Ines Kuche an. Mit offenen Armen sei man auch hier nicht empfangen worden. "Wir mussten erst einmal nachweisen, dass wir überhaupt Mitglieder dort haben, um Zugang zu bekommen." Jetzt laufe die Wahl aber.

Dabei profitierten auch die Unternehmen von der Mitbestimmung, warb Günther. "Sie ist Teil des Erfolgsrezepts in Deutschland. Betriebsräte haben sich als Krisenmanager bewährt." Auch Dank der Arbeitnehmervertreter sei es gelungen, die Krise 2008/09 durch Kurzarbeit abzufedern. "Leider ist das aber noch nicht bei allen Unternehmern angekommen. Vor allem Mittelständler wollen keinen Betriebsrat - und lassen das die Mitarbeiter auch spüren." Um Sanktionen und Schikanen zu vermeiden, liefen die Vorbereitungen daher meist im Verborgenen.

Neben Momox sollen in diesem Jahr noch weitere hinzukommen, sagte Günther. "Wir sind da bei einigen Unternehmen dran." Namen will Günther aber lieber nicht nennen. "Die meisten wissen noch gar nicht, dass sie bald einen Betriebsrat bekommen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.03.2014
Frank Johannsen

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