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Heidelberger Druck lässt Leipzig bangen - Postpress-Bereich auf dem Prüfstand

Heidelberger Druck lässt Leipzig bangen - Postpress-Bereich auf dem Prüfstand

Eine Ankündigung des Konzernchefs sorgt für große Verun- sicherung bei 250 Mitarbeitern von Heidelberger Druckmaschinen in Leipzig. Bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens kündigte Vorstandschef Gerold Linzbach gestern in Wiesloch bei Heidelberg an, die zweite Stufe des Konzernumbaus zu starten - und stellt dabei alle "margenschwachen Geschäftsfelder" auf den Prüfstand.

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Das Leipziger Werk von Heidelberger Druckmaschinen

Quelle: pd

Wiesloch/Leipzig. Zu einzelnen Produkten oder Standorten wollte er sich zwar nicht äußern. Aber die Postpress-Aktivitäten, zu denen auch das Leipziger Werk gehört, "fallen im Grunde komplett darunter". Innerhalb von sechs Monaten wolle man nun entscheiden, wie es dort weitergehe.

Im Leipziger Werk, früher Brehmer Buchbindemaschinen, werden Klebebinder und Sammelhefter hergestellt. Und die gehören für Linzbach nicht zum Kerngeschäft. Ob der Standort wirklich auf dem Prüfstand steht oder eine der wenigen Ausnahmen im Postpress-Segment ist, ließ der Konzernchef aber offen. So sehr wolle er noch nicht ins Detail gehen. Die interne Diskussion, wo wirklich Handlungsbedarf besteht, dauere noch an. Erst Mitte Juli wolle man beginnen, "konkret Schritte einzuleiten".

Von Einschnitten in die Produktion über die Beteiligung neuer Partner bis hin zur Stilllegung ganzer Produktlinien sei dann aber alles denkbar. Wobei Linzbach klar erkennen ließ, dass er eine Lösung über Partner bevorzugen würde. Denn ganz aussteigen wolle man aus den Geschäften eigentlich nicht. "Wir würden die Produkte nur nicht mehr selbst herstellen, sondern von einem Zulieferer beziehen. Das heißt, dass wir die nackte Herstellung der Produkte jemand anderes überlassen, und wir uns auf Vertrieb und Service beschränken." Einem Partner als Zulieferer, so seine Hoffnung, würde es besser als Heideldruck gelingen, die Kosten in den Griff zu bekommen.

Das Problem: In den ausgemachten Bereichen ist die Rendite gering. "Die Produkte sind technologisch weniger anspruchsvoll, der Wettbewerbsdruck hoch", sagte Linzbach. Statt Geld zu verdienen, werde hier oft sogar Geld verbrannt. "Das müssen wir so schnell wie möglich beenden. Und da ist es nicht mit ein bisschen Sparen getan. Wir müssen die Bereiche grundsätzlich neue aufstellen." Nur so werde es gelingen, das angepeilte Renditeziel von acht Prozent im kommenden Geschäftsjahr zu erreichen. "Das ist das, was man als Spezialmaschinenbauer im Mittel erwirtschaften sollte." Und ohne die nun auf dem Prüfstand stehenden Geschäftsbereiche hätte Heideldruck das auch schon jetzt erreicht, betonte Linzbach.

Probleme sehe er aber nur bei einem Fünftel der eigenen Produkte. "80 Prozent unseres Portfolios sind absolut in Ordnung. Jetzt müssen wir mit einem gezielten Programm daran arbeiten, um die übrigen 20 Prozent in Ordnung zu bringen", sagte Linzbach. Das heiße aber nicht, dass diese Bereiche verzichtbar seien. "Dass Problem ist nicht, dass diese Geschäfte nichts wert sind, dass sie nicht interessant wären." Doch der bisherige Ansatz, von der Entwicklung über Produktion und Vertrieb bis hin zum Service alles selbst zu erledigen, sei nicht mehr zeitgemäß. "Das passt einfach nicht."

Im Leipziger Werk sorgte die Ankündigung für große Verunsicherung - auch wenn der Standort nicht ausdrücklich erwähnt wurde. Schließlich waren hier schon beim jüngsten Sparprogramm, mit dem sich Heideldruck gerade zurück in die Gewinnzone gespart hatte, viele Stellen gestrichen worden. Derzeit sind noch 250 Kollegen an Bord. Und nach wie vor gibt es Kurzarbeit. Nach LVZ-Informationen sind es im Schnitt 25 bis 50 Prozent der Arbeitsstunden, die ausfallen. Zum Postpress-Bereich, den Linzbach nun ausdrücklich auf den Prüfstand stellte, gehören weltweit noch drei weitere Werke.

Bereits klar ist dagegen eine andere Standortentscheidung: Der Vorstand und 500 Mitarbeiter aus der Verwaltung sollen Heidelberg verlassen - und ins benachbarte Wiesloch-Walldorf umziehen, wo der Konzern bereits sein größtes Werk (4030 Mitarbeiter) hat. "Das sind aber nur elf Kilometer", sagte Linzbach. "Und der Konzernsitz wird natürlich nicht verlegt." Der bleibe in Heidelberg. "Und wir werden auch nie etwas anderes auf unsere Maschinen schreiben als Heidelberger."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Frank Johannsen

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