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Hohe Bodenpreise in Ostdeutschland - Bauernbund: "ernste Zahlungsprobleme“

Hohe Bodenpreise in Ostdeutschland - Bauernbund: "ernste Zahlungsprobleme“

Der Deutsche Bauernbund fordert neue Regeln für die Privatisierung ehemaliger volkseigener Flächen in Ostdeutschland. „Die derzeitig über Ausschreibungsverfahren erzwungenen Preise der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) treiben die Landwirtschaft in den neuen Ländern in ernste Zahlungsprobleme“, kritisierte der Präsident des Bauernbundes, Kurt-Henning Klamroth, am Mittwoch bei der Vorstellung des Agrarberichtes in Magdeburg.

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Der Deutsche Bauernbund fordert neue Regeln für die Privatisierung ehemaliger volkseigener Flächen in Ostdeutschland.

Quelle: Volkmar Heinz

Magdeburg. Zwar halte die BVVG nur noch acht Prozent der gesamten Nutzfläche, doch mit ständig steigenden Preisen bringe sie den Bodenmarkt im Osten durcheinander.

Als Alternative schlug der Bauernbund - ein Zusammenschluss landwirtschaftlicher Familienbetriebe in Ostdeutschland - unter anderem vor, die Flächen an die Landgesellschaften in den Regionen zu übertragen. Die könnten sie dann anstelle der BVVG an die Landwirte verkaufen. Diese Gesellschaften hätten einen klaren Auftrag im Sinne der Agrarwirtschaft und seien nicht so stark an der Gewinnmaximierung orientiert wie die BVVG, hieß es.

Die Preise für ehemals staatliche DDR-Agrarflächen waren im Jahr 2011 weiter gestiegen. Käufer bezahlten im Durchschnitt 12 640 Euro pro Hektar und damit 21 Prozent mehr als 2010. Für viele kleinere Agrarbetriebe seien diese Preise unerschwinglich, sagte Klamroth. Aber auch sie müssten eine faire Chance bekommen, Land zu erwerben.

Die BVVG wies die Kritik zurück. Die Gesellschaft schreibe transparent aus und verkaufe nach Marktwert, sagte eine Sprecherin. Im Jahr 2011 verkaufte die BVVG rund 42 800 Hektar, knapp zwei Drittel mehr als 2010. In diesem Jahr will sie weitere 39 400 Hektar aus ihrem Bestand von rund 315 000 Hektar verkaufen.

Den Plänen der EU-Kommission, mit denen die Agrarpolitik von 2014 an reformiert werden soll, stimmt der Bauernbund im Wesentlichen zu. Ein Vorschlag der Kommission zielt beispielsweise darauf ab, in Deutschland pro Hof nicht mehr als 300.000 Euro pro Jahr zu zahlen. Damit sollen Großbetriebe künftig nicht stärker von den Subventionen profitieren als Kleinbauern.

Es gebe aber noch einige Stellschrauben bei der geplanten Reform, über die er in der kommenden Woche mit EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos diskutieren wolle, sagte Klamroth. Dazu zählten Umweltauflagen der EU, die seiner Meinung nach zu hoch seien.

Ciolos ist am Montag (6. Februar) auf Einladung der Landwirtschaftsminister von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in der Region zu Gast und besucht die Agrargenossenschaft Cobbelsdorf (Sachsen-Anhalt). Sie zählt laut Agrarministerium in Magdeburg zu den großen im Land. In Schkeuditz bei Leipzig wird Ciolos anschließend einen Vortrag zur EU-Agrarpolitik halten und mit Vertretern von Landwirtschaftsverbänden der drei Länder diskutieren.

dpa

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