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Gläubiger von Unister-Dachgesellschaft können nur mit wenig Geld rechnen

Nur noch 400.000 Euro da Gläubiger von Unister-Dachgesellschaft können nur mit wenig Geld rechnen

Die Gläubiger der Muttergesellschaft des insolventen Leipziger Internetkonzerns Unister müssen offenbar damit rechnen, nur einen sehr kleinen Teil ihrer Forderungen ausgezahlt zu bekommen.

Eingang zur Unister-Zentrale in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Die Gläubiger der Muttergesellschaft des insolventen Leipziger Internetkonzerns Unister müssen offenbar damit rechnen, nur einen sehr kleinen Teil ihrer Forderungen ausgezahlt zu bekommen. Die Insolvenzverbindlichkeiten der Unister Holding GmbH beliefen sich auf knapp 163 Millionen Euro, das vorhandene Vermögen auf knapp 400.000 Euro, berichteten „Süddeutsche Zeitung“ und NDR am Donnerstag.

Sie beriefen sich auf vorläufige Zahlen aus einem Prüfbericht des Insolvenzverwalters Lucas Flöther für das Amtsgericht Leipzig. Darin heißt es demnach, aus der finanziellen Lage ergebe sich eine „rechnerische Quote“ für die Gläubiger der Holding GmbH von 0,244 Prozent. Somit würden für Außenstände von 100 Euro lediglich knapp 25 Cent zurückfließen.

Dem Bericht zufolge gehören zu den Gläubigern der Holding GmbH das Finanzamt Leipzig II, das 22,4 Millionen Euro fordere, sowie die Bundesagentur für Arbeit, die Förderbank des Freistaats Sachsen und mehrere Krankenkassen.

Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Lucas Flöther sagte der Nachrichtenagentur AFP, die eigentlichen Werte des Konzerns steckten in den diversen Tochtergesellschaften, die in der Reisebranche tätig sind. Deren Gläubiger könnten „bei der Verwertung“ dieser Einzelfirmen mit hohen Quoten rechnen. Inwieweit entsprechende Erlöse an die Muttergesellschaft und damit letztlich deren Gläubiger weitergereicht werden, sei noch unklar.

Unister hatte Mitte Juli Insolvenz angemeldet, nachdem Gründer und Gesellschafter Thomas Wagner tödlich mit dem Flugzeug verunglückt war. Mehrere Tochterfirmen rutschten danach ebenfalls in die Insolvenz. Dem Bericht von „SZ“ und NDR zufolge hatten sich Wagner und zwei weitere Gesellschafter insgesamt vier Millionen Euro bei Unister geliehen.

Insolvenzverwalter Flöther will den Konzern voll auf die Geschäftsfelder Flug und Touristik ausrichten. Andere Geschäftsteile sollen ausgegliedert oder einzeln verkauft werden. Anfang Dezember teilte Flöther mit, der Geschäftsbereich Touristik mit dem Portal ab-in-den-urlaub.de weise trotz eines geringeren Umsatzes als im Vorjahr derzeit Gewinne aus. Auch das Geschäftsfeld Flüge arbeite „profitabel“. Die Unternehmensgruppe sei knapp fünf Monate nach den ersten Insolvenzanträgen wieder in der Gewinnzone.

LVZ

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