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IG Metall-Vize warnt in Leipzig vor wachsendem Missbrauch der Leiharbeit

IG Metall-Vize warnt in Leipzig vor wachsendem Missbrauch der Leiharbeit

Die IG Metall warnt vor einem wachsenden Missbrauch der Leiharbeit. Er befürchte, dass mit dem wirtschaftlichen Aufschwung bundesweit Stammbelegschaften massiv durch Leihkräfte ersetzt werden, sagte Gewerkschaftsvize Detlef Wetzel nach einem Besuch im Leipziger BMW-Werk.

Leipzig. Im Gespräch mit der Leipziger Volkszeitung forderte Wetzel: Leiharbeit müsse besser entlohnt und wieder „auf ihren Ursprungszweck zurückgeführt werden“. Damit meint er das Abfangen von Produktionsspitzen.

Im Leipziger BMW-Werk seien derzeit wieder knapp 600 Zeitarbeiter beschäftigt. Vor der Wirtschaftskrise seien es bis zu 1200 gewesen, die wegen der Auftragsschwäche im letzten Jahr komplett abgebaut worden seien. „Es ist zu begrüßen, dass der Motor bei BMW wieder läuft und das Unternehmen in Leipzig Arbeitskräfte benötigt“, sagte Wetzel. „Weniger erfreut bin ich darüber, dass die Aufstockung des Personals ausschließlich über Leihkräfte erfolgt. Hier handelt es sich nicht um Auftragsspitzen, sondern um dauerhafte Aufträge.“ Dies hätte auch über die Erhöhung der Stammbelegschaft erfolgen können, so der IG-Metall-Vize.

Diese Entwicklung beobachte die Gewerkschaft mit Sorge. „Wir befürchten, dass mit einsetzendem Aufschwung BMW Leipzig eine Blaupause sein wird für den Rest der Industrie im Land.“ Zusätzlich entstehende Arbeit würde dann nicht mit regulärer sondern mit prekärer Beschäftigung aufgefangen, also mit Leiharbeit. „Eine so große Erweiterung des Niedriglohnsektors kann diese Gesellschaft auf Dauer nicht ertragen.“

Bei BMW gebe es zum Glück die mit IG Metall und Betriebsrat erarbeitete Vereinbarung, dass Zeitarbeiter zumindest das gleiche Grundentgelt wie  Festangestellte erhielten. Dazu seien mit mehreren Zeitarbeitsfirmen Tarifverträge abgeschlossen worden. Eine solche Vereinbarung gebe es aber nicht generell in der Industrie. Wetzel spricht von bundesweit rund 400 solchen Abschlüssen, die aber nicht immer das „gute Leipziger Niveau“ hätten.

Er forderte die Politik auf, endlich zu handeln und Firmen zu untersagen, sich auf Kosten von Leihkräften zu bereichern. „Schlecker ist kein Einzelfall und das Vorgehen nicht neu: Das 2003 liberalisierte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ermöglicht Unternehmen unter anderem, eigene Leiharbeitsbetriebe zu gründen, um Löhne zu drücken. So werden Stammbelegschaften sukzessive reduziert oder gar ersetzt“, sagte der IG-Metall-Vize.

Jeder achte Leiharbeiter verdiene so wenig, dass er auf ergänzende Hartz-IV-Leistungen angewiesen sei. Geld, das von Steuerzahlern aufgebracht werden müsse.

Andreas Dunte

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