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Gute Karten für deutsche Reisebüros

Urlaub Gute Karten für deutsche Reisebüros

Lange Zeit kränkelten die deutschen Reisebüros. Die Konkurrenz durch den Onlinereisevertrieb erschien existenzbedrohend. Nun ist der Umsatz im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Die Stimmung ist auch in sächsischen Reisebüros gut.

Der Umsatz deutscher Reisebüros steigt zum zweiten Mal in Folge.

Quelle: dpa

Leipzig. Totgesagte Leben länger – das trifft zumindest auf das klassische Reisebüro zu. Nach Jahren der Flaute durch das boomende Onlinegeschäft finden immer mehr deutsche Urlauber den Weg zu den stationären Reiseexperten. Bereits zum zweiten Mal in Folge ist der Umsatz gestiegen und kletterte 2015 um drei Prozent auf 23,7 Milliarden Euro. Das ist eine Milliarde mehr als 2013. „Diese Entwicklung ist sehr erfreulich“, kommentiert Sybille Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reise Verbands. Laut Sebastian Ebel, Deutschlandchef des Reise-Riesen TUI, hätten gerade in der unsicheren Zeit für Reisende Service und Beratung wieder Konjunktur. „Und das wird sicher auch in den nächsten Jahren noch so bleiben.“ Es sei wichtig, den direkten Bezug zu den Kunden nicht zu verlieren. Dem Online-Geschäft seien natürliche Grenzen gesetzt, erläuterte er. Ein weiterer Beleg für das Comeback: Die Zahl der niedergelassenen Reisebüros steigt seit zwei Jahren wieder leicht an. 2014 waren es deutschlandweit 9829 im Folgejahr 9880. Das geht aus einer Hochrechnung der DRV-Vertriebsdatenbank hervor.

Von einer zufriedenstellenden Entwicklung berichtet auch das Leipziger Reisebüro „Vividus“. Inhaberin Kirsten Gasoos sagt: „Die Buchungszahlen sind bei uns seit zwei, drei Jahren konstant. Davor gab es mal einen Einbruch, aber jetzt läuft es ganz gut für uns. Mittlerweile wissen die Kunden, dass die Reisen im Internet genauso viel kosten wie bei uns.“ Da der Veranstalter den Preis einer Reise bestimme, koste diese bei einer Onlinebuchung nicht weniger als im Reisebüro. „Wenn nur einzelne Flüge gebucht werden, ist das online meistens wirklich günstiger. Das sagen wir unseren Kunden dann aber auch“, ergänzt Gasoos.

Heiko Wirtgen vom Dresdner Reisebüro „Die Ferienkiste“ stellt fest, dass vermehrt junge Menschen persönliche Buchungen vorziehen. „Eine Reise im Internet zu suchen, kostet viel Zeit. Bei uns kann der Kunde einfach sagen, was er sich vorstellt und wir stellen ihm dann die Angebote zusammen. Die können wir dann auch per E-Mail schicken“, sagt er. Außerdem spielt für Wirtgen auch die Individualität des Reisebüros eine Rolle für den Erfolg. „Wir organisieren selber spezielle Musikreisen. Wer sich dafür interessiert, kommt zu uns.“ Das Erfurter Reisebüro „Marini“ hat sich auf Wander-, Abenteuer- und Sportreisen spezialisiert. „Wir machen selbst gern Aktivurlaube, da ist das irgendwie klar“, erzählt die Angestellte Sabine Fischer. „Wir sind daher auch erfahrene Ansprechpartner. Ich denke, wer als Anbieter nur noch auf Pauschalreisen setzt, hat es in Zukunft sehr schwer.“

Ein großer Markt für die Reisebüros sind außerdem Kreuzfahrten, die sich in allen Altersgruppen immer größerer Beliebtheit erfreuen. „Kreuzfahrten sind im Vergleich ziemlich teuer. Es gibt online nur sehr wenige Anbieter. Ein großer Teil des steigenden Umsatzes in den Reisebüros lässt sich auf diesen Trend zurückführen“, räumt Michael Buller, Vorstand des Verbandes Internet Reisevertrieb, ein.

Dennoch wächst auch der Onlinereisvertrieb weiter. Der Onlineanteil an den gebuchten Umsätzen liegt nach DRV-Angaben mittlerweile bei 35,5 Prozent, 2013 waren es noch 26,8 Prozent. „Der Onlinebereich wächst seit Jahren deutlich stärker als der der klassischen Reisebüros. Im letzten Jahr ist der Umsatz wieder um acht Prozent gestiegen“, so Buller. „Im Reisebüro werden vorrangig Pakete gebucht, also Komplettreisen. Individuell zusammengestellte Reisen werden lieber online gebucht“, meint er. Sybille Zeuch sieht das anders: „Online werden eher einzelne Segmente gebucht. Wenn das Reisevorhaben aber komplexer wird, gehen die Menschen lieber ins Reisebüro und lassen sich von den Experten helfen.“ Trotz des stark wachsenden Onlinemarktes bleibt das persönliche Gespräch der bedeutendste Buchungsweg von Urlaubsreisen.

Von Nathalie Helene Rippich

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